Fridolin Eisele

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Fridolin Eisele porträtiert von Gustav Bregenzer (1904).

Hermann Friedrich Fridolin Eisele (* 2. Mai 1837 in Sigmaringen; † 5. Februar 1920 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Rechtshistoriker und von 1867 bis zum 23. März 1872 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.

Leben

Eisele kam in Sigmaringen als Sohn des Gabriel Eisele (1801–1858) und dessen Ehefrau Walburga, geb. Raible (1817–1858) zur Welt. Er besuchte das Gymnasium in Hechingen und studierte anschließend drei Jahre katholische Theologie an der Universität Tübingen. Zum Wintersemester 1857/58 wechselte Eisele zum Studium der Rechtswissenschaften an die Universität Berlin, wo er schließlich 1866 promovierte. Aus finanziellen Gründen entschied er sich gegen eine Habilitation und für eine Anstellung als Assessor am Kreisgericht Hechingen 1867. Dort wurde er im Folgejahr zum Kreisrichter ernannt. In dieser Zeit schrieb er sein Buch „Die materielle Grundlage der Exceptio“, das er 1871 veröffentlichte. Dieses Werk erlangte schnell Bekanntheit und resultierte 1872 ohne vorangegangene Habilitation in einem Ruf an die Universität Basel. Im Herbst 1874 folgte dann ein Ruf an die Universität Freiburg, für die er bis zu seiner Emeritierung 1911 als Professor arbeitete.

Aus seiner am 8. März 1869 geschlossenen Ehe mit Elise Linnicke (1847–1898) ging als einziges Kind Johannes Gabriel Eisele hervor.[1]

Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses

Eisele wurde als einer von zwei Abgeordneten im Wahlkreis 285: Hohenzollern in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt (Hohenzollern-Hechingen gehörte zu der Zeit zu Preußen). In den ersten zwei Sessionen der zehnten Legislaturperiode gehörte er dem Rechten Zentrum an. Danach war er fraktionslos, bevor er schließlich zu den Nationalliberalen wechselte.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die materielle Grundlage der Exceptio: Eine römisch-rechtliche Untersuchung. Weidmann, 1871.

Literatur

  • Elmar Bund: Fridolin Eisele. In: Badische Biographien. S. 74–76.
  • Otto Lenel: Fridolin Eisele. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Romanistische Abteilung. Band 41, Nr. 1, 1920, S. IX–XVIII, doi:10.7767/zrgra.1920.41.1.ix.
  • Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das preussische Abgeordnetenhaus: 1867–1918. Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7.
  • Joseph Georg WolfEisele, Fridolin. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 409 (Digitalisat).
  • Frank Zeiler: Biographische Skizzen zum Lehrkörper der Freiburger Rechtsfakultät in den Jahren 1860–1918. Freiburg 2008, S. 39–44.

Einzelnachweise

  1. FamilySearch: Fridolin Eisele in entry for Johannes Gabriel Eisele, 27 Dec 1869. In: Deutschland Geburten und Taufen, 1558–1898. Abgerufen am 8. September 2019.