PhilPapers

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PhilPapers
Anbieter Centre for Digital Philosophy at the University of Western Ontario
Land Kanada
Gründung 2009
Zugang Frei
Umfang
Disziplinen Philosophie
Tiefe Index und Abstracts
Formate Fachzeitschriften, Bücher, frei zugängliche Archive und persönliche Webseiten
Verbreitung Weltweit
Weblinks
Website https://philpapers.org/
Titelverzeichnis https://philpapers.org/journals

PhilPapers ist eine internationale, interaktive akademische Datenbank für Veröffentlichungen aus dem Bereich Philosophie. Es wird vom Centre for Digital Philosophy an der University of Western Ontario betrieben.[1][2] Das Projekt wurde als Open-Content-Projekt ins Leben gerufen. Seit 2014 müssen Bibliotheken, Universitäten und Forschungszentren eine jährliche Gebühr entrichten, um den Index einsehen zu können.[3] Die Datenbank bietet neben vielfältigen Recherchemöglichkeiten auch Personalisierungsfunktionen, darunter u. a. die Möglichkeit, eigene Bibliographien zu erstellen und eine E-Mail-Alert-Funktion.

Aufbau

Seit 2019 wird das Projekt von den Gründern David Bourget (Australian National University und University of London) und David Chalmers (ANU) geleitet,[4] die 33 Wissenschaftler koordinieren, die für ebenso viele Fachbereiche zuständig sind. Die Redaktion ist sowohl für die Katalogisierung als auch für die Bewertung der eingereichten Inhalte, auch von akademischen Philosophen, zuständig.[5]

Inhalte

Die Website bietet nach eigenen Angaben über 2,5 Millionen Titel,[4] die in 4500 Kategorien zusammengefasst sind.[6] Bei den Titeln handelt es sich sowohl um bibliografische Einträge mit Abstracts als auch um digitalisierte Inhalte, die gemeinfrei sind: Monografien, fortlaufende Veröffentlichungen (Zeitschriften mit ISSN-Codes),[7] Wissenschaftliche Publikationen.

Mit Stand März 2019 gibt es rund 60.000 Titel aus den Bereichen altgriechische Literatur, Lateinische Literatur, Sozialwissenschaften, Kognitionswissenschaften und Bildungswissenschaften.

Die Inhalte der Indexe und Bibliographien von PhilPapers werden von Tausenden Akademikern gepflegt, die ihre Zeit freiwillig zur Verfügung stellen. Über 600 Akademiker sind offiziell als Category Editors ernannt.[3]

Der Überprüfungsprozess bei den Artikeln von PhilPapers ist ähnlich wie bei gedruckten philosophischen Zeitschriftenartikeln und Büchern. Die Autoren wie Akademikerinnen und Akademiker der Fachrichtung Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften, sind meistens Spezialisten auf diesem Gebiet. Somit ist ein hoher Qualitätsstandard gegeben.

PhilArchive

Die Website PhilArchive.org[8] ist das Open-Content-Projekt, das mit PhilPapers verbunden ist und vollständig aus Nutzerbeiträgen besteht. Mit Stand März 2019 verfügt PhilArchive über mehr als 38.000 Titel, die in die Wissensdatenbank PhilPapers integriert und in 5400 Kategorien unterteilt sind, in denen kostenlos recherchiert werden kann.[8] In den meisten Fällen handelt es sich um Artikel, die bereits von externen, von der Website unabhängigen Zeitschriften und Verlagen ausgewählt und veröffentlicht wurden. Die Nutzer bleiben allein verantwortlich für die veröffentlichten Inhalte und besitzen das Urheberrecht an diesen, einschließlich der Möglichkeit, sie jederzeit zu entfernen. Die Anmeldung ist erforderlich, um neue Veröffentlichungen einzustellen oder zu entfernen. PhilPapers behält sich das Recht vor, die Veröffentlichung abzulehnen, solche Inhalte zu bearbeiten oder zu entfernen; eine vorherige Überprüfung und Genehmigung vor der Online-Veröffentlichung ist jedoch nicht erforderlich.

Katalogisierung

Der Autor und andere registrierte Benutzer können jeden Datensatz mit einer oder mehreren der 4500 verfügbaren Kategorien verknüpfen. Die Kategorien sind in eine Hierarchie von 5 Ebenen mit jeweils maximal zehn Elementen unterteilt und werden halbautomatisch erstellt. Die Nutzer können auch neue vorschlagen, indem sie sich an einem speziellen Diskussionsforum beteiligen.[6]

Wer verwendet PhilPapers?

PhilPapers hat derzeit 392.009 (Stand 2022) registrierte Benutzer, darunter sind mehrheitlich professionelle Philosophen und Doktoranden. Die Artikel sind auch für die Verwendung bei Forschungszwecken, dem Studium und der Weiterbildung besonders gut geeignet. Durch den hohen Qualitätsstandard der Internetdatenbank PhilPapers, wird sie auch von vielen Universitäten, verschiedenen Instituten und Firmen benutzt. PhilPapers kann man auch als Online-Forschungszentrum für Philosophie betrachten.

Finanzierung

PhilPapers erhält finanzielle Unterstützung von anderen Organisationen, darunter Anfang 2009 einen erheblichen Zuschuss des britischen Joint Information Systems Committee.[9] Das Archiv wird für seinen Umfang und seine Organisation sowie für seine regelmäßigen Aktualisierungen gelobt.[10] Neben der Archivierung von Papieren befassen sich die Herausgeber mit der Befragung akademischer Philosophen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. PhilPapers / PhilPapers with Fulltext. In: digento.de. digento – Fachhandel fuer digitale Medien, abgerufen am 20. Juni 2022.
  2. PhilPapers: Online Research in Philosophy. In: philpapers.org. 28. Januar 2019, abgerufen am 13. Juni 2022.
  3. a b Institutional subscriptions – PhilPapers. In: philpapers.org. Abgerufen am 20. Juni 2022.
  4. a b About – PhilPapers. In: philpapers.org. Abgerufen am 14. Juni 2022.
  5. David Bourget, David J. Chalmers: What do philosophers believe? In: Philosophical Studies. Band 170, Nr. 3, 2014, ISSN 0031-8116, S. 465–500, JSTOR:42920613 (englisch).
  6. a b PhilPapers Categories – PhilPapers. In: philpapers.org. Abgerufen am 17. Juni 2022.
  7. Journal archive – PhilPapers. In: philpapers.org. Abgerufen am 17. Juni 2022.
  8. a b PhilArchive: The Philosophy E-Print Archive. In: philarchive.org. Abgerufen am 17. Juni 2022.
  9. PhilPapers awarded JISC funding (Discussion) – PhilPapers. In: philpapers.org. Abgerufen am 17. Juni 2022.
  10. Darragh Byrne: Metaphysics of Mind. Oxford Bibliographies Online Research Guide. Oxford University Press, 2010, ISBN 978-0-19-980898-4, S. 4 (englisch, Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 27. August 2022]).