Norman Sieroka

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Norman Sieroka (* 1974 in der Nähe von Worpswede) ist ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer.

Leben

Sieroka studierte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der University of Cambridge sowohl Philosophie als auch Physik und Mathematik. 1999 erhielt er in Cambridge den Master of Philosophy in Geschichte und Philosophie der Wissenschaft, 2002 in Heidelberg das Diplom in Physik.

Seine erste Promotion folgte 2004 am Institut für Theoretische Physik der Universität Heidelberg mit einer Arbeit über Neurophysiologische Aspekte der Zeitwahrnehmung, 2009 folgte eine Promotion und 2012 die Habilitation im Fach Philosophie an der ETH Zürich, wo er anschließend von 2004 bis 2019 im Departement für Geistes-, Sozial und Staatswissenschaften sowie im Departement für Physik tätig war. 2015 war Sieroka Gastprofessor für Wissenschaftsphilosophie und Geschichte der Wissenschaft an der University of Notre Dame.

Seit 2019 ist er Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Bremen.[1] Außerdem ist er Privatdozent für Philosophie an der ETH Zürich.

Forschungsschwerpunkte

Sierokas Forschungsschwerpunkte liegen in der Theoretischen Philosophie. Systematisch arbeitet er zur Philosophie der Zeit, Naturphilosophie, erkenntnistheoretischen Motiven der Einzelwissenschaften (insbesondere der Physik und der Mathematik), Philosophie des Geistes (insbesondere Phänomenologie und auditorisch-musikalische Wahrnehmung) sowie methodischen Fragen der Geschichtsschreibung von Philosophie und Einzelwissenschaft. Historisch arbeitet er zu den ionischen Denkern in der Antike, Leibniz und Spinoza in der frühen Neuzeit, Fichte und Schelling in der klassischen deutschen Philosophie sowie Edmund Husserl, Ernst Cassirer, Hermann Weyl und Alfred North Whitehead im 20. Jahrhundert.[1]

Öffentlich bekannt ist Sieroka außerdem durch Beiträge im Westdeutschen Rundfunk, Deutschlandfunk Kultur, Bayerischen Rundfunk, Saarländischen Rundfunk, Südwestrundfunk, Hessischen Rundfunk, Schweizer Radio SRF 2 und SRF 3 sowie 3sat.[1]

Publikationen (Auswahl)

Monografien

  • Norman Sieroka: Philosophie der Zeit. Grundlagen und Perspektiven. C.H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-72787-0 (128 S.).
  • Norman Sieroka: Leibniz, Husserl, and the Brain. Palgrave Macmillan, Basingstoke 2015, ISBN 978-1-349-49797-3 (englisch, 316 S.).
  • Norman Sieroka: Philosophie der Physik. Eine Einführung. C.H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66794-7 (127 S.).
  • Norman Sieroka: Umgebungen. Symbolischer Konstruktivismus im Anschluss an Hermann Weyl und Fritz Medicus. Chronos, Zürich 2010, ISBN 978-3-0340-1006-1 (416 S.).
  • Hans Günter Dosch, Volkhard Müller und Norman Sieroka: Quantum Field Theory in a Semiotic Perspective (= Schriften der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse. Nr. 17). Springer, Heidelberg 2005, ISBN 978-3-540-28211-2 (englisch, 62 S.).

Beiträge in Sammelbänden

  • Norman Sieroka: Time and Suffering. False Metaphors, (De)synchronous Times, and Internal Dynamics. In: Shyam Wuppuluri und Giancarlo Ghirardi (Hrsg.): Space, Time, and Limits of Human Understanding. Springer, Dordrecht 2017, ISBN 978-3-319-44417-8, S. 371–380 (englisch).
  • Norman Sieroka: A Post-Kantian Approach to the Constitution of Matter. In: Gertrudis van de Vijver und Boris Demarest (Hrsg.): Objectivity after Kant. Its Meaning, Its Limitations, Its Fateful Omissions. Olms, Hildesheim 2013, ISBN 978-3-487-14897-7, S. 41–55 (englisch).

Artikel in Fachzeitschriften

  • Norman Sieroka: Theoretical Construction in Physics. In: Studies in History and Philosophy of Modern Physics. Band 61, 2018, ISSN 0039-3681, S. 6–17, doi:10.1016/j.shpsb.2017.05.009 (englisch).
  • Norman Sieroka: The Bounds of Experience. Encountering Anaximander’s In(de)finite. In: Ancient Philosophy. Band 37, Nr. 2, 2017, ISSN 0740-2007, S. 243–263, doi:10.5840/ancientphil201737222 (englisch).
  • Norman Sieroka: Phänomenale Zeit, Leid und Leidvermeidung. Eine Bestandsaufnahme. In: Zeitschrift für philosophische Forschung. Band 70, Nr. 1, 2016, ISSN 0044-3301, S. 47–73.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Universität Bremen. Abgerufen am 25. Dezember 2019.