Novarka

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Novarka ist ein französisches Konsortium, das sich zum Bau einer neuen Schutzhülle („New Safe Confinement“) des Kernkraftwerk Tschernobyl gegründet hat. Mitglieder des Konsortiums sind die Unternehmen Vinci, Bouygues (beide Frankreich), Nukem (Deutschland/England), Hochtief (Deutschland) und einige ukrainische Unternehmen.

Am 8. August 2007 wurde seitens der ukrainischen Behörden bekanntgegeben, dass Novarka für einen Preis von 453 Millionen Euro den Zuschlag erhalten hat. Die Gesamtkosten für das 108 Meter hohe, 162 Meter lange und 257 Meter breite Projekt, welches ursprünglich bis Oktober 2005 fertiggestellt sein sollte, sich dann aber bis 2017 verzögerte,[1] betrugen 1,5 Milliarden Euro.[2]

Geldgeber

Ein Großteil der Gelder mit dem das Projekt "Chernobyl Shelter Fund (CSF)" finanziert wurde, stammten aus dem EU-Haushalt. Die Zahlungen der einzelnen Länder setzt sich wie folgt zusammen: USA 19,16 %, Deutschland 8,35 %, Vereinigtes Königreich 6,57 %, Ukraine 6,22 %, Japan 5,19 %, Frankreich 5,77 %, Kanada 4,82 %, Italien 4,55 %, andere Länder 12,35 %.[3]

Projektplanung

Die im Oktober 2007[4] begonnene Planung und Konstruktion der neuen Schutzhülle, die aus mehreren einzelnen Segmenten besteht, wird unter der Führung von Vinci Construction und Bouygues an drei Standorten parallel durchgeführt. In Guyancourt (Paris) arbeitet ein Team, welches für das Management und die Koordination des Projektes verantwortlich ist. In Kiew befindet sich ein ukrainisches Büro des Konsortiums, dessen Aufgabe es ist, lizenzrechtliche Planungen vorzunehmen, worunter beispielsweise Maschinen, Kräne und Entsorgungsanlagen (Solid Radwaste Management (ICSRM)) für kontaminiertes Material fallen, die auf der Baustelle zum Einsatz kommen. Darüber hinaus sind direkt vor Ort am Kraftwerk eigens errichtete Büroräume, wo man sich mit der Vorbereitung auf die Konstruktion befasst. Weiterhin wurden Risiken durch eventuelle Brände, Tornados und Erdbeben in die Planungen mit einbezogen.[5]

Aktuelle Situation

Derzeit (Stand Juli 2019) sind alle Arbeiten zur Errichtung der Schutzhülle abgeschlossen und die Schutzhülle wurde am 10. Juli von dem mit dem Bau betrauten Konsortium an den Eigentümer des Kernkraftwerkes Energoatom übergeben. Die endgültige Inbetriebnahme der auf 100 Jahre ausgelegten Konstruktion wird im Herbst 2019 erfolgen. Am 22. April wurde das "New Safe Confinement" 72 Stunden im Probebetrieb erfolgreich getestet.[6] Bei der Übergabe war neben Vertretern der Geldgeber Staaten und Bauunternehmen auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj anwesend.[7]

Weblinks

Einzelnachweise