Sd.Kfz. 223

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le. PzSpWg (Fu) (Sd.Kfz. 223) frühe Ausf.
Bundesarchiv Bild 101I-753-0010-19A, Jütland, deutscher Spähpanzer (Sd. Kfz. 222).jpg

Sd.Kfz. 223 in Jütland

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3
Länge 4,56 m
Breite 1,95 m
Höhe 1,75 m
Masse 4,4 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 8 – 30 mm
Hauptbewaffnung 1 × 7,92-mm-MG 34
Sekundärbewaffnung 1 × MP 40
Beweglichkeit
Antrieb Horch V-8
75 PS
Federung Schrauben + Dämpfer
Geschwindigkeit 75 km/h
Leistung/Gewicht 17,0
Reichweite 300 km (Straße) / 200 km (Gelände)

Der leichte Panzerspähwagen (Fu) (Sd.Kfz. 223) ist ein leichtes und leicht gepanzertes deutsches Aufklärungsfahrzeug. Es wurde noch vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt und dann in diesem genutzt.

Erbeutetes Sd.Kfz. 223 in Nordafrika Juli 1942
Funkstelle in Nordafrika mit aufgestelltem Funkmast

Geschichte

Bei geheimen Manövern deutscher Verbände in der Sowjetunion erkannte das Truppenamt der Reichswehr, dass der seit 1932 gebaute Spähwagen Kfz. 13 und seine Funkwagenvariante, das Kfz. 14, einige Schwächen aufwies. Deshalb wurde 1935 beim Eisenwerk Weserhütte in Bad Oeynhausen mit der Entwicklung neuer Fahrzeuge auf Basis des Einheitsfahrgestell für schwere Pkw („Einheitsfahrgestell I“ (Typ Horch 801)) aus dem Werk Horch (Zwickau) begonnen. Der neu geschaffene vierrädrige „leichte Panzerspähwagen (Fu)“ wurde bei den Aufklärungsverbänden der im März 1935 geschaffenen Wehrmacht eingegliedert. Wie in dieser Zeit bei Funkwagen üblich, zeigt das Äußere des Fahrzeugs eine auffällige Rahmenantenne, die für die längere Reichweite der Funkausrüstung erforderlich war und wie beim Vorgänger, dem Kfz. 14, abgeklappt werden konnte. Bei späten Fahrzeugen wurde diese Rahmenantenne durch eine Sternantenne ersetzt. Zur Selbstverteidigung verfügte das Fahrzeug im offenen Aufbau über ein MG 34 in einem drehbaren Schutzschild, wie beim Sd.Kfz. 221. Bekannt sind mindestens zwei verschiedene Funkanlagen, FuG 10 in frühen Fahrzeugen und FuG 12 in späten, die im Fahrzeug verbaut wurden und unterschiedlichen Platzbedarf hatten. Die operativen Erfahrungen der ersten Kriegsjahre zeigten, dass ein Fahrzeug ohne MG-Bewaffnung für die Aufgabe gleich gut geeignet wäre und mehr Platz für die Funkmannschaft bieten könnte. Dies führte dazu, dass ab 1941 auch die neuen Typen Sd.Kfz. 260 und 261 gebaut wurden.

Die leichten 4-Rad-Spähwagen der Wehrmacht wurden in 5 Serien gefertigt, dabei die Sd.Kfz. 223 in den Serien 1., 3., 4. und 5. mit 559 Stück. Es wurde von 1935 bis 1944 gebaut und wurde damit länger gefertigt als das Sd.Kfz. 222 und die anderen Typen.

Mit den verschiedenen Serien änderte sich u. a. die Art der Sichtluken und deren Platzierung, so dass man frühe Fahrzeuge leicht von späteren Modellen unterscheiden kann. Mit der 5. Serie wurde das Fahrgestell verändert und es kam nun das „Einheitsfahrgestell I v“ (v = verstärkt), ein hydraulisches Bremssystem und ein 3,8ltr Motor zum Einbau.

Einsatz

Das ursprüngliche Konzept, bei dem bis zu 3 Sd.Kfz. 221 begleitet von einem Funkwagen Sd.Kfz. 223 und einem Kanonenwagen Sd.Kfz. 222 zum Schutz einen Aufklärungszug bildeten, wurde angesichts der geringen Feuerkraft und der leichten Panzerung der Sd.Kfz. 221 nicht lange beibehalten. Es ist zu bedenken, dass das Konzept in Zeiten entwickelt wurde, zu dem der Großteil der Aufklärungsverbände der Wehrmacht noch von berittenen Truppen gestellt wurde.

Die Verluste dieser Fahrzeuge der ersten Kriegsjahre waren zum größten Teil auf die schwache Panzerung zurückzuführen, da bereits Panzerbüchsen und erst recht die bereits verbreiteten Panzerabwehrkanonen 25 mm (Frankreich), 37 mm (Polen) und 47 mm (Frankreich) das Fahrzeug zerstören konnten.

Technik

Das „Einheitsfahrgestell I“ (Typ Horch 801) mit Allradantrieb und Einzelradaufhängung basierte auf dem Fahrgestell des schweren Einheits-PKW, wobei der aus dem Horch 830 stammende wassergekühlte Achtzylinder-V-Motor samt Kühler im Heck angeordnet war. Während der 1. bis 3. Serie wurde die Fahrgestelle speziell für die jeweiligen Panzeraufbauten der leichten Panzerspähwagen (Pz.Sp.Wg.) gefertigt. Für die Montage des MG-Drehsockel waren bei Fertigung bereits die Bohrungen im Fahrzeugrahmen angebracht. Dieses Fahrwerk ermöglichte die Umschaltung der Lenkung von ausschließlicher Vorderradlenkung auf alle Räder, mit einem dann kleineren Wendekreis. Zur Wartung und zum Betrieb der Fahrzeuge sind zahlreiche Dienstvorschriften bekannt.[1]

Die Panzeraufbauten wurden bei verschiedenen Herstellern gefertigt und hatten Stärken von 8 bis 14,5 mm, welche in entsprechenden Winkeln als schusssicher gegen 7,92 mm S.m.K. - Munition (panzerbrechend) galten.

Rezeption

Wenige Fahrzeuge blieben erhalten und befinden sich in Museen oder in privaten Sammlungen. Wegen den geringen Stückzahlen und wegen der wenigen erhaltenen Exemplare blieb das Fahrzeug im Fokus der Wehrtechnik sowie von Museen und interessierten Personen des Modellbaus.

Literatur

  • Thomas L. Jentz & Hilary Louis Doyle: Panzer Tracts No. 13 - Panzerspaehwagen - Armoured Cars Sd.Kfz. 3 to Sd.Kfz. 263. 1. Auflage. Panzer Tracts Eigenverlag, Darlington, MD 2001, ISBN 0-9708407-4-8, S. 72.
  • Jentz, Thomas L./Doyle, Hilary Louis; Panzer Tracts No. 13-1; leichter Panzerspaehwagen (Sd.Kfz. 221, 222, and 223) and kleiner Panzerfunkwagen (Sd.Kfz. 260 and 261)
  • Charles Lemons: Technical Manuals for German Vehicles, Volume 2, Sonderkraftfahrzeug. Lulu.com, 2013, ISBN 978-1-300-87537-6.
  • Zöllner, Markus; Panzerspähwagen Sd.Kfz. 221/222/223; Tankograd Publishing
  • Dienstvorschrift 664/5 – Einheitsfahrgestell I für s. Pkw vom 3. März 1943

Weblinks

Commons: Sonderkraftfahrzeug 223 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Lemons: Technical Manuals for German Vehicles. 2013, S. 89 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).