Akamai

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Akamai Technologies, Inc.

Rechtsform Corporation
ISIN US00971T1016
Gründung 1998
Sitz Cambridge, Vereinigte Staaten
Leitung George H. Conrades, Vorsitzender
Paul L. Sagan, Präsident & CEO
Mitarbeiterzahl 8300 (2021)
Umsatz 2,19 Mrd. US-Dollar (2015)[1]
Branche IT-Service, Software
Website www.akamai.com

Akamai Technologies (von hawaiisch Akamai- „intelligent“, „raffiniert“) ist einer der weltweit größten Anbieter für die Auslieferung und Beschleunigung von Online-Anwendungen und -Inhalten. Anfängliches Kerngeschäft war, die Endnutzer-Zugriffe auf Webangebote (Server) von Unternehmen, die Akamai-Kunden sind, auf eigene Server umzulenken, die deutlich näher am Endnutzer stehen. Dadurch werden die Anbieter-Server sowie die Weitverkehrsnetze entlastet, die Zugriffszeiten für den Endnutzer beschleunigt und die Inhalte-Anbieter benötigen keine super-breitbandigen Internetverbindungen.

Technologie

Akamai koordiniert und optimiert zum Beispiel die Lastverteilung von Web-Inhalten (Content Delivery Network), dient als Cloudservice und bietet Schutz vor Hackerangriffen wie DDoS-Attacken.[2] Dieser Dienst läuft für den Anwender beim Surfen im Internet unsichtbar im Hintergrund. Akamai erhält damit zwingend personenbezogene Daten des Anwenders, mindestens dessen aktuelle IP-Adresse inklusive exaktem Zeitpunkt.

Akamai arbeitet weltweit mit etwa 325.000 Servern in 135 Ländern und fast 1500 Netzwerken[3].

Geschäftsstruktur

Zu den über 3500 Kunden Akamais gehören unter anderem Adobe,[4] Airbus, Apple, ARD, BMW, das deutsche Bundeskanzleramt, eBay, Facebook, Microsoft, die NSA,[5] die NASA, Philips, Red Bull,[6] die US-Army,[7] das US-Außenministerium,[8] sowie die Hersteller von Virenschutz-Software McAfee, Bitdefender und Avast und zahlreiche weitere Fernsehsender und öffentliche Stellen wie Sicherheitsbehörden und Universitäten.[9][10][11]

Der internationale Firmensitz von Akamai befindet sich in Cambridge, Massachusetts, USA, die deutsche Niederlassung ist seit 2012 in Garching bei München. Die Zentrale für die internationalen Geschäfte befindet sich seit 2012 in Addlestone, UK.[12]

Geschichte und Entwicklung

Akamais Hauptsitz in Cambridge, Massachusetts

Im Jahr 1995 begann am Massachusetts Institute of Technology die für Akamai grundlegende Zusammenarbeit des Mathematikprofessors Tom Leighton und des Studenten Daniel M. Lewin.[13] Im August 1998 gründeten die beiden mit Jonathan Seelig die Akamai Technologies.[14]

Im Januar 1999 verfügte Akamai über rund 9 Millionen US-Dollar und 35 Mitarbeiter.[15] Im April 1999 begann Akamai seine Dienste bereitzustellen und erzielte in der ersten Hälfte des Jahres 1999 rund 75 % seiner Erlöse mit Apple. Im Juni 1999 investierte Apple rund 12,5 Millionen US-Dollar in Vorzugsaktien von Akamai. Zum August 1999 hatte Akamai 900 Server in 25 Telekommunikationsnetzen und 15 Ländern. Im August 1999 investierte Cisco rund 49 Millionen US-Dollar in Vorzugsaktien von Akamai. Daraufhin bereitete Akamai unverzüglich den Börsengang vor. Im September 1999 investierte Microsoft rund 15 Millionen US-Dollar in Vorzugsaktien von Akamai.[16] Damit gehörte Akamai zu fünf Prozent Apple und zu einem Prozent Microsoft.[17] Im Oktober 1999 betrieb Akamai 1475 Server in 55 Telekommunikationsnetzen und 24 Ländern.[16]

Anfang 2000 übernahm Akamai den Internet-Broadcaster „Network24“. Im Februar 2000 folgte der Anbieter Intervu für einen Kaufpreis von rund 2,8 Milliarden US-Dollar. Durch den Zusammenschluss entstand der weltgrößte Internet-Provider für Streaming Media und andere breitbandige Anwendungen. Die beiden Anbieter verfügten zusammen über 3000 Server in 100 Netzwerken, die über 40 Länder verteilt waren.

Im Herbst 2001 bestand das Content Delivery Network von Akamai aus über 13.000 Servern in über 1.000 Netzwerken und 63 Ländern.[18]

Im Mai 2004 kam es zu einem nahezu vollständigen Ausfall der Webdienste, sodass viele große Netzpräsenzen der Akamai-Kunden nicht erreicht werden konnten. Anfangs vermutete Akamai einen Denial-of-Service-Angriff, später gab das Unternehmen bekannt, das Problem lag an einem Programmfehler in der Akamai-Software, der nach 90 Minuten behoben werden konnte.

2005 erweiterte das Unternehmen sein Angebot um die Beschleunigung von Web-Anwendungen.

Anfang November 2010 eröffnete Akamai sein Hauptquartier für internationale Geschäfte (außerhalb der USA) in Zürich. Dort leitete Martin Häring, Vice President Marketing, ein 20-köpfiges Team.[19] Bereits drei Jahre später wurde das EMEA-Hauptquartier verlagert und befindet sich seither in Addlestone (UK).[20]

2015 war Akamai verantwortlich für 15–30 % des gesamten Web-Datenverkehrs.[21]

Einzelnachweise

  1. Akamai: Annual Report 2015. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 25. Oktober 2016; abgerufen am 25. Oktober 2016 (englisch).
  2. Hauke Gierow: Akamai: Github übersteht bislang stärksten DDoS-Angriff. In: golem.de. 2. März 2018, abgerufen am 5. Mai 2020.
  3. Zahlen & Fakten. In: akamai.de. Abgerufen am 11. Mai 2021.
  4. Fehlerbehebung bei Akamai Download Manager 3. In: adobe.com. kb2.adobe.com, abgerufen am 27. Mai 2016.
  5. www.Nsa.gov. In: ipaddress.com. www.nsa.gov.ipaddress.com, abgerufen am 27. Mai 2016.
  6. Tim Aschermann: Was ist Akamai? Einfach erklärt. In: chip.de. 13. Mai 2015, abgerufen am 5. Mai 2020.
  7. U.S. Army. In: akamai.com. Abgerufen am 5. Mai 2020 (englisch).
  8. U.S. Departmend of State. In: akamai.com. Abgerufen am 5. Mai 2020 (englisch).
  9. Customer Success Stories. Public Sector. In: akamai.com. Abgerufen am 5. Mai 2020 (englisch).
  10. Customer Innovation Stories. In: akamai.com. Abgerufen am 5. Mai 2020 (englisch).
  11. Customer List. (Nicht mehr online verfügbar.) In: akamai.com. Archiviert vom Original am 7. Juli 2014; abgerufen am 5. Mai 2020 (englisch).
  12. Standorte. In: akamai.com. Abgerufen am 5. Mai 2020.
  13. Laura McGrath Moulton: MIT Students Reap Profit From Soaring Akamai IPO. In: The Tech. Massachusetts Institute of Technology, 2. November 1999 (online).
  14. Akamai's Algorithms. In: Technology Review. Massachusetts Institute of Technology, 1. September 2000 (online).
  15. Form S-1. Akamai Technologies. NASDAQ, August 1999, abgerufen am 20. November 2016.
  16. a b Amendment No. 4 to Form S-1. Akamai Technologies. NASDAQ, Oktober 1999, abgerufen am 20. November 2016.
  17. Christian Persson: Microsoft investiert in Akamai. In: Heise online. 27. September 1999, abgerufen am 20. November 2016.
  18. April Jacobs, Jennifer Mears: Content peer groups fall flat. In: Network World. 5. November 2001, S. 23 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  19. Akamai eröffnet internationalen Hauptsitz in Zürich. In: inside-channels.ch. www.inside-channels.ch, abgerufen am 27. Mai 2016.
  20. Akamai Announces further Expansion to its EMEA Operations - New EMEA Headquarters Open in Addlestone, UK. Abgerufen am 6. August 2016.
  21. Anya George Tharakan, Subrat Patnaik: Strong dollar hurts Akamai's profit forecast, shares fall. In: Reuters. 28. April 2015, abgerufen am 5. Mai 2020 (englisch).