FIAN

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FoodFirst Informations- und Action-Network
(FIAN)
Gründung 1986
Sitz In über 50 Ländern
Schwerpunkt Menschenrechtsorganisation
Website www.fian.org
FIAN-Transparent auf der Demonstration Wir haben es satt! 2013

FIAN oder FIAN International, das FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk, setzt sich als internationale Menschenrechtsorganisation dafür ein, dass alle Menschen frei von Hunger leben und sich selbst ernähren können.

FIAN kämpft für das Recht auf angemessene Ernährung auf Basis internationaler Menschenrechtsabkommen, insbesondere des Sozialpaktes. FIAN International hat Mitglieder und Sektionen in 60 Staaten Afrikas, Amerikas, Asiens und Europas. Deutschsprachige (z. T. mehrsprachige) Sektionen von FIAN International sind FIAN Deutschland, FIAN Österreich, FIAN Schweiz und FIAN Belgien.

Geschichte, Profil und Struktur

FIAN wurde 1986 in Heidelberg gegründet.[1] Die Gründungsmitglieder waren als Menschenrechtsaktivisten u. a. bei Amnesty International aktiv gewesen, zum Teil hatten sie einen entwicklungspolitischen Hintergrund. FIAN legte jedoch von Anfang an sein Hauptaugenmerk auf das Recht auf Ernährung und eine parteiischere, sozial-kämpferischere Grundausrichtung als Amnesty International.

FIAN hat mehrere Tausend Mitglieder in über 50 Ländern (Stand 2012). In vierzehn Ländern haben sich Ländersektionen gegründet und als Verein registrieren lassen – in Belgien, Brasilien, Deutschland (FIAN Deutschland), Ghana, Honduras, Indien (sowie dort in den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Karnataka, Rajasthan, Tamil Nadu, Uttar Pradesh und Westbengalen), Mexiko, Nepal, Niederlande, Norwegen, Österreich, den Philippinen, Schweden und der Schweiz. In vier weiteren Ländern bestehen Koordinationen, also im Aufbau befindliche Sektionen – in Burkina Faso, Ecuador, Kolumbien und Sambia. Als Mitgliederorganisation profitiert FIAN vielfach von Freiwilligen, die sich häufig in Lokalgruppen zusammengeschlossen haben und sich dort der Bearbeitung von Fällen von Menschenrechtsverletzungen widmen.

Oberstes Gremium ist der alle zwei Jahre zusammentretende Internationale Rat. Die Mitglieder jeder Sektion entsenden Vertreter in den Rat. Der Rat fällt die für die Gesamtorganisation wichtigsten Entscheidungen und wählt den Vorstand, Internationalen Exekutivausschuss. Das Internationale Sekretariat in Heidelberg setzt die Beschlüsse des Rats und des Vorstands um und unterstützt die Ländersektionen und -koordinationen.

FIAN hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen[2]

und ist unabhängig von politischen und konfessionellen Gruppen, Parteien, Regierungen und Ideologien.

Ziele und Arbeitsweise

FIAN setzt sich für Personen und Gruppen ein, die bei Verletzungen ihres Rechts auf Ernährung nicht stark genug sind, ihre Interessen alleine zu vertreten: Kleinbauern, Kleinpächter, Landarbeiter, Landlose, von Frauen geführte Familien. Dabei sucht die Organisation die Zusammenarbeit mit den Betroffenen.

Zu konkreten ihr bekannt gewordenen Fällen der Verletzung des Rechts auf Ernährung, z. B. Vertreibung von Bauern von dem Land, das sie benötigen, um sich zu ernähren, organisiert die Organisation Protestbriefkampagnen und appelliert öffentlich an die für die Menschenrechtsverletzungen verantwortlichen politischen Stellen. Die dazu nötige Faktensammlung und Falldokumentation gründet FIAN oft auf politische Recherchereisen an die Orte des Geschehens. Zusammen mit dem weltweiten Kleinbauernnetzwerk Via Campesina führt FIAN bereits seit mehreren Jahren eine „Weltkampagne für Agrarreformen“ durch.

Ausgehend von einer Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte kämpft FIAN für die weltweite Verwirklichung des Rechts, sich zu ernähren. Ziel ist nicht nur die politische Unterstützung für, sondern auch das „Empowerment“ von hungernden oder von Hunger bedrohten Menschen. Gemeint ist mit „Empowerment“, dass politische und rechtliche Mittel und natürlich auch die nötigen Bildungsvoraussetzungen für die selbständige Wahrnehmung der Interessen der Betroffenen geschaffen werden. FIAN betreibt dafür Lobbyarbeit bei den Vereinten Nationen, engagiert sich für die Menschenrechtsbildung und bemüht sich, Klagemöglichkeiten vor einheimischen und internationalen Gerichten herzustellen bzw. zu nutzen.

Weblinks

Quellen

  1. FIAN International: Who We Are. In: www.fian.org. Abgerufen am 19. Dezember 2016.
  2. The Human Right to Food and the Global Food Crisis: Root Causes and Responses. (PDF) Vereinte Nationen, 2008, abgerufen am 14. Januar 2017.