Hortus Malabaricus

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Umschlagblatt der ersten lateinischen Ausgabe des Hortus Malabaricus

Hortus Malabaricus (der „Garten Malabars“) ist eine umfassende Darstellung der Pflanzen und deren Eigenschaften (besonders auch als Heilpflanzen) im indischen Bundesstaat Kerala.

Geschichte

Die Recherchearbeiten für das ursprünglich auf Latein verfasste Werk dauerten fast 30 Jahre; die schrittweise Veröffentlichung erfolgte in Amsterdam zwischen 1678 und 1693.[1] Der Impetus zur Erstellung des Werks kam von Hendrik van Rheede, dem damaligen Gouverneur des holländischen Malabar. Das Buch wurde von K. S. Manilal in die Sprachen Englisch und Malayalam übersetzt und von der Universität von Kerala verlegt.[2][3]

Titelbild des 1. Bandes

Beschreibung

Der Hortus Malabaricus umfasst 12 Volumen zu je 200 Seiten und 794 Kupferstiche. Das erste Volumen wurde 1678, das letzte 1693 veröffentlicht. Das Werk gilt als die erste umfassende, gedruckte Abhandlung zur asiatischen und tropischen Flora.[4]

Das Werk beschreibt die Pflanzen der Malabarküste, damals die Küstenstriche an den Westghats von Goa bis Kanyakumari. Es berichtet in Text und Zeichnungen detailliert über die Flora von Kerala. Insgesamt werden über 742 Pflanzen und das regionale Wissen zu diesen behandelt. Weiter benutzt das Werk eine auf den Traditionen der Heiler der Region basierenden Tradition. Neben den lateinischen Namen werden die Pflanzennamen auch in anderen Sprachen angeführt, darunter Konkani, Arabisch, Englisch und Malayalam.

Das besondere, umfassende Wesen des Werks wurde von T. Whitehouse 1859 in seinen Historical Notices of Cochin on the Malabar Coast gewürdigt:[5]

Verschiedene Pflanzenarten wurden in diesem Werk als Typus definiert.[6]

Eine Seite des Vorworts, in dem der Karameliterpater Joannis Matthaei, die Brahmin-Mediziner Ranga Bhat, Vinayaka Pandit und Appu Bhat sowie der Ayurveda-Vaiya Itti Achuden erwähnt werden.

Mitarbeiter

Hendrik van Rheede hat die Erstellung des Werks angeschoben und soll persönlich stark an der Umsetzung und Organisation des Hortus Malabaricus beteiligt gewesen sein. Zum fast hundertköpfigen Team der Verfasser zählten:

Van Rheedes Unternehmen wurde weiter vom Köng von Cochin und dem herrschenden Zamorin von Kozhikode unterstützt. Die ethnomedizinischen Details wurden weitgehend von R. Bhat, V. Pandit und A. Bhat geliefert. Für diese Leistung wurden sie in Kochi mit einem Denkmal geehrt.

Professor K. S. Manilal (* 1938) hat viel Zeit darauf verwendet, den Hortus Malabaricus zu studieren, zu übersetzen und zu annotieren und hat das zuvor ausschließlich auf Latein erhältliche Werk in den Sprachen Malayalam und Englisch und damit der allgemeinen aktuellen Wissenschaft verfügbar gemacht.[7]

Weblinks

Commons: Hortus Malabaricus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hendrik van Reede tot Drakestein: Hortus Indicus Malabaricus. Continens regni Malabarici apud Indos cereberrimi onmis generis plantas rariores, Latinas, Malabaricis, Arabicis, Brachmanum charactareibus hominibusque expressas …. Johannis van Someren, Joannis van Dyck, Amsterdam 1678–1703, biodiversitylibrary.org (Latein).
  2. Malayalam version of Hortus Malabaricus. In: The Hindu. Chennai, Indien, 8. Dezember 2006, ISSN 0971-751X, (thehindu.com). Abgerufen am 7. April 2016.
  3. ‘Hortus Malabaricus’ – a feather in the varsity’s cap. In: The Hindu. Chennai, Indien, 19. Februar 2004. S. 3, (hindu.com). Abgerufen am 7. April 2016.
  4. Hortus Malabaricus/ Hendrik A. Van Rheede tot Draakestein. In: Review. Vedamsbooks.com. Archiviert vom Original am 15. April 2003. Abgerufen am 23. Dezember 2006.
  5. Reverend T. Whitehouse: Historical Notices of Cochin on the Malabar Coast. Cottayam C M Press, Kerala 1859, (archive.org).
  6. N. C. Majumdar, D. N. Guha Bakshi: A Few Linnaean Specific Names Typified by the Illustrations in Rheede’s Hortus Indicus Malabaricus. In: Taxon. Band 28, Nr. 4. 1979, S. 353–354, (JSTOR 1219745) doi:10.2307/1219745.
  7. Our first printed word. (Nicht mehr online verfügbar.) In: The Hindu. hinduonnet.com, archiviert vom Original am 27. Juni 2006; abgerufen am 7. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hinduonnet.com