Gaius Petronius (Suffektkonsul 25)

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Gaius Petronius (* um 18 v. Chr. (?); † nach 29 n. Chr.) war ein römischer Politiker und wohl Suffektkonsul des Jahres 25 n. Chr. Er gehörte zur bedeutenden Familie der Petronii ohne Cognomen.

Gaius Petronius, nicht zu verwechseln mit dem oft ebenso genannten Autor des Satyricon, war möglicherweise ein jüngerer Bruder[1] des Publius Petronius, Suffektkonsul des Jahres 19, und damit wohl ein Sohn des Petronius Turpilianus. Er war vielleicht der Vater einer Petronia (Gattin des Galeo Tettienus) und möglicherweise der Adoptivvater von Gaius Petronius Pontius Nigrinus, Konsul des Jahres 37.[2]

Das einzige inschriftliche Zeugnis des Gaius Petronius besteht in einer nur bruchstückhaft erhaltenen tessera nummularia, auf der er an einem 5. September zusammen mit M. Asin[ius Agrippa] (?) als Konsul genannt ist:

n[onis] Sep[tembribus] M. Asin. C. Pet. cos.[3]

Man schließt daraus, dass Gaius Petronius im Jahr 25 n. Chr. anstelle von Cossus Cornelius Lentulus neben dem ganzjährig amtierenden ordentlichen Konsul Marcus Asinius Agrippa in das Amt eines Suffektkonsuls nachrückte.[4]

Aus dem Jahr 29 existiert ein Papyrus, der für einen Gaius Petronius und (seinen Bruder?) Publius ägyptische Besitzungen nachweist:

τὰ ἄμμινα ἐποικἰου Ποπλἰου καὶ Γαἰου Πετρωνἰων[5]

Dieser Familienbesitz, auf den weitere Papyri hindeuten,[6] geht vielleicht noch auf die Amtszeit des Großvaters Publius Petronius zurück, der in den Jahren von ca. 25 bis 21 v. Chr. Präfekt von Ägypten war.

Borghesi identifizierte Gaius Petronius mit Gaius Petronius Umbrinus,[7] der vor dem Jahr 24 als curator locorum publicorum iudicandorum in Erscheinung tritt.[8] Dies ist jedoch sehr zweifelhaft,[9] zumal in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts alle konsularischen Petronii aus dem Familienzweig der Petronii ohne Cognomen stammen.

Literatur

Anmerkungen

  1. Dass Publius älter war, geht daraus hervor, dass dieser als erster den Konsulat erreichte. Außerdem wird Publius in dem unten genannten ägyptischen Papyrus an erster Stelle genannt.
  2. Als erster Borghesi opp. III 343, so noch die PIR² P 266 und P 812.
  3. CIL 1, 766.
  4. Als erster Borghesi opp. III 343.
  5. Papyrus Rylands 2, 127, 4f.
  6. BGU 2, 650 = Wilcken, Chrestomathie 365 aus dem Jahr 46/47; SB 6, 9224 II 24 (aus dem Jahr 50/51); ein nichtedierter Papyrus im Katalog H.P. Kraus Greek Pap. Nr. 9 (Nerozeit) sh. J. Sijpesteijn in ZPE 63 (1986) 296 Anm. 3; vgl. a. BGU 2, 599 = Wilcken Chrestomathie 363. Zum P. Giss. 1, 101 vgl. G. M. Parassoglu, Imperial Estates in Roman Egypt (1978) 16 Anm. 6, der anzweifelt, dass die hier genannten Petronii die Konsuln der Jahre 19 u. 25 sind, anders Bagnall (1985) 92; vgl. PIR² P 267.
  7. Borghesi opp. III 343.
  8. CIL 6, 1266.
  9. Mommsen (1878) 106, Anm. 2; Hanslik (1938) Sp. 1199; PIR² P 266.