August von Gerlach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

August Friedrich Bernhard von Gerlach-Parsow (* 28. August 1830 in Parsow, Kreis Fürstenthum; † 20. September 1906 ebenda) war Gutsbesitzer, königlich preußischer Landrat und Politiker.

Familie

Er entstammte einem Adelsgeschlecht aus dem niederschlesischen Breslau (14. Jahrhundert), später aus Nienburg (Saale) im Landkreis Bernburg (17. Jahrhundert), und war der Sohn des Gutsbesitzers Karl Heinrich von Gerlach (1783–1860), Fideikommissherr auf Parsow und Schwemmin und Gutsherr auf Dornow sowie preußischer Landrat des Kreises Fürstenthum, und der Charlotte von Beyme (1792–1870), Gutsherrin auf den Gütern Trienke, Drosedow, Steglitz, Dahlem, Schmargendorf und Ruhleben.

Gerlach heiratete am 22. Februar 1861 auf Gut Groß-Dubberow Asta von Kleist (* 6. Juli 1840 auf Gut Groß-Dubberow; † 14. April 1933 auf Gut Parsow).[1] Das Paar hatte mehrere Töchter:

Gedenkstein für Hertha Reichsgräfin von der Schulenburg und ihren Ehemann bei Beetzendorf

Leben

Gerlach war wie sein Vater Fideikommissherr, nach dem Ableben seines Bruders Bogislav von Gerlach,[3] auf den beiden Gütern Parsow und Schwemmin und Gutsherr auf Trienke und Drosedow.

Er war von 1857 bis 1872 Landrat des Kreises Fürstenthum, nach dessen Auflösung 1872 Landrat des neugebildeten Kreises Köslin bis 1891.

In den Jahren 1866 bis 1870 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses,[4] 1871 bis 1887 und 1890 bis 1895 Mitglied des Reichstags als Abgeordneter für die Konservative Partei bzw. Deutschkonservative Partei (so genannt ab 1876). Im Jahre 1889 wurde er auf Präsentation des alten und des befestigten Grundbesitzes im Landschaftsbezirk Herzogtum Kassuben Mitglied des Preußischen Herrenhauses, dem er bis zu seinem Tod angehörte.[5]

Orden und Ehrenzeichen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. A. Kypke: Geschichte des Geschlechts von Kleist. Dritter Theil. Zweite Abtheilung, enthaltend die Biographien der Tychow-Dubberower Linie. Trowitzsch und Sohn, Berlin 1882, S. 97 (Digitalisat)
  2. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1911, Justus Perthes, Gotha 1910. S.662
  3. Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1705 – 1913. In: Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. (Hrsg.): Zöglingsverzeichnis I von IV. Alumnats-und Schülerverzeichnis. I, von Gerlach, Bogislav Friedrich Wilhelm-Zögling-RA-Nr.: 1004. Selbstverlag. Druck P. Riemann, Belzig, Ludwigslust 1913, DNB 361143532, S. 207 (staatsbibliothek-berlin.de [abgerufen am 6. September 2022]).
  4. Mann, Bernhard (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 142 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3); zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 260–262.
  5. E. David (Hrsg.): Handbuch für das Preußische Herrenhaus. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1911, S. 243 (Online).