Diskussion:Marine Stewardship Council

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ohne Titel

und der eintrag stammt zufällig von einem unilever mitarbeiter.... (vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 62.178.27.163 (DiskussionBeiträge) Hydro 18:51, 24. Mai 2006 (CEST))

Und was bewegt Dich zu dieser Aussage?--GrummelMC 16:44, 5. Sep 2006 (CEST)

Verständnis

  • "Nachhaltigkeit der Fischbestände": Die Überfischung der Bestände muss vermieden werden. Mit anderen Worten: Die Fischerei darf nur so viel fischen wie auch wieder „nachwächst“. Bei überfischten Beständen muss die Fischerei nachweislich zur Erholung der Bestände führen
  1. Wie kann Fischerei zur Erholung von Fischbeständen führen? Gemeint ist wohl die __Einstellung/Aussetzung der Fischerei__.
  2. Wie soll das in internationalen Gewässern und bei wandernden Fischen überhaupt funktionieren?
    1. Analoges Beispiel: Wenn mir allein ein Stück Acker (oder der komplette Bodensee) gehört, kann ich das nachhaltig bewirtschaften, wenn dieses Stück Acker aber mehreren Personen gehört, funktioniert eine Nachhaltige Bewirtschaftung nur, wenn ALLE Benutzer mitmachen. Sobald auch nur einer nicht kooperiert funktioniert Nachhaltige Bewirtschaftung auf diesem Stück Acker nicht mehr. Und der Meeres- bzw. Ozeanboden gehört keinem Land und außerdem schwimmen die Fischis auch noch umher. Wie kann Nachhaltigkeit bei der Hochseefischerei also überhaupt funktionieren? Echinacin35 (Diskussion) 09:13, 24. Mär. 2013 (CET)
Punkt 1: erledigtErledigt.
Punkt 2: Das ist das Allmendeproblem. Hier (MSC) ist der Lösungsansatz der Druck durch Sichtbarkeit beim Konsumenten. Für weitere, ergänzende Lösungsansätze siehe z. B. Tragik der Allmende. Welcher Lösungsansatz wie weit trägt ist m. E. eine gute Ergänzung für den Artikel Nachhaltige Fischerei.
--Man (Diskussion) 12:25, 4. Mai 2013 (CEST)
Punkt 1 und 2:

Der Lösungsansatz für eine nachhaltige Fischerei kann nicht durch den Druck durch Konsumenten erfolgen. Diese könnten allenfalls einen Anreiz bieten, damit sich eine Fischerei zertifizieren lässt.

Ob sich eine Zertifizierung dann tatsächlich so auswirkt, wie der MSC es darstellt, ist nicht gesichert.
Ein Effekt für eine Schonung der Fischbestände, der einer Überfischung vorbeugt, entstünde möglicherweise dann, wenn alle Fischereien in einem Gebiet und auf einen Bestand den Fischfang "nachhaltig" betreiben würden. Das ist richtig. Es stellt sich nun aber die Frage, inwiefern, warum und ob überhaupt eine Zertifizierung einen so großen Effekt besäße. Denn: Bereits durch die, zb von der EU vorgegebenen, Fangquoten wird berücksichtigt, dass viele Fischereien in einem Gebiet auf Bestände aktiv sind. Würden die Quoten streng eingehalten, könnte eine nachhaltige Befischung möglich sein. Dies würde damit auch bedeuten, dass "nur so viel gefangen wird, wie wieder nachwächst" (um in der MSC-Speak zu bleiben). Inbesondere der Aussage des MSC, seine Zertifizierung sorge für eine "Erholung überfischter Bestände", ist ein Faktor, der bereits in der Fangquoten-Vorgaben Zb der EU berücksichtigt wird. Denn der Zustand eines Bestandes, sprich die Menge Fisch, die im Wasser ist (geschätzt wird), ist eine der Grundlagen bei der Berechnung der Quote. Dies bedeutet, dass auch ohne den MSC jede Fischerei "nur so viel fischen darf wie auch wieder „nachwächst“ und bei überfischten Beständen" ... "zur Erholung der Bestände' beitragen' muss. Denn die Vorgaben des MSC sind nicht strenger als die der EU oder anderer Länder.

Wie sieht die Realität in der Fischerei aus? Werden Quoten eingehalten? Kann man Vorgaben umgehen?

In der Realität jedoch stellt auch die Einhaltung der Quoten eine große Herausforderung in der Fischerei dar. Es gibt einige Schlupflöcher in den Vorgaben der EU. Beispiel: Durch Zukauf von Quoten anderer Nationen oder "Überzahlung" von über Quoten hinaus gefangene Fisch ist es relativ einfach für die Fischerei-Industrie, mehr zu fangen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Fischer (in all diesen Fällen ist die Rede insbesondere von der Industriellen Hochsee-Fischerei), die Vorgaben kreativ zu "umgehen". Einige Beispiele seien genannt: Umlandungen von Fisch auf hoher See, Anlandung und Umdeklarierung in Ländern, die "ein Auge zudrücken", der Fang unter unterschiedlichen Flaggen, Austausch von Netzten auf hoher See, etc. Vorgaben können also kreativ umgangen werden.

Was ist mit Kontrollen?

Die Prüfung, ob die Quoten eingehalten werden ist in Anbetracht obiger Möglichkeiten genauso wenig zuverlässig wie die Prüfung, ob die Vorgaben einer Zertifizierung erfüllt werden. Wenngleich der MSC genau wie die EU Kontrollen vorgeben, sind diese nur in sher begrenztem Rahmen möglich. Ob sie zuverlässig sind, steht auf einem anderen Blatt. Sollte eine Fischerei sich nicht an Vorgaben halten wollen, so findet sie dazu Wege, wie oben aufgezeigt wurde. Dies gilt auch für eine zertifizierte Fischerei. In der Fischindustrie gibt es nicht umsonst ein Sprichwort, das so ähnlich lautet wie: "Zeig mir einen ehrlichen Fischer, dann steht der Heiland wieder auf." Kontrollen werden somit pro zu forma Angelegenheiten.

Aspekte, die nur zertifizierten Fischereien möglich sind

Eine zertifizierte Fischerei hat mehr Möglichkeiten. So kann sie zB einen Teil des Fanges offiziell als "MSC" fischen, zeitgleich einen anderen Teil aber als nicht MSC". Umettikettierung, Verwechslungen, etc. sind somit auch - zumindest rein theoretisch - möglich. Dies stellt in der Unsicherheit der "Kontrollen" einen weiteren "blind spot" dar. Für eine Fischerei bedeutet der Verkauf als MSC die Erzielung höherer Preise.

Abschließend bleibt anzumerken

Auch in Studien kann kein eindeutiger Bezug und Nachweis erbracht werden, dass eine Erholung von Beständen ausschließlich auf die Zertifizierung einer oder mehrerer Fischereien zu attribuieren ist. Es gibt zu viele Einflussfaktoren auf die Bestandssituation neben der Fischereitätigkeit. Wassertemperatur, Wasserbeschaffenheit, Änderungen der Wanderroute von Beständen, Nahrungsangebot, etc. sind nur einige dieser Faktoren. Genauso könnte die EU Studien anfertigen lassen, die bei "intelligenter" Auswahl der Bestände (nämlich solchen mit einer positiven Entwicklung und Prognose) nachweisen, dass Fang-Quotenvorgabe positive Effekte auf Bestände haben.


--Cliffrat (Diskussion) 09:18, 25. Oktober 2013 (CEST)

Fehlende Quelle für "frühzeitige Zertifizierung"

Die ref zu "frühzeitige Zertifizierung" scheint veraltet zu sein. Es handelt sich dabei um einen Artikel aus einem Online Magazin aus dem Jahr 2008 welcher wiederum auf folgende Quellen verweist:

  • Cederquist, 2003: Andrea Cederquist, Grünes Licht für Ökofisch?, Greenpece, 3/2003, msc-stellungnahme_12-3-03.pdf:
    • Greenpeace Artikel aus dem Jahr 2003, keine Info über "frühzeitige Zertifizierung".
  • Greenpeace, 2006: Greenpeace-Redaktion, Greenpeace Position zum "Marine Stewardship Council" (MSC), PDF Dokument, 9.11.2006
    • Veraltet. Aktuelle Greenpeace Position zu MSC siehe hier
  • Kampwirth, 2008: Ralph Kampwirth, MSC-Fisch auf dem Vormarsch, WWF, Presse-Newsletter, 25. Februar 2008 [1]
    • Keine Info über "frühzeitige Zertifizierung".
  • König, 2010: Britta König, WWF begrüßt MSC Zertifizierung der Fischerei auf Tunfisch im Korallen-Dreieck, Pressemitteilung, WWF, 1.3.2010 [2]
    • Keine Info über "frühzeitige Zertifizierung".
  • MSC, 2008: Celebrating a 100 fisheries milestone, Pressemitteilung, MSC, 28.5.2008 [3]
    • Keine Kritik zu "frühzeitiger Zertifizierung", da MSC selbst.
  • Schroeren, 20008a: Michael Schroeren, Astrid Klug: Bundesumweltministerium setzt auf nachhaltige Fischerei, Kantine des Bundesumweltministeriums ökozertifiziert, Pressemitteilung Nr. 066/08, 15. April 2008 [4]
    • Kein Bezug zum Thema "frühzeitige Zertifizierung".
  • Schroeren, 208b: Michael Schroeren (verantwortlich), Engagement der Fischwirtschaft zum Schutz der Meere, Symposium zu Öko-Zertifikaten für Fischprodukte, Pressemitteilung, Bundesumweltministerium, Deutschland, 25. Februar 2008 [5]
    • Kein Bezug zum Thema "frühzeitige Zertifizierung".
  • Website MSC, 2008: Website Marine Stewardship Council, http://www.msc.org
    • Keine Kritik zu "frühzeitiger Zertifizierung", da MSC selbst.

Schlage deshalb vor, den Abschnitt mit {Quellen} zu markieren und bald mal zu entfernen, falls keine neueren Quellen nachgereicht werden.

--Juergen.fuchsberger (Diskussion) 22:51, 29. Mär. 2013 (CET)

Eine Quelle wäre Graeme Auld: The Origins and Growth of Social and Environmental Certification Programs in the Fisheries Sector. Prepared for the 11th Annual Conference of the International Society for New Institutional Economics. 2007, S. 27,33 (PDF).. Allerdings ist der Kritikpunkt m. E. identisch mit dem zu Anfang des Abschnitts genannten, dass bereits bei 60% eingehaltener Kriterien zertifiziert wird. Habe deshalb den bemängelten Absatz herausgenommen. --/ðə/ Wiki Man (Diskussion) 10:24, 5. Jul. 2013 (CEST)

Inhalte durch bezahlten Schreiber

Die letzten Überarbeitungen durch den Nutzer Haddock123, vor allem im Abschnitt „Kritik“, lassen stark vermuten, dass es sich um einen durch das Unternehmen bezahlten Autoren handelt. Der Nutzer hat jedoch bislang nicht auf seiner Nutzerseite darauf hingewiesen. Die veränderten Texte klingen jetzt teilweise wie eine Kopie der Webseiten des Unternehmens. Auffällig sind „PR-Argumentationen" einer Gegendarstellung auf Kritik, z.B. aus Pressemeldungen, wie sie auf der Website des Unternehmen zu finden sind. Die Darstellung von Sachverhalten im Artikel klingt jetzt nicht mehr neutral. Außerdem wurden Informationen abgeändert, die inhaltlich korrekt und durch Verweise im Internet belegt waren. Um den Artikel wieder neutral zu gestalten, sollte er überarbeitet werden, falls jemand Lust dazu hat. Ich nehme sprachliche Anpassungen vor und entferne ggf. typische PR Inhalte, die nicht zum Sachstand beitragen. --Cliffrat (Diskussion) 18:12, 7. Jul. 2014 (CEST)

Zertifizierung

Hallo Community! Mit dieser Bearbeitung wurden alle Informationen zur Zertifizierung von MSC gelöscht. Wir respektieren zwar, dass der von uns bereitgestellte Artikel einer genauen Prüfung unterzogen wurde, finden speziell diese Änderung aber recht weitgehend. Dem Leser wird nun nicht mehr erklärt, was "MSC" eigentlich macht.

In den einschlägigen Formatvorlagen sind Aktivitäten, Produkte, Leistungen usw. stets fester Bestandteil der Beschreibung des Artikelgegenstands. Darüber hinaus gibt es neben der Geschichte und Organisationsstruktur selbstverständlich eine öffentliche Rezeption des MSC-Gütesiegels bzw. des Zertifizierungssystems-/prozesses.

Wir regen daher an, den Abschnitt wiederherzustellen, ggf. in modifizierter Form. Wir freuen uns auf Euer Feedback. -- MSC Deutschland (Diskussion) 16:35, 21. Mai 2018 (CEST)

Abgelehnt. Wikipedia ist kein hauseigener Werbeflyer. Mit unabhängigen Quellen und stark gekürzt können wir noch mal drüber reden. --EH (Diskussion) 17:03, 22. Mai 2018 (CEST)
Hallo und danke für Dein Feedback. Hier unser Vorschlag für einen stark gekürzten Abschnitt:
== Zertifizierung ==
Der MSC-Standard wurde in Zusammenarbeit mit Experten aus Wissenschaft, Fischerei und Umweltschutz entwickelt.[1][2] Das Regelwerk umfasst einen Umweltstandard für Fischereien und einen Rückverfolgbarkeitsstandard für Unternehmen der Lieferkette sowie ergänzende Richtlinien und Dokumente.[3] Im Zentrum steht der Schutz von Fischbeständen und Meereslebensräumen.[4] Zu den wichtigsten Kriterien gehört die Vermeidung von Überfischung. Die Bestimmungen unterscheiden sich je nach Fischart, Ort und Fangmethode.[5] Die Zertifizierungen selbst erfolgen durch rechtlich selbstständige Zertifizierungsstellen.[6]
Bis 2017 waren weltweit 315 Fischereien MSC-zertifiziert. In Bewertung befanden sich 86 Fischereien.[7] Darunter befinden sich sowohl kleine lokale als auch große international tätige Fischereien.[8] Nach Angaben des MSC waren 2017 weltweit etwa 20.000 Produkte mit MSC-Siegel im Handel.[9]
  1. Ferdinand Knauss, Helmut Steuer: Fischfang: Ödnis in der Tiefe. In: Handelsblatt. 25. August 2006, abgerufen am 28. Mai 2018.
  2. Annegret Mathari: Grönlands Crevettenfischer möchten mehr, als sie dürfen. In: Neue Zürcher Zeitung. 18. November 2014, S. 26.
  3. Scheme Documents Master List. Marine Stewardship Council, abgerufen am 14. März 2018 (englisch).
  4. MSC: Ein Siegel im Check. Stiftung Warentest, 23. März 2018, abgerufen am 18. April 2018.
  5. Paula Carega: Ein Label für das gute Gewissen beim Fischessen. In: Basler Zeitung. 12. August 1998, S. 9 (bestehende Fußnote Nr. 24).
  6. Karin Schuh: Der Fisch und die Nachhaltigkeit. In: Die Presse am Sonntag. 13. Mai 2018, S. 12.
  7. Birger Nicolai: MSC-Siegel verspielt das Vertrauen. In: Die Welt. 8. Februar 2018, S. 14 (bestehende Fußnote Nr. 10).
  8. MSC: 100. Fischerei in der Zertifizierung. In: Fischmagazin. Abgerufen am 28. Mai 2018.
  9. Annual Report 2016-17. (PDF) Wild. Certified. Sustainable. Marine Stewardship Council, S. 11, 45, abgerufen am 18. April 2018 (englisch, bestehende Fußnote Nr. 48).

-- MSC Deutschland (Diskussion) 14:54, 29. Mai 2018 (CEST)

Sieht erst mal nicht so schlecht aus. Aber wer sind diese "externe Experten" und "unabhängigen Prüfer"? --EH (Diskussion) 18:43, 29. Mai 2018 (CEST)
Der erste Satz wurde umformuliert. Nun wird klar, woher die "externen Experten" stammen. (Die Formulierung stammt exakt so aus der zusätzlich angegebenen Quelle.) Die "unabhängigen Prüfer" sind rechtlich selbstständige Zertifizierungsstellen, was man so schreiben kann. Was meinst Du? Geht der Abschnitt in der Version durch? --MSC Deutschland (Diskussion) 09:09, 30. Mai 2018 (CEST)
Der neue Abschnitt wurde mit den erwähnten Modifikationen veröffentlicht. Ist das so O.K.? -- MSC Deutschland (Diskussion) 07:55, 4. Jun. 2018 (CEST)

Weblinks

Hallo EH⁴²! Diese Korrektur akzeptieren wir, sie war vielleicht tatsächlich etwas weitgehend. Über das hier möchten wir aber noch einmal mit Dir sprechen: Der Grund für die Löschung war in der Zusammenfassungszeile angegeben. Es handelt sich bei dem ursprünglich verlinkten Artikel von Spiegel Online lediglich um eine Ankündigung einer Veröffentlichung, die in einem anderen Medium erschienen ist. Gemäß des Grundsatzes "nur vom Feinsten" aus den Richtlinien für Weblinks haben wir ihn daher durch einen anderen (keineswegs positiven) Link ersetzt. Was meinst Du dazu? -- MSC Deutschland (Diskussion) 18:38, 29. Jun. 2018 (CEST)

Moin. Also ich finde in dem Artikel noch einige mehr Infos als nur die Filmankündigung (?). --EH (Diskussion) 19:33, 9. Jul. 2018 (CEST)

Absatz "Dokumentation Das Geschäft mit dem Fischsiegel – Die dunkle Seite des MSC"

In diesem Abschnitt fehlen einige Einzelnachweise. Ab "Der MSC bestritt...ff" wird keine Aussage mit Enzelnachweisen untermauert, dies betrifft insbesondere die Aussage, dass die Observer bestochen bzw. eingeschüchtert werden. Ich würde es daher begrüßen, wenn derjenige, der den Abschnitt verfasst hat, diesen mit Quellenangabe, Links usw. belegen würde, da durch die fehlenden Nachweise auch die Glaubwürdigkeit dieses Abschnitts sehr zweifelhaft ist. DanySahne85 (Diskussion) 13:08, 4. Jan. 2021 (CET)

Änderungsvorschläge des MSC-Teams

Liebe Wikipedia-Community,

es freut uns, Sie kennenzulernen. Wir sind die Online-Verantwortlichen des Marine Stewardship Council (MSC) in Deutschland. Das hier ist unser verifizierter Account.

Zunächst einmal vielen Dank für Ihre Bemühungen, Wikipedia zu dem zu machen, was es heute ist: eine Plattform für die Verbreitung objektiven Wissens und für sachlichen Austausch. Dazu möchten wir gerne unseren Beitrag leisten.

Da unser eigener Eintrag eine so lebhafte Diskussion ausgelöst hat, möchten wir gerne dabei helfen, einige Fragen zu klären.


Zum Abschnitt "Einführung":

Wir verstehen, dass Kritik am MSC in der Einführung ihren prominenten Platz erhält, auch wenn wir dabei mit den konkreten Inhalten nicht übereinstimmen. Im Interesse eines ausbalancierten Textes schlagen wir jedoch folgende Ergänzung vor:

Der positive Beitrag, den der MSC zum Schutz der Weltmeere leistet, wird regelmäßig von verschiedenen Institutionen und Verbänden gewürdigt. Dazu zählen unter anderem die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Quelle: FAO (S. 15, 70)), die Global Sustainable Seafood Initiative (Quelle: Seafoodsource), Verbraucherinitiativen und -zentralen (Quellen: Label Online, Lebensmittelklarheit und BZFE) aber auch führende deutsche Ernährungs- und Umweltpolitiker (Julia Klöckner oder Robert Habeck). Trotz der anhaltenden Kritik und der geforderten Reformen bewerten einflussreiche Umweltorganisationen wie der WWF (WWF Deutschland und WWF Österreich) oder auch die Stiftung Warentest (Quelle: Stiftung Warentest 2018, Stiftung Warentest 2021) das MSC-Siegel als die derzeit bestmögliche Alternative, um den Marktanteil nachhaltiger Fischerei zu stärken.


Zum Abschnitt "Geschichte":

Nach dem dritten Absatz zu McDonalds schlagen wir folgende Ergänzung vor:

2018 kamen in Deutschland – dem Markt mit dem weltweit höchsten Anteil an MSC-zertifiziertem Fisch – etwa 40 Prozent aller Wildfisch-Produkte aus nachhaltiger, MSC-zertifizierter Fischerei (Quelle: Umweltbundesamt). Was die globalen Fangmengen betrifft, bleibt der MSC weiterhin ein Nischenprodukt: Erst rund 15 Prozent (2019) der weltweiten Fänge kommen von kontrollierten, MSC-zertifizierten Fischereien (Quellen: Verbraucherzentrale und Vereinte Nationen, S.60).


Zum Abschnitt "Zertifizierung":

Auch hier: „Fisch aus MSC-zertifizierter Fischerei macht rund 15% der globalen Fangmengen aus.“ (Quellen: Verbraucherzentrale und Vereinte Nationen).

2020 waren weltweit 409 Fischereien MSC-zertifiziert (davon wurden 22 suspendiert). In Bewertung befanden sich 89 Fischereien. Nach Angaben des MSC waren 2020 weltweit etwa 19.000 Produkte mit MSC-Siegel im Wert von ca. 10 Milliarden US-Dollar im Handel. (Quelle)


Zum Abschnitt "Finanzen":

Als gemeinnützige Organisation verfolgt der MSC keine finanziellen Interessen und erzielt keine Gewinne (Quelle: Charity Commission of England and Wales).

Im Geschäftsjahr 2019/20 beliefen sich die Einnahmen des MSC auf rund 29,3 Millionen Pfund. Davon entfiel die überwiegende Mehrheit (80,5%) auf Lizenzgebühren von Herstellern und Handelspartnern. 14,9% stammten aus Spenden und Erbschaften. Der MSC bezieht keine Einnahmen aus dem Zertifizierungsprozess von Fischereien und Unternehmen, diese bezahlen die Zertifizierungsgesellschaften direkt für ihre Arbeit. Die Ausgaben lagen 2019/20 bei rund 26,9 Millionen Pfund. Hiervon gab der MSC 35% für Dienstleistungen und Öffentlichkeitsarbeit aus. Knapp dahinter lagen mit 34,5% die Ausgaben für Bildungsarbeit und Aufklärung. 20,4% entfielen auf die Weiterentwicklung der Zertifizierungsrichtlinien und der MSC-Standards. Die Ausgaben für die Lizenzierung des Logos und das Fundraising spielten eine untergeordnete Rolle.

Weiterhin begann der MSC im März 2020, durch den Ocean Stewardship Fund Forschungsprojekte zum Thema nachhaltige Fischerei sowie kleine Fischereien insbesondere aus dem Globalen Süden finanziell zu unterstützen. Dafür wurden 2019/20 2.5% des MSC-Budgets aufgewendet.


Zum Abschnitt "Wissenschaft":

Für den ersten Absatz schlagen wir folgende Ergänzung vor:

„Eine spätere DNA-Studie mit repräsentativer Stichprobengröße konnte jedoch zeigen, dass die Mislabeling-Rate bei MSC-zertifiziertem Fisch insgesamt bei unter 1% lag.“ (Quelle: Current Biology) „Zum Vergleich: Weltweit liegt die Mislabeling-Rate bei 30 Prozent.“ (Quelle: Science Direct). Diese Studie wäre ohne die Finanzierung durch den MSC nicht zustande gekommen.

In der vorliegenden Studie, der umfassendsten Bewertung von MSC-zertifizierten Produkten, arbeitete der MSC mit Laboren des TRACE Wildlife Forensics Network und der SASA (Science and Advice for Scottish Agriculture) Wildlife DNA Forensic Unit zusammen, um die Arten in 1402 MSC-zertifizierten Fischprodukten aus 18 Ländern mittels DNA-Barcoding zu identifizieren.

Im letzten Absatz schlagen wir vor, 100.000 Haie in ( ) ergänzen: „(zweite Zielfischart der Fischerei)“.


Zum Abschnitt "Dokumentation 'Das Geschäft mit dem Fischsiegel – Die dunkle Seite des MSC' ":

Wie wir auf unserer Website bereits angemerkt haben, gibt es in diesem Film einige Punkte, die nicht mit der Realität übereinstimmen. Im Folgenden legen wir das im Detail dar. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Film finden Sie auch hier.

Wir schlagen vor, die entsprechenden Abschnitte im Sinne einer objektiven Darstellung aus dem Text zu streichen.

Ad) Delfine als Beifang:

Die Aufnahmen stammen aus den 90ern, als es den MSC noch gar nicht gab. Danach war die Fischerei Teil eines Delfinschutzprogramms der UN, das u.a. von Greenpeace anerkannt wurde, und die Beifangzahlen sind um über 99 Prozent gesunken (Quelle: Thünen-Insitut). Heute werden Taucher eingesetzt – nicht nur “anscheinend” - und die Fischerei hat 700 Delfine Beifang. Dieser Abschnitt ist somit stark irreführend.

Ad) Observer:

Der MSC selbst entsendet keine Observer. Dass Observer bestochen sein sollen, ist nicht hinreichend belegt – nur eine anonyme Person im Film behauptet das. Die Filmemacher selbst konnten keine Informationen zur weiteren Bearbeitung des Verdachts an die zuständigen Behörden weiterleiten. Das zuständige Observer-Programm der AIDCP ist international anerkannt und wurde von der FAO prämiert (Quelle: IATTC)

Ad) Generelle Angelegenheiten:

Die Probleme mit der Drehgenehmigung und dem Interview mit einem Kapitän haben nichts mit dem MSC zu tun.

Ad) Quellen & Informationen:

Wir erachten die Quellenlage in diesem Absatz als unzureichend. Im Film selbst sind Quellen und Informationen falsch und nicht belastbar. Beispielsweise geht es über gut ein Drittel des Films um Kritik an einer Fischerei, die – anders als der Film suggeriert – nie MSC-zertifiziert war oder ist. Die Fischerei war vielmehr 2017 im Zertifizierungsprozess gescheitert. Alle Haifischaufnahmen im Film wurden bei nicht MSC-zertifizierten Fischereien gedreht. Anonyme YouTube-Videos und Informanten werden ungeprüft als Quellen genutzt.

Ad) Formulierung:

Dass der MSC Fischerei Überprüfungen und Bewertungen nicht selbst durchführt, sondern unabhängige Gutachter, kommt nicht “im Film raus”, sondern ist öffentlich bekannt und kommuniziert (MSC Webseite) und ist Best Practice bei allen anerkannten Zertifizierungsprogrammen von Bio bis Fairtrade.

Eine kritische Analyse des Films aus wissenschaftlicher Sicht finden Sie hier.


Zum Abschnitt "Dokumentation 'Seaspiracy'"

Die Dokumentation „Seaspiracy“ leistete einen unverzichtbaren Beitrag: Sie sorgte dafür, dass Überfischung in der allgemeinen Öffentlichkeit diskutiert wird. Dafür sind wir dankbar.

Gleichzeitig gibt es ein paar Punkte bezüglich des MSC, die wir gern richtigstellen möchten. Wir verstehen, dass es bei diesem komplexen Thema zu Verwechslungen kommen kann. Im Sinne einer objektiven Darstellung schlagen wir vor, die eindeutig unrichtigen Passagen herauszunehmen. In Seaspiracy geht es beim Thema Delfine gar nicht um den MSC, sondern um ein anderes Siegel: Das Dolphin Safe Siegel des Earth Island Institutes.

Zum Thema “Antrag auf Erteilung des Siegels” wären folgende Punkte zu ergänzen:

- Beim Zertifikat handelt es sich nicht um einen „Antrag“, den man stellt und der angenommen oder abgelehnt wird, sondern um ein umfangreiches Prüfverfahren (Quelle: Stiftung Warentest u.a.), das man besteht oder nicht.

- Mehr als 50 Prozent der interessierten Fischereien fallen bei den Vorprüfungen durch. Viele Fischereien werden auch suspendiert (z.B. Hering, Makrele, Kabeljau…./ Quellen: ZEIT Online, Süddeutsche Zeitung, Die Welt, fischmagazin)).

- Außerdem wie oben: MSC erzielt zum einen generell keine Gewinne und zum anderen keine Einnahmen aus der Siegelvergabe. Die Einnahmen des MSC kommen ausnahmslos aus Spenden und „Logolizenzgebühren“ – also aus Gebühren, die Hersteller oder Supermärkte bezahlen, wenn sie mit dem Siegel werben. Ein Großteil der Fänge von MSC-zertifizierten Fischereien wird aber tatsächlich gar nicht mit dem Siegel beworben – daher erzielt der MSC auch keine Einnahmen daraus.


Das wären unsere Änderungsvorschläge.

Wir stehen gerne bereit, etwaige Fragen diesbezüglich zu beantworten, und freuen uns auf einen sachlichen Austausch.


Mit freundlichen Grüßen,

Das MSC Online-Team


Weitere Weblinks

--MSC DE (Diskussion) 10:32, 2. Nov. 2021 (CET)

Danke für Euren Beitrag.
Ich habe die Änderungen einmal grob auf deren Plausibilität durchgesehen, teilweise kommentiert und einige Änderungen vorgenommen.
Bitte schaut das selber noch einmal durch und gebt hier gerne eine Rückmeldung.
Kai Kemmann (Diskussion) - Verbessern statt löschen - 11:57, 24. Nov. 2021 (CET)
Sehr geehrter Herr Kemmann,
vielen Dank für Ihre Bearbeitung und die Kommentare. Folgend finden Sie unsere Antworten mitsamt Vorschlägen für eine Endfassung.
____________________________________
Abschnitt "Einführung":
- Ihr Kommentar: „Die Quellen wären noch zu prüfen und die Formulierung evtl. neutraler zu gestalten.“
Zu den Quellen: Brauchen Sie da noch etwas von uns?
Als neutralere Formulierung würden wir folgendes vorschlagen:
"Ein positiver Beitrag zu Nachhaltigkeit im Fischfang wird dem MSC von verschiedenen Institutionen und Verbänden bescheinigt. Dazu zählen unter anderem die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Quelle: FAO (S. 15, 70)), die Global Sustainable Seafood Initiative (Quelle: Seafoodsource), Verbraucherinitiativen und -zentralen (Quellen: Label Online, Lebensmittelklarheit und BZFE) aber auch deutsche Ernährungs- und Umweltpolitiker (Julia Klöckner oder Robert Habeck)."
Abschnitt "Finanzen":
- Wir würden hier noch folgende Ergänzung vorschlagen, unterstrichen:
Als gemeinnützige Organisation ist der MSC verpflichtet, sämtliche Einnahmen in sein Programm zu reinvestieren. Im Geschäftsjahr 2019/20 beliefen sich die Einnahmen des MSC auf rund 29,3 Millionen Pfund. Davon entfiel die überwiegende Mehrheit (80,5 %) auf Lizenzgebühren von Herstellern und Handelspartnern. 14,9 % stammten aus Spenden und Erbschaften. Der MSC bezieht keine Einnahmen aus dem Zertifizierungsprozess von Fischereien und Unternehmen, diese bezahlen die Zertifizierungsgesellschaften direkt für ihre Arbeit. Die Ausgaben lagen 2019/20 bei rund 26,9 Millionen Pfund. Hiervon gab der MSC 35 % für Dienstleistungen und Öffentlichkeitsarbeit aus. Knapp dahinter lagen mit 34,5 % die Ausgaben für Bildungsarbeit und Aufklärung. 20,4 % entfielen auf die Weiterentwicklung der Zertifizierungsrichtlinien und der MSC-Standards. Die Ausgaben für die Lizenzierung des Logos und das Fundraising spielten eine untergeordnete Rolle.
Weiterhin begann der MSC im März 2020, durch den Ocean Stewardship Fund Forschungsprojekte zum Thema nachhaltige Fischerei sowie kleine Fischereien insbesondere aus dem Globalen Süden finanziell zu unterstützen. Dafür wurden 2019/20 insgesamt 2,5 % des MSC-Budgets aufgewendet.
Abschnitt „Dokumentation 'Das Geschäft mit dem Fischsiegel – Die dunkle Seite des MSC' ":
- In Ihrem Kommentar baten Sie um einen Nachweis, dass das 1997er-Amateurvideo tatsächlich vor Gründung des MSC gedreht wurde. Diesen liefern wir gerne:
Dass Entstehungsdatum dieser Videobilder wird in „Das Geschäft mit dem Fischsiegel“ selbst genannt. Dass der MSC erst im November 1997 gegründet wurde, steht u.a. hier
Außerdem: Erst im Jahr 2000 wurde die weltweit erste Fischerei MSC-zertifiziert. Erst ab November 1997 musste zunächst zusammen mit über 200 Wissenschaftler*innen und Expert*innen nur der MSC-Umweltstandard (der Kriterienkatalog für eine nachhaltige Fischerei) erarbeitet, bevor dann drei Jahre später (2000) die erste Fischerei nach diesem Standard zertifiziert werden konnte, wie hier nachzulesen ist.
Um das im Text nochmal zu verdeutlichen, schlagen wir folgende Ergänzung vor, unterstrichen:
(..) Allerdings stammen einige Aufnahmen aus 1997, bevor es den MSC überhaupt gab (gegründet wurde er im selben Jahr, 2000 wurde die erste Fischerei zertifiziert). Danach war die Fischerei (..)
- Ihr Kommentar zu unserem Absatz bzgl. des Delfinschutzprogramms der UN: „Die Aussagen wären noch zu prüfen“.
Dazu liefern wir gern die Quellen:
In diesem Artikel finden Sie folgenden Absatz: „Die Fischerei ist nach und nach verschiedene Verpflichtungen und Vereinbarungen eingegangen, u.a. ein strenges internationales Delfinschutzprogramm (Agreement on the International Dolphin Conservation Program/ AIDCP), welches auch von Umweltorganisationen wie Greenpeace und dem WWF unterstützt wird und von der UN-Welternährungsorganisation FAO nicht nur für seinen Erfolg beim Schutz der Thunfischbestände, sondern auch der mit dem Thunfisch assoziierten Delfine ausgezeichnet wurde“ (Anm: 2005 mit der Margarita-Lizarraga-Medaille)
- Ihr Kommentar zu unserem Satz, in dem wir darlegten, dass die Filmemacher keine Informationen zur weiteren Bearbeitung des Verdachts an die zuständigen Behörden weiterleiteten: „Dies sollte möglichst noch konkretisiert und belegt werden.“
Dazu können wir aus internen Prozessen berichten: Der MSC hatte die Filmemacher gebeten, den Behörden oder dem AIDCP Informationen zum Bestechungsverdacht weiterzuleiten, damit diese dem hätten nachgehen können. Wir haben auf diese Bitte keine Antwort von den Filmemachern erhalten und gehen davon aus, dass keine Informationen weitergeleitet wurden. Andernfalls hätten die Behörden auch uns vermutlich kontaktiert. Ob der Grund für die ausgebliebene Information der Behörden ein Mangel an belastbaren Informationen war, oder aber ein anderer, können wir nicht beurteilen.  
Wir schlagen folgende klärende Ergänzung vor, unterstrichen:
(..) Nur ein Gespräch mit dem Kapitän ist möglich, in dem allerdings keine kritischen Fragen zugelassen werden. Der MSC bat die Filmemacher, den Behörden oder dem AIDCP Informationen zum Bestechungsverdacht weiterzuleiten, erhielt darauf aber keine Antwort und wurden auch von den Behörden nicht kontaktiert.
- Ihr Kommentar zu unserem Absatz bzgl. des AIDCP-Observer-Programms: „Auf welches Programm und welchen Zeitraum bezieht sich die Aussage? Was ist der AIDCP?
AIDCP ist das Agreement on the International Dolphin Conservation Program, es wurde 2005 von der UN/FAO mit der Margarita-Lizarraga-Medaille ausgezeichnet. Hier eine Quelle dazu. Näheres zum Zeitraum können Sie diesem Faktenblatt entnehmen.
Die Aussage des MSC-Leiters bezieht sich darauf, dass die unabhängigen Fischereigutachter das Thema „Bedrohung oder Bestechung“ im Rahmen der jährlichen Fischereikontrollen mit überprüfen. Darüber hinaus hätten die Gutachter*innen jedoch bei Vorlage eines konkreten Verdachtsfalls (-> siehe vorheriger Punkt: Die Bitte an die Filmemacher*innen, Informationen zum Verdachtsfall weiterzuleiten), eine unangekündigte sofortige Fischereiüberprüfung durchführen können.
Sofern dies Klarheit schaffen konnte, würden wir dafür plädieren, diese Absätze wieder in den Text einzugliedern, zusätzlich zu oben angebrachten Klärung bzgl. der Filmemacher - wie folgt, unterstrichen:
Nur ein Gespräch mit dem Kapitän ist möglich, in dem allerdings keine kritischen Fragen zugelassen werden. Der MSC bat die Filmemacher, den Behörden oder dem AIDCP Informationen zum Bestechungsverdacht weiterzuleiten, erhielt darauf aber keine Antwort und wurden auch von den Behörden nicht kontaktiert. Das zuständige Observer-Programm der AIDCP ist international anerkannt und wurde von der FAO prämiert. Auf die Missstände angesprochen, antwortet der MSC-Chef, dass es sich um Einzelfälle handele und dass das Prüfunternehmen bei Bedenken eine sofortige Überprüfung durchführen könnte.
Zusätzlich würden wir gerne das Ende des zweiten Absatzes ändern:
Als in einem Hafen einer Fischereifabrik vom "Thunfischkönig" Antonio Suarez in Manzanillo, für den eine Drehgenehmigung vorliegt, vom Interviewteam versucht wird, mit der Besatzung oder dem vermeintlich unabhängigen Observer zu sprechen, wird beides dies vom Unternehmen verweigert. Nur ein Gespräch mit dem Kapitän ist möglich, in dem allerdings keine kritischen Fragen zugelassen werden. Der MSC bat die Filmemacher (..)
Dafür sehen wir zwei Gründe:
1) Der Begriff "vermeintlich" ist in unseren Augen nicht objektiv
2) Es obliegt nicht dem Unternehmen, Interviews mit den Beobachter*innen zuzulassen oder zu verbieten…. Interviews mit den Beobachter*innen hätten bei der zuständigen Behörde angefragt werden müssen, bei denen die Beobachter*innen angestellt sind. Jede*r Beobachter*in darf nur einmal bei ein und derselben Fischerei eingesetzt werden, um Korruption vorzubeugen . Die Fischerei hat also keine Zugriff auf die Interviewrechte der Beobachter*innen.
Abschnitt „Dokumentation ‚Seaspiracy‘ “
- Die ersten vier Sätze dieses Absatzes sowie die darin behandelten Sachverhalte handeln nicht vom MSC. Wir sehen nicht, wieso sie für den Artikel relevant sind, und fürchten, hier könnte eine falsche Assoziation entstehen. Daher schlagen wir vor, sie zu löschen. Und: Der Satz „Man vertraue dabei auf die Angaben der Kapitäne“ gilt gerade nicht für die MSC-zertifizierten Thunfischfischereien, denn diese haben (in Mexiko, aber auch in anderen Regionen) i.d.R. eine 100%-ige Observer-Coverage, d.h. bei jeder Fangfahrt ist ein*e Beobachter*in an Bord, um den Delfinbeifang zu melden, eben gerade nicht die Kapitäne.
Wir schlagen daher folgende Endversion vor, mit einer unterstrichenen Änderung:
Der Produzent des Dokumentarfilms stellt die These auf, dass ein Antrag auf Erteilung des MSC-Siegels so gut wie nie abgelehnt würde, was dafür spreche, dass es der Organisation vor allem um die Einnahmen für die Vergabe des Siegels ginge. Nach Angaben des MSC fallen hingegen jährlich mehr als 50 Prozent der interessierten Fischereien bei den Vorprüfungen durch und viele Fischereien würden suspendiert, sobald sie die Kriterien nicht mehr erfüllen.
Abschnitt "Sonstiges":
(Wir beziehen uns auf zwei Absätze, die wir irrtümlich im Abschnitt "Kritik: Wissenschaft" platziert hatten, aber eigentlich hierher gehört hätten - das haben wir bereits im Artikel abgeändert, mit entsprechender Erläuterung)
- Bei beiden Absätzen fragen Sie, auf welche Studien sich die Aussagen beriefen. In beiden Fällen war es dies (aktuelle Quellennummer "99", vorher "72"):
Jaco Barendse, Alison Roel, Catherine Longo, Laura Andriessen, Lucy M. I. Webster: DNA barcoding validates species labelling of certified seafood. In: Current Biology. Band 29, Nr. 6, 18. März 2019, ISSN 0960-9822, S. R198–R199, doi:10.1016/j.cub.2019.02.014, PMID 30889387.
Weitere Quellen sind uns nicht bekannt.
____________________________________
Wir hoffen, damit Klarheit geschaffen zu haben, und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
MSC --MSC DE (Diskussion) 10:50, 8. Dez. 2021 (CET)


Ich bedanke mich ebenfalls für Eure Antwort.
Abschnitt "Einführung":
Ihr schreibt: Als neutralere Formulierung würden wir folgendes vorschlagen: "Ein positiver Beitrag zu Nachhaltigkeit im Fischfang wird dem MSC von verschiedenen Institutionen und Verbänden bescheinigt. Dazu zählen unter anderem die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Quelle: FAO (S. 15, 70)), die Global Sustainable Seafood Initiative (Quelle: Seafoodsource), Verbraucherinitiativen und -zentralen (Quellen: Label Online, Lebensmittelklarheit und BZFE) aber auch deutsche Ernährungs- und Umweltpolitiker (Julia Klöckner oder Robert Habeck)."
Ich finde diese Aussage zu pauschal. Dass der MSC einen "positiven Beitrag zu .. irgendetwas" leistet, ist doch eine Allgemeinplatz und klingt nach Werbeprospekt. Wenn die genannten Personen und Institutionen konkrete Merkmale oder Tätigkeiten des MSC herausstellen, so wäre es vielleicht besser, diese kurz zu benennen. Ganz persönlich fände ich ja Robert Habecks Stellungnahme interessant. Habt Ihr dazu eine Quelle?
Abschnitt "Finanzen":
Ihr schreibt: - Wir würden hier noch folgende Ergänzung vorschlagen, unterstrichen: Als gemeinnützige Organisation ist der MSC verpflichtet, sämtliche Einnahmen in sein Programm zu reinvestieren. Im Geschäftsjahr 2019/20 beliefen sich die Einnahmen des MSC auf rund 29,3 Millionen Pfund. Davon entfiel die überwiegende Mehrheit (80,5 %) auf Lizenzgebühren von Herstellern und Handelspartnern. 14,9 % stammten aus Spenden und Erbschaften. Der MSC bezieht keine Einnahmen aus dem Zertifizierungsprozess von Fischereien und Unternehmen, diese bezahlen die Zertifizierungsgesellschaften direkt für ihre Arbeit. Die Ausgaben lagen 2019/20 bei rund 26,9 Millionen Pfund. Hiervon gab der MSC 35 % für Dienstleistungen und Öffentlichkeitsarbeit aus. Knapp dahinter lagen mit 34,5 % die Ausgaben für Bildungsarbeit und Aufklärung. 20,4 % entfielen auf die Weiterentwicklung der Zertifizierungsrichtlinien und der MSC-Standards. Die Ausgaben für die Lizenzierung des Logos und das Fundraising spielten eine untergeordnete Rolle. Weiterhin begann der MSC im März 2020, durch den Ocean Stewardship Fund Forschungsprojekte zum Thema nachhaltige Fischerei sowie kleine Fischereien insbesondere aus dem Globalen Süden finanziell zu unterstützen. Dafür wurden 2019/20 insgesamt 2,5 % des MSC-Budgets aufgewendet.
Auch diesen Satz finde ich zu pauschal, denn man müßte sich schon sehr detailliert in Eure Bilanzen und den zugrundeliegenden Rechtsrahmen einarbeiten, um herauszufinden, welche Relevanz diese Aussage tatsächlich hat.
Abschnitt „Dokumentation 'Das Geschäft mit dem Fischsiegel – Die dunkle Seite des MSC' ":
Ihr schreibt: - In Ihrem Kommentar baten Sie um einen Nachweis, dass das 1997er-Amateurvideo tatsächlich vor Gründung des MSC gedreht wurde. Diesen liefern wir gerne: Dass Entstehungsdatum dieser Videobilder wird in „Das Geschäft mit dem Fischsiegel“ selbst genannt. Dass der MSC erst im November 1997 gegründet wurde, steht u.a. hier. Außerdem: Erst im Jahr 2000 wurde die weltweit erste Fischerei MSC-zertifiziert. Erst ab November 1997 musste zunächst zusammen mit über 200 Wissenschaftler*innen und Expert*innen nur der MSC-Umweltstandard (der Kriterienkatalog für eine nachhaltige Fischerei) erarbeitet, bevor dann drei Jahre später (2000) die erste Fischerei nach diesem Standard zertifiziert werden konnte, wie hier nachzulesen ist. Um das im Text nochmal zu verdeutlichen, schlagen wir folgende Ergänzung vor, unterstrichen: (..) Allerdings stammen einige Aufnahmen aus 1997, bevor es den MSC überhaupt gab (gegründet wurde er im selben Jahr, 2000 wurde die erste Fischerei zertifiziert). Danach war die Fischerei (..)
Ich habe dies sinngemäß in den Artikeltext übernommen. Ist die Formulierung in Ordnung?
Ihr schreibt: - Ihr Kommentar zu unserem Absatz bzgl. des Delfinschutzprogramms der UN: „Die Aussagen wären noch zu prüfen“. Dazu liefern wir gern die Quellen: In diesem Artikel finden Sie folgenden Absatz: „Die Fischerei ist nach und nach verschiedene Verpflichtungen und Vereinbarungen eingegangen, u.a. ein strenges internationales Delfinschutzprogramm (Agreement on the International Dolphin Conservation Program/ AIDCP), welches auch von Umweltorganisationen wie Greenpeace und dem WWF unterstützt wird und von der UN-Welternährungsorganisation FAO nicht nur für seinen Erfolg beim Schutz der Thunfischbestände, sondern auch der mit dem Thunfisch assoziierten Delfine ausgezeichnet wurde“ (Anm: 2005 mit der Margarita-Lizarraga-Medaille)
Ich kann bei dieser Aussage nicht feststellen, welche Rolle der MSC dabei gespielt hat. Unten auf der genannten Webseite wird zudem auf die Stellungnahme der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V. (GRD) verwiesen, die unter anderem besagt, dass der WWF offenbar nicht zufrieden mit den Kriterien des MSC ist.
Ihr schreibt: - Ihr Kommentar zu unserem Satz, in dem wir darlegten, dass die Filmemacher keine Informationen zur weiteren Bearbeitung des Verdachts an die zuständigen Behörden weiterleiteten: „Dies sollte möglichst noch konkretisiert und belegt werden.“ Dazu können wir aus internen Prozessen berichten: Der MSC hatte die Filmemacher gebeten, den Behörden oder dem AIDCP Informationen zum Bestechungsverdacht weiterzuleiten, damit diese dem hätten nachgehen können. Wir haben auf diese Bitte keine Antwort von den Filmemachern erhalten und gehen davon aus, dass keine Informationen weitergeleitet wurden. Andernfalls hätten die Behörden auch uns vermutlich kontaktiert. Ob der Grund für die ausgebliebene Information der Behörden ein Mangel an belastbaren Informationen war, oder aber ein anderer, können wir nicht beurteilen. Wir schlagen folgende klärende Ergänzung vor, unterstrichen: (..) Nur ein Gespräch mit dem Kapitän ist möglich, in dem allerdings keine kritischen Fragen zugelassen werden. Der MSC bat die Filmemacher, den Behörden oder dem AIDCP Informationen zum Bestechungsverdacht weiterzuleiten, erhielt darauf aber keine Antwort und wurden auch von den Behörden nicht kontaktiert.
Das habe ich sinngemäß in den Artikel übernommen.
Ihr schreibt: - Ihr Kommentar zu unserem Absatz bzgl. des AIDCP-Observer-Programms: „Auf welches Programm und welchen Zeitraum bezieht sich die Aussage? Was ist der AIDCP?" - AIDCP ist das Agreement on the International Dolphin Conservation Program, es wurde 2005 von der UN/FAO mit der Margarita-Lizarraga-Medaille ausgezeichnet. Hier eine Quelle dazu. Näheres zum Zeitraum können Sie diesem Faktenblatt entnehmen. Die Aussage des MSC-Leiters bezieht sich darauf, dass die unabhängigen Fischereigutachter das Thema „Bedrohung oder Bestechung“ im Rahmen der jährlichen Fischereikontrollen mit überprüfen. Darüber hinaus hätten die Gutachter*innen jedoch bei Vorlage eines konkreten Verdachtsfalls (-> siehe vorheriger Punkt: Die Bitte an die Filmemacher*innen, Informationen zum Verdachtsfall weiterzuleiten), eine unangekündigte sofortige Fischereiüberprüfung durchführen können. Sofern dies Klarheit schaffen konnte, würden wir dafür plädieren, diese Absätze wieder in den Text einzugliedern, zusätzlich zu oben angebrachten Klärung bzgl. der Filmemacher - wie folgt, unterstrichen: Nur ein Gespräch mit dem Kapitän ist möglich, in dem allerdings keine kritischen Fragen zugelassen werden. Der MSC bat die Filmemacher, den Behörden oder dem AIDCP Informationen zum Bestechungsverdacht weiterzuleiten, erhielt darauf aber keine Antwort und wurden auch von den Behörden nicht kontaktiert. Das zuständige Observer-Programm der AIDCP ist international anerkannt und wurde von der FAO prämiert. Auf die Missstände angesprochen, antwortet der MSC-Chef, dass es sich um Einzelfälle handele und dass das Prüfunternehmen bei Bedenken eine sofortige Überprüfung durchführen könnte.
Ich habe einige Änderungen vorgenommen. Die Möglichkeit, eine "unangekündigte sofortige Fischereiüberprüfung" durchzuführen, halte ich in diesem Zusammenhang für so selbstverständlich, dass dies eigentlich nicht gesondert erwähnt werden braucht. Auch Eure weiteren Angaben sind mir etwas zu allgemein und ich sehe keinen informativen Mehrwert bzw. unmittelbare Notwendigkeit, sie in diesem Abschnitt des Artikels einzufügen.
Ihr schreibt: Zusätzlich würden wir gerne das Ende des zweiten Absatzes ändern: Als in einem Hafen einer Fischereifabrik vom "Thunfischkönig" Antonio Suarez in Manzanillo, für den eine Drehgenehmigung vorliegt, vom Interviewteam versucht wird, mit der Besatzung oder dem vermeintlich unabhängigen Observer zu sprechen, wird beides dies vom Unternehmen verweigert. Nur ein Gespräch mit dem Kapitän ist möglich, in dem allerdings keine kritischen Fragen zugelassen werden. Der MSC bat die Filmemacher (..) Dafür sehen wir zwei Gründe: 1) Der Begriff "vermeintlich" ist in unseren Augen nicht objektiv 2) Es obliegt nicht dem Unternehmen, Interviews mit den Beobachter*innen zuzulassen oder zu verbieten…. Interviews mit den Beobachter*innen hätten bei der zuständigen Behörde angefragt werden müssen, bei denen die Beobachter*innen angestellt sind. Jede*r Beobachter*in darf nur einmal bei ein und derselben Fischerei eingesetzt werden, um Korruption vorzubeugen . Die Fischerei hat also keine Zugriff auf die Interviewrechte der Beobachter*innen.
Ich habe diesen Abschnitt auskommentiert. Ohne den Film gesehen zu haben, mag ich da nicht weiter eingreifen. Der Abschnitt scheint mir aber ohnehin nicht wesentlich, um sich ein Bild von der im Film formulierten Kritik machen zu können.
Abschnitt „Dokumentation ‚Seaspiracy‘ “
Ihr schreibt: - Die ersten vier Sätze dieses Absatzes sowie die darin behandelten Sachverhalte handeln nicht vom MSC. Wir sehen nicht, wieso sie für den Artikel relevant sind, und fürchten, hier könnte eine falsche Assoziation entstehen. Daher schlagen wir vor, sie zu löschen. Und: Der Satz „Man vertraue dabei auf die Angaben der Kapitäne“ gilt gerade nicht für die MSC-zertifizierten Thunfischfischereien, denn diese haben (in Mexiko, aber auch in anderen Regionen) i.d.R. eine 100%-ige Observer-Coverage, d.h. bei jeder Fangfahrt ist ein*e Beobachter*in an Bord, um den Delfinbeifang zu melden, eben gerade nicht die Kapitäne. Wir schlagen daher folgende Endversion vor, mit einer unterstrichenen Änderung: Der Produzent des Dokumentarfilms stellt die These auf, dass ein Antrag auf Erteilung des MSC-Siegels so gut wie nie abgelehnt würde, was dafür spreche, dass es der Organisation vor allem um die Einnahmen für die Vergabe des Siegels ginge. Nach Angaben des MSC fallen hingegen jährlich mehr als 50 Prozent der interessierten Fischereien bei den Vorprüfungen durch und viele Fischereien würden suspendiert, sobald sie die Kriterien nicht mehr erfüllen.
Ich habe dies als 'Kommentar des MSC' in den Abschnitt übernommen.
Abschnitt "Sonstiges":
Ihr schreibt: (Wir beziehen uns auf zwei Absätze, die wir irrtümlich im Abschnitt "Kritik: Wissenschaft" platziert hatten, aber eigentlich hierher gehört hätten - das haben wir bereits im Artikel abgeändert, mit entsprechender Erläuterung) - Bei beiden Absätzen fragen Sie, auf welche Studien sich die Aussagen beriefen. In beiden Fällen war es dies (aktuelle Quellennummer "99", vorher "72"): Jaco Barendse, Alison Roel, Catherine Longo, Laura Andriessen, Lucy M. I. Webster: DNA barcoding validates species labelling of certified seafood. In: Current Biology. Band 29, Nr. 6, 18. März 2019, ISSN 0960-9822, S. R198–R199, doi:10.1016/j.cub.2019.02.014, PMID 30889387. Weitere Quellen sind uns nicht bekannt.
Danke. Ich habe versucht, das im Artikeltext zu präzisieren.
nette Grüße, Kai Kemmann (Diskussion) - Verbessern statt löschen - 04:34, 12. Dez. 2021 (CET)
Sehr geehrter Herr Kemmann,
vielen Dank für Ihre Kommentar, für Ihre Bearbeitung und allgemein für den konstruktive Austausch. Folgend unsere Antworten auf die letzten offenen Punkte.
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Abschnitt "Einführung":
Sie baten um eine Quelle zu Robert Habecks Wertschätzung für den MSC. Wir kennen zwei: Einerseits hat er als Schleswig-Holsteinischer Landwirtschaftsminister unser Siegel selbst überreicht, andererseits strich er den positiven Beitrag des MSC zum nachhaltigen Fischfang später noch einmal dezidiert heraus. Mit Blick auf Ihre anderen Anmerkungen zu diesem Absatz würden wir folgenden Text vorschlagen:
Trotz der Kritik und der geforderten Reformen bewerten Umweltorganisationen wie der WWF oder auch die Stiftung Warentest das MSC-Siegel als die derzeit bestmögliche Alternative, um den Marktanteil nachhaltiger Fischerei zu stärken. Aus der deutschen Politik äußerten sich u.a. Robert Habeck (Die Grünen) positiv über den Beitrag des MSC zum nachhaltigen Fischfang, er bezeichnete den MSC als "entscheidende Triebkraft" für die Entstehung einer auf Nachhaltigkeit abzielenden Grundordnung in der Fischerei. (Quelle 1 und 2)
Abschnitt "Finanzen":
Sie fragten nach einer soliden Grundlage für den Satz "Als gemeinnützige Organisation ist der MSC verpflichtet, sämtliche Einnahmen in sein Programm zu reinvestieren". Daher möchte ich auf die finanzrechtlichen Rahmenbedingungen für "Charitable Companies" hinweisen, da der MSC als solche registriert ist:
To be charitable, a purpose must be for the benefit of the public in general or a sufficient section of the public. (..) To be charitable, a purpose may only confer personal benefits (on individuals and other legal entities) to such extent as is incidental to the furtherance of the charitable purpose. (..) A purpose is not charitable if the benefits which it may confer on individuals (or other legal entities) are more than incidental to the furtherance of the charitable purpose. Whether this is so in any particular case is a question of degree. (Quelle)
Daraus ergibt sich: Da sich niemand an MSC-Aktivitäten persönlich bereichern darf, fließen die Einnahmen wieder in die Aktivitäten. Wir halten es daher für legitim, diesen Satz so stehen zu lassen.
Abschnitt „Dokumentation 'Das Geschäft mit dem Fischsiegel – Die dunkle Seite des MSC' ":
Schön, dass wir uns hier auf eine Formulierung einigen konnten - fast. Sie wollten unseren Vorschlag "sinngemäß" übernehmen und fragten, ob die Formulierung für uns in Ordnung sei. Tatsächlich sind wir über ein Wort gestolpert: "Allerdings stammen einige Aufnahmen aus 1997, während der MSC erst im Jahr 2000 mit der Zertifizierung von Fischereien begann." So wie wir es sehen, ist hinreichend belegt, dass sämtliche in der Dokumentation behandelte Aufnahmen aus 1997 stammen und damit aus der Zeit vor Gründung des MSC. Die Formulierung "einige" empfinden wir daher als irreführend und würden vorschlagen, das Wort einfach zu streichen.
Weiter unten gab es wohl ein Missverständnis. Sie schrieben, Sie könnten nicht feststellen, welche Rolle der MSC beim Eintritt der mexikanischen Thunfischerei in das Delfinschutzprogramm spielte. Das war aber gar nicht unser Punkt. Vielmehr wollten wir darauf verweisen, dass die Fischerei erst das MSC-Siegel bekam, nachdem (also weil) sie dem Delfinschutzprogramm beitrat und nachhaltiger fischte. Erst durch diese drastische Verbesserung kam sie für das MSC-Siegel überhaupt in Frage. Wir schlagen daher folgenden Text vor:
"Der MSC bezifferte die im Rahmen der Thunfischfischerei getötete Delfine auf 482 pro Jahr. Die mexikanische Thunfischerei erhielt das MSC-Siegel erst, nachdem sie dem Delfinschutzprogramm AIDCP beigetreten war und die Anzahl der beim Fang getöteten Delphine um 99 Prozent senkte und außerdem nachweisen konnte, dass bei 95 Prozent der Fahrten gar kein Delfin umkommt (Quelle).
Weiters schrieben Sie, die Passage zur Auszeichnung des Schutzprogramms sei Ihnen "zu allgemein", und einige Aspekte des Absatzes seien "so selbstverständlich, dass dies eigentlich nicht gesondert erwähnt werden braucht". Wir können das durchaus nachvollziehen und finden ebenfalls, dass der Text gut ohne diesen Teil auskommt.
Abschnitt „Dokumentation ‚Seaspiracy‘
Wir halten es fair eine faire Lösungen, dass hier beide Seiten zu Wort kommen. Wie gesagt, ist uns auch wichtig, dass die Missstände in der Fischerei aufgezeigt werden, denn genau dagegen wollen wir ja ankämpfen. Auch wollen wir uns der Kritik stellen, die klar an uns gerichtet wird. Gleichzeitig konnten wir unserer Ansicht nach hinreichend belegen, dass es bei von uns zertifizierten Fischereien eben doch Kontrollen gibt. Um dementsprechend zu differenzieren, welche Kritik des Films dezidiert an uns gerichtet ist und welche nicht, ohne die Kritik an sich aber abzuschwächen oder herauszunehmen, würden wir folgenden Text vorschlagen:
Die Netflix Dokumentation "Seaspiracy" zeigt Fischereien, bei denen es so gut wie keine Kontrolle darüber gibt, ob Delfine als Beifang sterben oder nicht. "Man vertraue dabei auf die Angaben der Kapitäne" so eine interviewte Person. Laut der Organisation Sea Shepherd Global, die Fischerboote beim Einholen ihrer Netze filmt, kämen viele Delfine ums Leben, ohne dass dies dokumentiert würde. Der Produzent schlussfolgert, dass Fischerei-Siegel nicht garantieren können, dass keine Delfine ums Leben kommen. Konkret zum MSC stellt er fest, dass ein Antrag auf Erteilung des Siegels so gut wie nie abgelehnt würde, was dafür spreche, dass es der Organisation vor allem um die Einnahmen für die Vergabe des Siegels ginge.
Nach Angaben des MSC träfen die Aussagen des Films nicht auf die vom MSC zertifizierten Thunfisch-Fischereien zu, da in der Regel auf jeder Fahrt ein Beobachter dabei sei.
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Soweit unsere abschließenden Punkte. Sollten Sie noch Fragen oder Anmerkungen haben, gerne!
Mit freundlichen Grüßen,
MSC --MSC DE (Diskussion) 20:18, 29. Mär. 2022 (CEST)
P.S.:
Da nach mehreren Wochen keine Reaktion auf unseren Beitrag folgte, haben wir nun im Artikel die Abschnitte "Finanzen" und "Das Geschäft mit dem Fischsiegel – Die dunkle Seite des MSC" entsprechend unseres Diskussionsbeitrags abgeändert, plus ein Halbsatz in letzterem Abschnitt, der mehr Klarheit bringen soll: "Allerdings stammen einige diese Aufnahmen aus 1997, während der MSC erst im Jahr 2000 mit der Zertifizierung von Fischereien begann die Fischerei erst 2017 erstmals einen MSC Zertifizierungsprozess durchlaufen hat und zertifiziert wurde."
Den Punkt zu Habeck haben wir vorerst so belassen, da wir hier noch warten möchten, ob es dazu andere Einschätzungen gibt.
Mit freundlichen Grüßen,
MSC --MSC DE (Diskussion) 19:22, 12. Mai 2022 (CEST)