Mélesville

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Mélesville, eigentlich Anne-Honoré-Joseph Duveyrier (* 13. Dezember 1787 in Paris; † 7. November 1865 in Marly-le-Roi, Département Yvelines) war ein französischer Dramatiker und Jurist.

Leben

Mélesville war ein Sohn des Schriftstellers Honoré-Nicolas-Marie Duveyrier und dessen Ehefrau Adélaïde Marie Lespardat; sein Halbbruder war Charles Duveyrier.

Mélesville studierte an der Sorbonne Rechtswissenschaften und arbeitete nach erfolgreichem Abschluss auch einige Zeit als Jurist. Bereits während seines Studiums verfasste er kleinere Werke und 1811 konnte er mit seinem Stück L'oncle rival sehr erfolgreich debütieren. Als er diesen Erfolg wiederholen konnte, gab er 1814 seinen Brotberuf auf und widmete sich nur noch der Schriftstellerei.

Mélesville starb fünf Wochen vor seinem 78. Geburtstag am 7. November 1865 in Marly-le-Roi und fand auf dem Friedhof Père Lachaise (Div. 35) seine letzte Ruhestätte.

Rezeption

Da das Verfassen von Theaterstücken nicht sehr angesehen war, publizierte aus Rücksicht auf seine Familie alle seine Werke unter seinem Pseudonym. Sein Œuvre umfasst beinahe 350 Titel und spannt den Bogen von Vaudevilles und Komödien bis hin zu ernsten Dramen und Melodramas.

Sehr viele seiner Theaterstücke entstanden in Zusammenarbeit mit Kollegen, wie Jean-François Bayard, Nicolas Brazier, Pierre Carmouche, Théophile Marion Dumersan, Léon Laya, Antoine-François Varner und Emmanuel Théaulon. Eine seiner Werke, welche er zusammen mit Charles-Gaspard Delestre-Poirson und Eugène Scribe verfasste, erschienen unter dem Kollektivpseudonym Amédée de Saint-Marc. Für die Komponisten Adolphe Adam und Daniel-François-Esprit Auber schrieb Mélesville einige Libretti.

Werke (Auswahl)

  • Le bourgmestre de Saardam ou les deux Pierre. Comédie en 3 actes. Paris 1818 (zusammen mit Jean Toussaint Merle; Musik von Nicolas Albert Schaffner; Ballett von Jean-Baptiste Blanche)[1]
  • Le confident. Vaudeville en 1 acte. Paris 1823 (zusammen mit Eugène Scribe)[2]
  • Le vieux mari. Comédie-vaudeville en deux actes. Paris 1828.[3]
  • Les memoires d'un colonel de hussards. Comédie en 1 acte. Paris 1831.[4]
  • Deux-Ânes. Vaudeville en un acte. Paris 1842 (zusammen mit Pierre Carmouche).[5]
  • Sarah, oder: Die Waise von Glencoe. Romantische Oper in 2 Akten. Musik: Wilhelm Telle, Leipzig 1845
  • Le Sopha. Conte phantastique en trois actes. Paris 1850 (zusammen mit Eugène Labiche und Charles Desnoyer).[6]
  • Le portrait vivant.
  • Elle est folle. Paris
    • Sie ist wahnsinnig. Drama in zwei Akten. Bloch, Berlin 1867.
  • Le coucher du soleil. Paris
    • Nach Sonnenuntergang. Lustspiel in einem Aufzug. Reclam, Leipzig 1880 (übersetzt von Louis Angely).
  • Le lac des fées. Paris (zusammen mit Eugène Scribe; Musik von D. E. F. Auber).
    • Der Feensee. Große romantische Oper mit Tanz in fünf Aufzügen. Mode, Berlin 1879.
  • Le secretaire et le cuisinier. Paris
    • Der Secretair und der Koch. Lustspiel in einem Aufzug. Reclam, Leipzig 1880 (Übersetzt von Carl Blum).
  • La chatte métamorphosée en femme. Paris 1828 (zusammen mit Eugène Scribe).[7]
    • Die verwandelte Katze. Liederspiel in einem Akt. Berlin 1902.
  • L'oncle rival. Vaudeville en un acte. Paris 1830.[8]
  • Der Onkel als Nebenbuhler. Lustspiel in einem Aufzug. Hayn, Berlin 1835.

Literatur

  • Heinz Kindermann: Theatergeschichte Europas, Bd. 9,2: Frankreich, Rußland England, Skandinavien. O. Müller Verlag, Salzburg 1970.
  • Louis Gustave Vapereau (Hrsg.): Dictionnaire universel des littératures. Hachette, Paris 1836, S. 687.

Einzelnachweise

  1. Uraufführung Paris, Théâtre de la Porte Saint-Martin, 2. Juli 1818. Vorlage für die Opern Il borgomastro di Saardam (Gaetano Donizetti, Neapel 1827) und Zar und Zimmermann (Albert Lortzing, 1837).
  2. Uraufführung Paris, Théâtre du Gymnase Marie Bell.
  3. Uraufführung Paris, 2. Mai 1828.
  4. Uraufführung Paris, Théâtre du Gymnase Marie Bell, 21. Februar 1822.
  5. Uraufführung Paris, Théatre du Palais Royal, 5. Februar 1842.
  6. Uraufführung Paris Théâtre du Palais Royal, 18. Juli 1850.
  7. Uraufführung Paris, Théâtre du Madame, 3. März 1827.
  8. Uraufführung, Paris Théâtre du Gymnase, 14. Dezember 1830.