Diskussion:Boris Pasternak

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Tod: Laut Munzinger starb Pasternak an einem Herzinfarkt und starken Magenblutungen. Außerdem wurde ein Lungenkrebs im Anfangsstadium festgestellt. Werde das im Dezember im Artikel ändern, wenn es keine Einwände gibt.--Venni 16:50, 13. Nov. 2006 (CET)


Laut FOCUS 10/2007, S. 68, ist die Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Boris Pasternak erst dadurch möglich geworden, daß die CIA eine russischsprachige Ausgabe finanzierte, da der 1957 erstmals im Ausland veröffentlichte Roman bis dahin nur in Übersetzungen vorlag. Sollte man das als Information mit einbauen?--Lector minimus 07:39, 18. Jul. 2007 (CEST)

Es sind genaugenommen auch zwei fast nicht überprüfbare Infos:
  1. CIA finanziert Übersetzung
  2. Nobelpreis wird nur verliehen, weil russische Übersetzung vorliegt
Selbst wenn (1) stimmt, halte ich die Schlußfolgerung auf (2) für eine gewagte Spekulation, die man sich nicht zu eigen machen sollte... woher hat der Focus übrigens diese Information? Aufzunehmen wären sie m.E. nur, wenn sie in Fachkreisen rezipiert würden oder aus maßgeblichen Fachkreisen stammten, und auch nur mit dem gebührenden Abstand. Im Übrigen sind soweit ich weiß auch schon Nobelpreise verliehen worden, ohne daß man das Original gelesen oder verstanden hätte (z.B. Tagore) Gibt's die Ausgabe des Focus noch irgendwo? Würde mich interessieren ,-) --elya 08:43, 18. Jul. 2007 (CEST)

Nach dem im Beitrag "Nobelpreis für Literatur" geschilderten Auswahlverfahren bin ich auch skeptisch, ob tatsächlich immer eine Ausgabe in der Originalsprache vorliegen muß. Ob sich die Jurymitglieder in der Zeit von Mai bis September/Oktober so intensiv in die Originalausgaben von 5 (im ungünstigsten Fall verschiedensprachigen) Kandidaten einlesen können?

FOCUS schreibt in dem Artikel (betitelt "Raubdruck", unter einem Porträtfoto Pasternaks mit der auch etwas reißerischen Bildunterschrift "Die CIA verhalf B. Pasternak (1890-1960) zum Nobelpreis") wörtlich: "B. P. verdankt den Nobelpreis für seinen Roman "Doktor Schiwago" (1957) dem amerik. Geheimdienst. Da das in der UdSSR verbotene Werk nur in Übersetzungen, nicht aber wie gefordert im Original gedruckt vorlag, finanzierte die CIA kurzfristig eine russischsprachige Ausgabe. Das hat der russische Journalist Iwan Tolstoi herausgefunden. Der Raubdruck habe den Sowjets im Kalten Krieg eine empfindliche Niederlage bereitet."

Ich nehme stark an, daß es Heft 10/2007 auch noch irgendwo anders als auf meinem Schreibtisch gibt :-), aber ob der Verlag noch Einzelhefte nachliefern kann (aktuell ist Nr. 29/2007), weiß ich nicht. Daß es für die Kulturpolitik der SU ein ziemlicher Affront gewesen sein muß, daß ein unerwünschtes Buch im Ausland zu so hohen Ehren kam, glaube ich gern. Vielleicht sollten sich mal Spezialisten für russische Literatur um die bibliographische Identifizierung dieser ominösen CIA-Ausgabe bemühen und mit Pasternaks Manuskript und späteren russischen Ausgaben vergleichen. Ansonsten müssen wir noch ein Jährchen warten - die 50jährige Sperrfrist für die Unterlagen des Nobelpreiskomitees zum Auswahlprozeß endet ja rein rechnerisch 2008.--Lector minimus 18:06, 18. Jul. 2007 (CEST)

klingt spannend ,-) - ich habe hier noch die Biografie von Pasternaks Geliebten Olga Iwinskaja und das Buch von György Dalö vorliegen, die die Vorfälle teils minutiös beschreiben, da schaue ich gelegentlich noch mal rein. (wobei es sicher noch seriösere oder aktuellere Literatur gibt). (ein Scan oder Foto von dem Artikel per Mail vielleicht möglich?) --elya 18:42, 18. Jul. 2007 (CEST)

Nun steht zwar direkt unter dem Fenster "Das Kopieren urheberrechtlich geschützter Werke ist verboten!", aber ich hoffe, Herr Markwort wird bei mir als treuem FOCUS-Abonnenten der ersten Stunde Gnade vor Recht ergehen lassen und mich nicht gleich vor den Kadi zerren, wenn ich das Artikelchen scanne. Wohin dürfte ich den Scan denn senden? Auf diesen Artikel bin ich eher zufällig gestoßen, weil ich jetzt bei jedem Sachverhalt, der von allgemeinem Interesse sein könnte, überlege: "Könnte das für die Wikipedia wichtig sein? Steht das dort schon?" Und aus meiner Sicht ist diese Aktion (Rückübersetzung eines Buches in die Originalsprache, damit es den Nobelpreis für Literatur erhalten kann) eher ein liebenswerter Aspekt des Kalten Krieges.--Lector minimus 21:22, 18. Jul. 2007 (CEST)