Benutzer:Zieglhar/Hansjörg Noe

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Hansjörg Noe (* 6. Januar 1942 in Mayen) ist ein deutscher Pädagoge und Lokalhistoriker, der sich insbesondere mit der Aufarbeitung der lokalen Ereignisse vor und nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Wiesental befasste und damit auch 70 Jahre danach noch teilweise heftige Reaktionen auslöste.

Leben

Von Mayen über Muggenbrunn kam Noe nach Lörrach, wo er 1962 am Hans-Thoma-Gymnasium das Abitur ablegte. Anschließend durchlief er an der Pädagogischen Hochschule Freiburg eine Ausbildung zum Volksschullehrer. 1964 begann Noe den Schuldienst in Bad Säckingen und wechselte bald darauf an die Albert-Schweitzer-Schule[1] in Lörrach und später an die dortige Neumattschule[2], deren Schulleiter er wurde. Bereits seit 1966 war Noe als Ausbildungslehrer in der Lehrerausbildung tätig und nahm später Lehraufträge an den pädagogischen Hochschulen in Lörrach und Freiburg wahr.

Am 1. Februar 1982 wurde er Leiter des neu gegründeten Seminars für die schulpraktische Ausbildung von Grund- und Hauptschullehrern in Lörrach (heute: Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (GWRHS) Lörrach)[3] Nach der Auflösung der Pädagogischen Hochschule Lörrach gründete er am 15. Mai 1984 zusammen mit Nikolaus Lorenz und Bernd Martin (Ökonom) einen gemeinnütziger Förderkreis der die Bibliothek der pädagogischen Hochschule der Region erhalten sollte und hierzu die Wissenschaftliche Regionalbibliothek Lörrach unterstützte.

1992 wurde er Leiter des staatlichen Schulamts Lörrach, eine Aufgabe die er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2005 wahrnahm.

Der Lokalhistoriker

Seit 2006 wirkt er im Bereich Museumspädagogik des Dreiländermuseums Lörrach mit. Den Schwerpunkt seiner historischen Arbeiten bildet aber die lokale Aufarbeitung des Nationalsozialismus, wobei er neben den Akten auch einen besonderen Akzent auf die Aussagen von Zeitzeugen legt. Zu diesem Themenkreis publizierte er Arbeiten über Lörrach, Steinen und Maulburg. Zur Geschichte des Nationalsozialismus in Lörrach stellte er einen Band mit teilweise recht emotionalen Berichten von Zeitzeugen zusammen. In Steinen lösten seine Arbeiten an der Dokumentation der lokalen Vorgänge vor und nach der nationalsozialistischen Machtergreifung heftige Diskussionen aus, die letztlich zur Öffnung eines 1936 gebauten Kriegerdenkmals führten.[4] Die dort erwartete Kapsel mit Dokumenten[5] wurde gefunden, die Dokumente konnten aber bisher aufgrund der Beschädigungen nicht ausgewertet werden.[6] Seine Publikation zur Maulburger Geschichte befasst sich auch eingehend mit der politischen Rolle des Dichters Hermann Burte.

Schriften

  • Kennzeichen LÖ, ISBN 978-3-922107-11-7 (zusammen mit Jürgen Nebel)
  • Gottfried Legler, ein Künstlerleben, Lörracher Hefte; Nr. 14
  • Antworten aus der Geschichte : Folien für einen problemorientierten Geschichtsunterricht, Perthes, Darmstadt 1980
  • Hingeschaut — Steinen im Nationalsozialismus. Die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Steinen in den Jahren 1933 bis 1945. Verlag Waldemar Lutz, Lörrach 2014, ISBN 978-3-922107-99-6
  • "Nun kann ich darüber sprechen...", Lörracher Hefte; Nr. 22 Verlag Waldemar Lutz, Lörrach 2015, ISBN 978-3-922107-06-4
  • Gleichgeschaltet. Maulburg im Nationalsozialismus und die Rolle von Hermann Burte im Dritten Reich. Verlag Waldemar Lutz, Lörrach 2016

Literatur

  • Anja Bertsch: Hansjörg Noe wurde mit der Johann Peter Hebel-Gedenkplakette 2018 der Gemeinde Hausen im Wiesental ausgezeichnet. In: Das Markgräflerland, Band 2018, S. 198-199

Weblinks

Einzelnachweise


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