Global 2000

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Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000
Global-2000-Logo.svg
Rechtsform Verein
(ZVR: 593514598)
Gründung 18. September 1982
Geschäftsführung René Fischer, Agnes Zauner
Website www.global2000.at
25. April 2011: 25 Jahre Nuklearkatastrophe von Tschernobyl

GLOBAL 2000 ist eine österreichische Umweltschutzorganisation. Sie wurde 1982 in Wien gegründet und besteht mittlerweile aus den Vereinen GLOBAL 2000 Umweltschutzorganisation sowie GLOBAL 2000 Umweltforschungsinstitut (UFI) (1991 gegründet).[1]

Aufgaben und Ziele

Die Kampagnen-Schwerpunkte der Organisation liegen derzeit in den Bereichen Kernenergie, Energie, Gentechnik, Globale Erwärmung, Pestizide, Tropischer Regenwald, Verkehr und in der Erarbeitung von nachhaltigen, zukunftsfähigen Konzepten in diesen Bereichen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Projekt Tschernobylkinder, in dessen Rahmen Hilfstransporte organisiert und Gesundheits- und Sozialeinrichtungen in der Ukraine unterstützt, aber auch Erholungsaufenthalte für die Kinder durchgeführt werden.[2]

Organisation

Global 2000 ist die „größte rein österreichischen Umweltorganisation“.[3] Die Geschäftsstelle mit rund 50 bezahlten Mitarbeitern[4] ist in Berlin. Global 2000 ist Mitglied des internationalen Netzwerkes von Friends of the Earth.

Geleitet wird die Organisation von Geschäftsführerin Agnes Zauner und dem wirtschaftlichen Geschäftsführer René Fischer.[5]

Die Organisation finanziert sich überwiegend aus Spenden. Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand machen einen Anteil von unter 2 % der Einnahmen aus. 2020 konnte ein Jahresumsatz von 4 Millionen Euro erreicht werden.[6]

Geschichte

Die Organisation wurde 1982 in Wien von Menschen aus der Anti-Atomkraft-Bewegung gegründet. Der Name der Organisation geht auf die bekannte Studie Global 2000 von 1981 zurück, in der durch die Regierung der USA globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme dargestellt wurden.[4]

Neben dem Kampf gegen Atomkraftwerke in Österreich und umliegenden Ländern war das Thema Luftverschmutzung ein Schwerpunkt der ersten Jahre. Im Jahr 1987 konnte erreicht werden, dass Müllverbrennungsanlage Flötzersteig in Wien mit Rauchgaswaschanlagen ausgestattet wurde.

1997 unterstützte die Organisation das Volksbegehren „Gegen Gentechnik“ in Österreich.

Später setzte sich die Organisation auch gegen den Einsatz von Chemikalien und Pestiziden ein. Im Jahr 2011 veröffentlichte sie eine Studie, in der sie nachwies, dass in neun von zehn Babyschnullern die hormonelle wirksame Chemikalie BPA verwendet wurde. In der Folge erließ Österreich als erstes Land ein BPA-Verbot in Schnullern.

Nach einer Kampagne gegen Glyphosat darf in Österreich seit 2015 kein Glyphosat im Zuge der Vorerntebehandlungen des Brotgetreides verwendet werden.

Bis zum Verbot 2018, setzte sich die Organisation zusammen mit Imkern gegen bienenschädliche Neonicotinoide ein, welche beim Anbau von Wintergetreide eingesetzt wurden.[4]

Die seit dem 7. Jänner 2020 amtierende Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie Leonore Gewessler war in den Jahren 2014 bis 2019 Geschäftsführerin der Umweltorganisation.[7]

Aktivitäten und Projekte

Foto Quest

Zusammen mit dem Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) wird über „FotoQuest“, eine Mobile App für den Umwelt- und Klimaschutz, versucht die Allgemeinheit bei der Dokumentation der Beschaffenheit der Bodenvegetation einzubinden,[8] um auf Grundlage der dadurch erhobenen Daten weitere Erkenntnisse zum Umwelt- und Klimaschutz zu gewinnen.

Umweltpraktikum

GLOBAL 2000 ermöglicht jungen Menschen ein Praktikum, das einen Blick in das Wesen von NGOs ermöglicht. Dieses Praktikum wurde im Jahr 2011 auch von der österreichischen UNESCO-Kommission ausgezeichnet.[9]

Auszeichnungen

GLOBAL 2000 verlieh im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 monatlich von September bis November an österreichische Klimawandelleugner und -bremser einen Negativpreis. Den ersten Preis erhielt die FPÖ-Umweltsprecherin Susanne Winter, die den Klimawandel als ein „einziges mediales Lügengebäude“ bezeichnet.[10] Danach erhielt diesen Preis Christoph Leitl mit seiner Aussage:

„Etwas zu fordern, das schlicht nicht machbar ist, und die Industrie aus Europa zu vertreiben in andere Länder, wo die Anforderungen noch viel geringer sind - das bringt's ja nicht.“

Christoph Leitl

Weblinks

Einzelnachweise

  1. GLOBAL 2000 Umweltforschungsinstitut. In: www.global2000.at. Abgerufen am 21. September 2022.
  2. GLOBAL 2000: Wie das Projekt Tschernobyl-Kinder begann. (Nicht mehr online verfügbar.) 24. November 2010, archiviert vom Original am 7. August 2011; abgerufen am 4. Dezember 2011.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.global2000.at
  3. Georg Renner und Eva Winroither: Global 2000: 30 Jahre Angst vor Atom und Gen. In: DiePresse. Abgerufen am 21. September 2022.
  4. a b c Sophie Marie Unger: GLOBAL 2000: Alles, was ihr über die österreichische Umweltschutzorganisation wissen müsst. In: BuzzFeed.News Österreich. 15. Dezember 2021, abgerufen am 21. September 2022.
  5. Agnes Zauner: Neue Geschäftsführerin von GLOBAL 2000. In: businessart.at. Abgerufen am 21. September 2022.
  6. Finanzreport USO 2020. In: Jahresbericht 2020. Abgerufen am 21. September 2022.
  7. Bundesministerin Leonore Gewessler. In: bmk.gv.at. Abgerufen am 21. September 2022.
  8. FotoQuest - neue App für den Umwelt- und Klimaschutz, Webseite von Global 2000.
  9. GLOBAL 2000-Umweltkulturpraktikum durch Österreichische UNESCO-Kommission ausgezeichnet vom 29. November 2011, abgerufen am 1. Oktober 2015.
  10. Erster „Black Globe Award“ an FPÖ-Umweltsprecherin Winter in der Tiroler Tageszeitung vom 1. September 2015, abgerufen am 9. März 2020.