Bożepole Wielkie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Bożepole Wielkie (deutsch Groß Boschpol, früher Groß Botzepol) ist ein Dorf in der Landgemeinde Łęczyce (Lanz) der polnischen Woiwodschaft Pommern und gehört zum Powiat Wejherowski (Neustädter Distrikt).

Geographische Lage und Verkehr

Die Ortschaft liegt in Hinterpommern, etwa 15 Kilometer ostnordöstlich von Lauenburg in Pommern (Lębork). Durch den Ort fließt die Leba.

Der Bahnhof des Ortes liegt an der Bahnstrecke Gdańsk–Stargard.

Geschichte

Dorfstraße

Um 1784 gab es in dem Kirchdorf Groß Bozepol oder Boschpoll unter anderem zwei Vorwerke, von denen eines Golecza oder Golitz genannt wurde und auf der Feldmark lag, eine Wassermühle, drei Bauernhöfe, drei Kossäten, eine Gaststätte an der Landstraße von Lauenburg nach Danzig, »Groß-Ankerholz« genannt, und insgesamt 16 Feuerstellen (Haushaltungen). Das Dorf gehörte seinerzeit der Gutsbesitzerin Henrietta Sophia Louisa von der Goltz, geb. v. Krockow, die mit dem königlich-polnischen Generalmajor Heinrich von der Goltz verheiratet war.[1]

Seit 1874 war Groß Boschpol Verwaltungssitz des Amtsbezirks Groß Boschpol, zu dem folgende Ortschaften gehörten: 1) Gutsbezirk Paraschin, 2) Gutsbezirk Groß Boschpol, 3) Landgemeinde Groß Boschpol, 4) Gutsbezirk Klein Boschpol, 5) Landgemeinde Klein Boschpol und 6) Gutsbezirk Chmelenz.[2] Amtsvorsteher zum damaligen Zeitpunkt war der Gutspächter v. Weiher zu Groß Boschpol (Stellvertreter Rittergutsbesitzer v. Zelowski zu Paraschin).[2] Um 1912 umfasste der Amtsbezirk nur noch fünf Ortschaften, da die Landgemeinde Groß Boschpol ihre Eigenständigkeit zwischenzeitlich verloren hatte.[3] Besitzer des Guts Groß Boschpol war von 1905 bis nach 1928 Max von Weiher.[4]

Der Amtsbezirk Groß Boschpol gehörte 1945 zum Kreis Lauenburg in Pommern im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Hinterpommern zusammen mit Westpreußen und der südlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. In Groß Boschpol begann danach die Zuwanderung polnischer Zivilisten. Groß Boschpol erhielt den polnischen Ortsnamen Bożepole Wielkie. In der darauf folgenden Zeit wurden die deutschen Einwohner vertrieben.

Der Ort ist in die Gmina Łęczyce im Powiat Wejherowski in der Woiwodschaft Pommern (1975–1998 Woiwodschaft Danzig) eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Anmerkungen
1867 10 [5]
1871 5 sämtlich evangelischer Konfession[5]
1925 455 darunter 349 Evangelische und 106 Katholiken[6]
1933 361 [7]
1939 360 [7]

Persönlichkeiten, die mit dem Ort verbunden sind

Literatur

  • Ludwig Wilhelm Brüggemann Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1065, Absatz (9).
  • Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. Lauenburg i. Pom. 1912, S. 328–332.
  • Heinrich Koops: Heimatbuch Lauenburg/Pom. 1967.

Weblinks

Fußnoten

  1. Ludwig Wilhelm Brüggemann Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1065, Absatz (9).
  2. a b Extrablatt zum Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cößlin vom 16. März 1874, S. 3.
  3. Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. Lauenburg i. Pom. 1912, S. 38, Nr. 26.
  4. http://www.schlossarchiv.de/haeuser/b/BO/S/Grossboschpol.htm
  5. a b Preußisches Statistischen Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung (Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern). Berlin 1873, S. 164–165, Nr. 5.
  6. Die Gemeinde Groß Boschpol im ehemaligen Kreis Lauenburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
  7. a b Michael Rademacher: Lauenburg_p. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.

Koordinaten: 54° 34′ N, 17° 58′ O