Gut Priemern

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Gut Priemern, nach Sammlung Alexander Duncker, (1871/73).

Das Gut Priemern ist eine denkmalgeschützte Gutsanlage in Ortsteil Priemern der Gemeinde Altmärkische Höhe in Sachsen-Anhalt. Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist es unter der Erfassungsnummer 094 36375 als Baudenkmal verzeichnet.[1] Beim Gut Priemern handelt es sich um ein ehemaliges Rittergut, bestehend aus langgestreckten Wohngebäuden, Stallungen und einer Parkanlage.[2]

Geschichte

Gut Priemern war wie das benachbarte Bretsch früh im Besitz der Familie von Eimbeck[3] mit vormaligen Stammsitz auf dem gleichnamigen Schloss Eimbeck[4] in der Altmark. Priemern war Nebengut[5] von Bretsch, so auch beim Oberst Valentin Balthasar von Eimbeck, verheiratet mit Kunigunde Maria von Jagow-Scharpenhufe. Durch Heirat[6] der Tochter des Gutsherrn 1764, Christiane Wilhelmine von Eimbeck (1741–1785, mit dem späteren Generalmajor August Ferdinand von der Schulenburg (1729–1787) kam es an die Familie von der Schulenburg-Beetzendorf. Der Grabszein des Paares befindet sich in der Kirche Bretsch. Namhafter Vertreter auf Priemern waren des Weiteren Leopold Wilhelm von der Schulenburg und der Generalleutnant Julius von der Schulenburg. Dann folgte Gustav Karl Ernst von der Schulenburg-Priemern (1814–1890), der 1864 preußischer Gesandter am sächsischen Könighof wurde,[7] und am 15. Juni 1866 die Kriegserklärung Preußens an König Johann von Sachsen im Residenzschloss zu Dresden abends persönlich übergab. Letzter Schulenburg auf Priemern war nach dem Genealogischen Handbuch des Adels der preußische Regierungsreferendar Werner von der Schulenburg (1855–1930), verheiratet mit Helene von Bülow-Kühren (1870–1948). Schulenburg begann seine Karriere auf der Ritterakademie Brandenburg, wollte zunächst Jura studieren,[8] war auch Major d. R.[9] Der ehemalige Diplomat war auch Rechtsritter des Johanniterordens. Den Besitz Priemern hielt er von 1890 bis 1912. Dann zog die Familie nach Kemnitz bei Neubrandenburg.

1913 erwarb Hans Georg Oeder das Gut sowie 600 Hektar Land von der Familie von der Schulenburg. Er ließ das Gut erweitern und modernisieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut mit allen Besitzungen verstaatlicht und wurde ab 1949 im Zuge der Bodenreform Teil des Volksguts VE Tierzuchthauptgut Bretsch-Priemern, als Saat- und Tierzucht-Hauptgut. Ab 1963 hieß das Gut VEG Tierzucht Bretsch. Nach der Wende ging das Gut in den Besitz der Treuhand. 1992 wurde zwischen der Treuhand und der Familie Erbacher ein Mietvertrag geschlossen, diese wollten auf dem Gelände des Gutes einen Reiterhof gründen. Der Mietvertrag wurde bereits 1993 gekündigt. In der Zeit zwischen 1994 und 1996 wurde es dann von der Arbeiterwohlfahrt genutzt. Im November 1996 wurde das Gut Eigentum des Landkreises Stendal. Am 14. April 1997 fand eine feierlich Übergabe des Guts Priemern an den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband statt, der dann die Gut Priemern gGmbH gründete. Die Gut Priemern gGmbH betreibt seitdem dort ein sozialtherapeutisches Zentrum.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt
  2. a b Chronik, abgerufen am 15. Oktober 2018
  3. Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der preussischen Monarchie. In: Adelslexicon der preussischen Monarchie. 1. A - K. E, Eimbeck. Ludwig Rauh, Berlin 1855, S. 196–197 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 26. August 2022]).
  4. Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. In: Ernst Heinrich Kneschke im Verein mit mehreren Historikern (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. 3. (Eberhard - Graffen)., Eimbeck. Friedrich Voigt, Leipzig 1861, S. 66–67 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 26. August 2022]).
  5. Georg Schmidt: Das Geschlecht von Bismarck. In: Johannes Penzler (Hrsg.): Familienchronik. Geschichte des Fürsten Bismarck. I. Band, 4. Kapitel Die Genelogie des Geschlechts, Bezug von Bismarck, von Eimbeck. Eduard Trewendt, Berlin 1908, S. 117–118 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 26. August 2022]).
  6. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1901. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). In: "Der Gotha". 2. Auflage. Schulenburg, Stammreihe. I. Schwarze Linie. Beetzendorf-Priemern. Justus Perthes, Gotha November 1900, S. 782–784 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 26. August 2022]).
  7. Chronik des Sächsischen Königshauses und seiner Residenzstadt. Vom achtzehnten Juni ein tausend acht hundert und drei und fünfzig bis zum achtzehnten Juni eintausend acht hundert und acht und siebzig. Von 1864 bis 1866, Im Jahre 1864. Sonnabend, 13. August. Kriegserklärung. Im Jahre 1866, Freitag, 15. Juni. Eigenverlag, Dresden 1878, S. 180–204 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 26. August 2022]).
  8. Ernst Köpke: Ritter-Akademie zu Brandenburg. XXII. Zu der am 22. März 1878 Vormittags um 12 Uhr in der Aula der Ritter-Akademie stattfindenden Feier des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs ladet mit dem Bericht über das Schuljahr Ostern 1877 bis Ostern 1878 ehrerbietigst und ergebenst ein der Director. 1878. Progr. No. 55 Auflage. Nach bestandener Prüfung am 28. März 1876 wurden mit dem Zeugnis der Reife zur Universität entlassen:, Nr. 2). Gustav Matthes, Brandenburg a. H. 15. März 1878, S. 11 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 26. August 2022]).

Koordinaten: 52° 51′ 50,3″ N, 11° 38′ 6,6″ O