Betonzelt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Betonzelt (engl. Concrete Canvas Shelters (CCS)) ist eine von den Industriedesignern William Crawford und Peter Brewin zur Katastrophenhilfe entwickelte Notunterkunft.[1] Die betonverstärkte Leinwand kombiniert die Vorteile von Zelten und festen Betonbauten.

Konzept

Das Betonzelt wird in einem Paket geliefert, das bei einer Grundfläche des Zeltes von 16 m² ca. 230 Kilogramm wiegt.[2] Die Verpackung ist aus wasserfester PVC-Folie, die Zeltwand selbst ist eine betongefüllte Sandwichkonstruktion aus Leinengewebe und PVC-Folie (engl. Concrete Canvas (CC)). Das Volumen der Verpackung entspricht dem des Wassers, das hinzugefügt werden muss, um ein passendes Mischungsverhältnis zwischen Wasser und Beton zu erreichen. Nachdem das Wasser hinzugefügt wurde, muss das Zelt aufgepumpt werden, was circa 40 Minuten in Anspruch nimmt. Anschließend härtet es 12–24 Stunden aus und kann anschließend benutzt werden. Mit einem Winkelschleifer können Zugänge, Fenster, Belüftungsschlitze oder ähnliches in die getrocknete Wand geschnitten werden. Es gibt verschiedene Größen mit Grundflächen zwischen 16 und 50 Quadratmetern, die Form entspricht statisch sinnvoll der einer halben Eierschale oder einer Nissenhütte und die Wandstärke beträgt 5–13 mm. Die Aufbauarbeiten können von zwei Personen bewältigt werden.[3]

Finanzierung

Ein Zeltpaket kostet zwischen 2.000 und 15.000 Euro – durch die industrielle Herstellbarkeit des Zeltes könnten die Kosten in der Massenproduktion allerdings drastisch gesenkt werden. Der bisher erste Vertriebspartner ist der Südkoreaner Shin Seung.[4]

Preise

  • 2005 – Gewinner des Saatchi & Saatchi World Changing Ideas Award
  • 2007 – Finalist beim Design to Improve Life Award
  • 2007 – Gewinner des D&AD Yellow Pencil Award in der Kategorie Product Design

Weitere Anwendungsmöglichkeiten

Die mit Beton imprägnierten Leinenfasern finden schon heute im Kanalbau Anwendung.[5]

Einzelnachweise

  1. Spiegel Online – Katastrophenhilfe: Betonzelt soll Obdachlose schützen. Abgerufen am 5. Mai 2015
  2. Spiegel Online – Katastrophenhilfe: Betonzelt soll Obdachlose schützen. Abgerufen am 5. Mai 2015.
  3. Website zum Betonzelt (Englisch), abgerufen am 5. Mai 2015.
  4. News-Archiv April 2015 der Webpräsenz der Erfinder (Memento des Originals vom 18. Mai 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.concretecanvas.com (Englisch) Eintrag vom 20. April 2015. Abgerufen am 5. Mai 2015.
  5. PDF – CC Ditch-Lining (Englisch), abgerufen am 5. Mai 2015.