Baustil

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Unter Baustil (auch Architekturstil) versteht man vor allem in der Kunstgeschichte einen regional oder international bedeutsamen Stil in der Architektur und im Bauwesen. Grundlage bildet die für einen Architekten, eine Architektenschule oder eine historische Epoche oder Region typische Formensprache.

Vor allem in den Architekturwissenschaften (Architekturtheorie, Baugeschichte, historische Bauforschung und Denkmalpflege) wird das Konzept des Epochenstils immer mehr hinterfragt.[1] Man spricht in diesen Disziplinen heute in der Regel von Bauepochen, historischen Bautypologien oder historischen Bauformen und nutzt den Stilbegriff nur noch für die bewusste Übernahme von vergangenen oder exotischen Bauformen, selten auch zur Unterscheidung der verschiedenen Architekturströmungen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Die wichtigste Einteilung von Baustilen bzw. Bauepochen erfolgt nach zeitlichen Abschnitten im Kontext gewisser Räume und Kulturen. Diese ist eng bis lose verwandt mit anderen Stilrichtungen innerhalb der Design- und Kunstgeschichte, eng zum Beispiel den Möbelstilen, weniger eng mit denen der Malerei und Bildhauerei. In die Innenarchitektur und Ornamentik spielen auch die Stile der Kleidermode hinein. Architekturstile sind aufgrund des Umfangs des Werkes naturgemäß langsam veränderlich, folgen kaum schnelllebigen Moden, und finden ihre breite Anwendung oft erst ein bis zwei Generationen nach analogen Entwicklungen in anderen Kunstsparten, oder breiten sich entsprechend langsam aus. Auch überlappen sich aufeinanderfolgende Stile durchwegs über Jahrzehnte.

Übersicht wesentlicher Stile

Siehe auch: Geschichte der Architektur – Überblick über die wichtigsten Stile der Baugeschichte

Antike

Mittelalter

Neuzeit

19. Jahrhundert

20. Jahrhundert

Regionale und lokale Baustile (Auswahl)

Neubergischer Stil
Zakopane-Stil (oder Witkiewicz-Stil)
eine Architekturrichtung ab den 1890er Jahren, inspiriert von der regionalen Baukunst der polnischen Hochlandregion bei Zakopane.
Neubergischer Stil
Bergisches Land, Anfang des 20. Jahrhunderts: Eine Heimatschutzarchitektur, die auf die Tradition des Bergischen Hauses zurückgriff.
Magdeburger Moderne
Das Wirken von Bruno Taut, Albin Müller und anderen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Magdeburg.[2]

Literatur

  • Wilfried Koch: Brockhaus Baustilkunde. 31. Auflage. Wissenmedia, Gütersloh 2013, ISBN 978-3-577-00302-5, S. 528.[3]
  • Richard Reid: Baustilkunde. E.A. Seemann, Leipzig 2000, ISBN 978-3-86502-042-0, S. 432.

Weblinks

Commons: Baustil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Baustil – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelbelege

  1. Stephan Hoppe, Norbert Nußbaum und Matthias Müller (Hrsg.): Stil als Bedeutung in der nordalpinen Renaissance. Wiederentdeckung einer methodischen Nachbarschaft. Regensburg 2008. Vgl. insbesondere (mit weiteren Literaturangaben): Stephan Hoppe: Stil als Dünne oder Dichte Beschreibung. Eine konstruktivistische Perspektive auf kunstbezogene Stilbeobachtungen unter Berücksichtigung der Bedeutungsdimension, S. 48–103.
  2. MaMo: Magdeburger Moderne, mit Broschüre zum Herunterladen.
  3. mit fünfsprachigem Glossar