Hoe mies

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Hoe__mies
Allgemeine Informationen
Herkunft Berlin, Deutschland
Genre(s) Trap, Dancehall, Baile Funk, Afro House
Gründung 2017
Gründungsmitglieder
Lucia Luciano
Gizem Adiyaman

Hoe__mies ist ein deutsches Hip-Hop DJ-Duo aus Berlin, das aus Lucia Luciano und Gizem Adiyaman besteht.[1] Das Kollektiv veranstaltet die gleichnamige queer-feministische Partyreihe Hoe__mies und moderiert seit 2020 den Spotify Original Podcast Realitäter*innen.[2]

Der Sound von Hoe__mies lässt sich in die Bereiche Trap, Dancehall, Baile Funk, Neoperreo, 90er & 2000er Classics, Rap, Afro House und Jersey Club einordnen.[3]

Geschichte

2017 gründeten die beiden Freundinnen Lucia Luciano und Gizem Adiyaman Hoe__mies als Partyreihe und Community Space für Frauen, non-binäre und Trans-Personen in der Hip-Hop Szene.[4] Das Konzept war, bisher in der deutschen Musik- und Partyszene unterrepräsentierten Künstlerinnen, DJs und Performerinnen eine Plattform zu geben und ihnen zu Sichtbarkeit zu verhelfen.[5]

Name

Der Name Hoe__mies setzt sich aus den englischen Begriffen „homie“ (dt. Freund / Freundin) und „hoe“ (dt. Hure) zusammen. Das DJ-Duo möchte mit diesem Wortspiel Diskriminierungsformen von weiblicher Sexualität, wie Slut-Shaming und Hurenfeindlichkeit, eine sexpositive Haltung entgegensetzen. Indem sie sich die Begriffe in ihrem Titel aneignen, möchten sie sich deutlich gegen solche Bewertungsformen positionieren und diese stattdessen positiv besetzen.[6] Der Begriff „Homie“ soll auf die jahrelange Freundschaft zwischen den beiden DJs verweisen.[7]

Karriere

Partyreihe

Am 5. Mai 2017 fand im Club „Beate Uwe“ in Berlin die erste Hoe__mies Party statt.

Die feministische Hip-Hop Partyreihe richtet sich an ein weibliches, non-binäres, transgeschlechtliches und PoC Publikum. Während der Partys gibt es einen vorgeschriebenen Verhaltenskodex und ein „Awareness-Team“[8], welches auf einen respektvollen Umgang unter den Gästen achtet.[9]

Auftritte

Neben ihrer eigenen Partyreihe spielen Hoe__mies als Soundsystem, bestehend aus Lúcia Lú (Künstlername von Lucia Luciano) und Meg10 (Künstlername von Gizem Adiyaman), auf Festivals.

2018 hatten sie ihre ersten großen Auftritte auf dem Kosmonaut und dem CTM Festival. Im selben Jahr kuratierten sie auf dem Splash!21 Festival die Backyard Bühne, auf der 8 der insgesamt 20 weiblichen Performerinnen des Festivals auftraten.[10]

Im Oktober 2018 gewannen sie mit ihrer Crew Revolution No. 5 den Red Bull Music Culture Clash.[11]

2019 traten sie unter anderem auf dem Kosmonaut Festival, dem Happiness Festival, Melt Festival, Juicy Beats Festival, dem Artlake Festival oder dem MS Dockville auf.[12]

Podcast „Realitäter*innen“

Der Podcast Realitäter*innen wird gemeinsam von Spotify und Hoe__mies produziert.

Die erste Folge wurde am 13. Februar 2020 auf Spotify veröffentlicht. Die Folgen erscheinen in der Regel jeden zweiten Donnerstag im Monat.[13]

Inhaltlich geht es im Podcast um feministische Themen wie beispielsweise Sexualität, Geschlechterrollen, psychische Gesundheit oder Rassismus. In jeder Folge werden verschiedene Gäste eingeladen und ein gemeinsames Gespräch über das Thema der Episode geführt.[14]

Der Name „Realitäter*innen“ beschreibt das Format des Podcasts, Lebensrealitäten eine Plattform zu bieten die im Mainstream unterrepräsentiert sind.[15]

Rezeption

In einem Artikel von Zeit Online heißt es: „Gizem Adiyaman und Lucia Luciano organisieren in ihrer Freizeit eine Art kulturelle Evolution.“[16]

Das Vice Magazin bezeichnet Hoe__Mies in einem Artikel von 2018 als „[...] das wichtigste DJ-Team der deutschen HipHop-Szene [...]“ und beschreibt weiterführend, dass Luciano und Adiyaman die Berliner Hip-Hop-Szene nachhaltig veränderten.[17]

Auch das Missy Magazine schreibt in einem Interview von 2020: „Ihr habt […] das Unvorstellbare geschafft: im Party-Berlin neue Akzente zu setzen.“[18]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. „Wir sind ein Soundsystem“. In: Missy Magazine. 11. Mai 2020, abgerufen am 19. November 2020 (deutsch).
  2. Sophia Zessnik: Queerness und Männlichkeit: Der Podcast „Realitäter*innen“ zeigt neue Perspektiven auf. In: ze.tt. Abgerufen am 19. November 2020 (deutsch).
  3. Who we are / Wer wir sind | Facebook. Abgerufen am 26. Dezember 2020.
  4. Die Türöffnerinnen. In: Missy Magazine. 5. Mai 2017, abgerufen am 26. Dezember 2020 (deutsch).
  5. Hoe__mies – Berlins neue, von Frauen* organisierte Hip Hop-Party | Kleinerdrei. Abgerufen am 26. Dezember 2020 (deutsch).
  6. Die Türöffnerinnen. In: Missy Magazine. 5. Mai 2017, abgerufen am 26. Dezember 2020 (deutsch).
  7. „Wir sind ein Soundsystem“. In: Missy Magazine. 11. Mai 2020, abgerufen am 26. Dezember 2020 (deutsch).
  8. Vanessa Vu: Party gegen das Patriarchat. In: Zeit Online. Zeit Online, 8. November 2017, abgerufen am 27. Dezember 2020.
  9. DJ-Team Hoe__mies neu bei Four Artists. Abgerufen am 26. Dezember 2020.
  10. DJ-Team Hoe__mies neu bei Four Artists. Abgerufen am 26. Dezember 2020.
  11. Wie Hoe__Mies es geschafft haben, das wichtigste DJ-Team der deutschen HipHop-Szene zu werden. Abgerufen am 27. Dezember 2020.
  12. Hoe__mies. Abgerufen am 26. Dezember 2020.
  13. Realitäter*innen - Spotify & Hoe_mies. Abgerufen am 26. Dezember 2020.
  14. Funkedigital GmbH: Weekly heroines: Die Realitäter*innen. 10. August 2020, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  15. Sophia Zessnik: Queerness und Männlichkeit: Der Podcast „Realitäter*innen“ zeigt neue Perspektiven auf. In: ze.tt. Zeit Online, 14. Februar 2020, abgerufen am 27. Dezember 2020.
  16. Vanessa Vu: Party gegen das Patriarchat. In: Zeit Online. Zeit, 11. November 2017, abgerufen am 31. Januar 2021.
  17. Wie Hoe__Mies es geschafft haben, das wichtigste DJ-Team der deutschen HipHop-Szene zu werden. Abgerufen am 31. Januar 2021.
  18. „Wir sind ein Soundsystem“. In: Missy Magazine. 11. Mai 2020, abgerufen am 31. Januar 2021 (deutsch).