USS Ronald Reagan (CVN-76)

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Die Reagan in der Magellanstraße (2004)
Die Reagan in der Magellanstraße (2004)
Übersicht
Bestellung 12. August 1994
Kiellegung 12. Februar 1998
Stapellauf 10. März 2001
1. Dienstzeit Flagge
Indienststellung 12. Juli 2003
Technische Daten
Verdrängung

ca. 97.000 Standardtonnen (voll beladen)

Länge

317 Meter (Wasserlinie), 332,85 m (Flugdeck)

Breite

40,84 m (Rumpf), 76,80 m (Flugdeck)

Tiefgang

12,50 m

Besatzung

3.200 Schiffsbesatzung
+ 2.480 Flugzeugpersonal

Antrieb

2 Nuklearreaktoren, 4 Propeller

Geschwindigkeit

>30 Knoten

Bewaffnung

2 Sea-Sparrow- und 2 Rolling-Airframe-Starter

Flugzeuge

bis zu 85

Die USS Ronald Reagan (CVN-76) ist ein Flugzeugträger der United States Navy und gehört der Nimitz-Klasse an. Der „Supercarrier“ ist das neunte Schiff der Klasse und wurde nach dem US-Präsidenten Ronald Reagan benannt. Der Träger hat seinen Heimathafen in Yokosuka, Japan,[1] dem Hauptquartier der United States Seventh Fleet.

Technik

Die Länge der Reagan beträgt wie bei jedem Träger der Nimitz-Klasse 317 Meter an der Wasserlinie und 333 m über alles, die Breite 40,84 Meter am Rumpf. Voll beladen verdrängt das Schiff ca. 97.000 Standardtonnen. Auf dem Schiff arbeiten etwa 5.680 Personen, davon etwa 3.200 Besatzungsmitglieder und 2.480 Angehörige der Flugstaffel.

Besonderheiten sind der Wulstbug, den die US Navy erstmals auf der Reagan an einem Träger einsetzte, sowie eine verkleinerte Insel mit optimierter Anordnung der Antennen auf deren Dach.

Trägerflugzeuge

Die Reagan kann maximal 85 Luftfahrzeuge aufnehmen. Von Februar 2005 bis 2010 war das Geschwader Carrier Air Wing Fourteen (CVW-14) auf der Ronald Reagan stationiert. 2011 bis 2015 war das CVW-2 auf der Reagan stationiert. Durch den Wechsel nach Japan wurde im August 2015 dies durch das Geschwader CVW-5 ersetzt. Es besteht aus folgenden Staffeln:

taktische Nummer Staffel Flugzeugtyp Spitzname Radio Callsign
ab 100 VFA-102 Boeing F/A-18F Super Hornet Diamondbacks Diamond/Diamondback/Snake
ab 200 VFA-27 Boeing F/A-18E Super Hornet Royal Maces Mace
ab 300 VFA-115 Boeing F/A-18E Super Hornet Eagles Eagle/Talon
ab 400 VFA-195 Boeing F/A-18E Super Hornet Dambusters Chippy
ab 500 VAQ-141 Boeing EA-18G Growler Shadowhawks
ab 600 VAW-115 Grumman E-2C Hawkeye 2000 NP Liberty Bells Liberty
ab 610 HSC-12 Sikorsky MH-60S Seahawk Golden Falcons
ab 700 HSM-77 Sikorsky MH-60R Seahawk Sabrehawks
xx VRC-30 Det. 5 Grumman C-2A Greyhound NP Providers Password

Geschichte

CVN-76 wurde 1994 in Auftrag gegeben und 1998 bei Newport News Shipbuilding auf Kiel gelegt. Nach drei Jahren Bauzeit lief das Schiff vom Stapel und wurde auf den Namen Ronald Reagan getauft. Reagans Ehefrau Nancy war Taufpatin. Im Sommer 2003 wurde die Reagan offiziell in Dienst gestellt. Die Baukosten beliefen sich auf 4,3 Milliarden US-Dollar.[2]

Nach einer Fahrt durch die Magellanstraße wurde die Reagan in der Naval Air Station North Island in San Diego stationiert. Von dort aus brach sie Anfang 2006 zu ihrer ersten Einsatzfahrt im Rahmen des Krieges gegen den Terrorismus und des Irakkrieges in den Persischen Golf auf. Auf der Rückfahrt nahm sie am Manöver Valiant Shield teil. Bereits ein halbes Jahr nach der Rückkehr, Anfang 2007, verlegte die Ronald Reagan ein zweites Mal, diesmal in den Westpazifik. Da die USS Kitty Hawk (CV-63) überraschend ins Trockendock musste, ersetzte die Reagan sie kurzfristig.

Im Mai 2008 folgte die nächste reguläre Verlegung. Im Laufe dieser Fahrt half die Kampfgruppe den Opfern des Taifuns Fengshen auf den Philippinen und den Reisenden der gekenterten Princess of the Stars. Im September verlegte die Reagan in das Einsatzgebiet der 5. Flotte und löste dort ihr Schwesterschiff USS Abraham Lincoln (CVN-72) ab. Im Rahmen der Operation Enduring Freedom wurden mehr als 1150 Einsätze über Afghanistan geflogen.[3] Im Mai 2009 wurde die Reagan in den westlichen Pazifik verlegt. Im Sommer 2010 nahm sie an der multinationalen Übung RIMPAC teil. Zudem versorgte sie 2010 das vor der mexikanischen Küste in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff Carnival Splendor mit aus Kalifornien eingeflogenen Lebensmitteln.

Erkrankungen durch die Nuklearkatastrophe von Fukushima

Dekontamination an Deck am 22. März 2011 nach dem Einsatz in Japan

Im März 2011 wurde der Flugzeugträger vor die Küste Japans geschickt, um nach dem Tōhoku-Erdbeben im Rahmen der Operation Tomodachi für Nothilfe bereitzustehen. Am 14. März 2011 mussten drei Hubschrauberbesatzungen, die aus 17 Crewmitgliedern bestanden, dekontaminiert werden, da sie dem Kernkraftwerk Fukushima I zu nahegekommen waren, in dem mehrere Kernschmelzen stattgefunden hatten. Später wurde auch das Deck des Flugzeugträgers dekontaminiert. Ende 2013 wurde bekannt, dass seit diesem Einsatz 71 Besatzungsmitglieder schwer erkrankt sind, 51 davon an verschiedenen Krebsarten (Stand Januar 2014). Da die Nuklearkatastrophe von Fukushima als Ursache für die Erkrankungen angenommen wird, wurde von den Besatzungsmitgliedern des Flugzeugträgers eine Klage gegen das japanische Energieunternehmen und Betreiber des Kernkraftwerkes Fukushima Daiichi, Tepco, eingereicht.[4][5][6] Ausschlaggebend ist, dass sie als Angehörige der US-Marine nicht gegen die US-Regierung klagen dürfen.[7] Im Mai 2016 gaben Anwälte bekannt, dass inzwischen 7 ihrer etwa 400 Mandanten gestorben seien, unter anderem an Leukämie.[8]

Am 10. März 2021 berichtet der ORF, dass Offiziere damals Kaliumiodid-Tabletten bekommen hätten, einfache Soldaten jedoch nie. Diese wurden dennoch zu einer den Erhalt bestätigenden Unterschrift gedrängt.[9][10]

Im August 2015 löste die Ronald Reagan die USS George Washington (CVN-73) als in Japan stationierter Träger ab.

Sonstiges

Die USS Ronald Reagan hat den Spitznamen Gipper, ihr Wahlspruch lautet “Peace Through Strength” (zu Deutsch: „Friede durch Stärke“) und stammt vom Namensgeber des Schiffes. Das Schiff war der erste Flugzeugträger der amerikanischen Marine, der noch zu dessen Lebzeiten nach einem ehemaligen Präsidenten benannt wurde.[11]

Die USS Ronald Reagan ist auch in dem Film Battleship zu sehen, ebenso wie das Schlachtschiff USS Missouri (BB-63), das jetzt ein Museumsschiff ist. Die USS Ronald Reagan diente zusammen mit der USS Nimitz (CVN-68), der USS Carl Vinson (CVN-70) als Drehort und Kulissen für die fiktive USS Saratoga (CVN-88) in Godzilla (2014).

Weblinks

Commons: USS Ronald Reagan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. CNIC USS Ronald Reagan Arrives in Japan to Support Security, Stability in the Indo-Asia-Pacific Region (Engl.), Pressemeldung NNS151001-01 der U.S. Navy vom 1. Oktober 2015
  2. CVN-76 www.globalsecurity.org (Engl.), aufgerufen am 10. September 2008
  3. http://www.uscarriers.net/cvn76history.htm CVN-76 History, (englisch)
  4. 51 US-Soldaten erkranken nach Fukushima-Einsatz an Krebs. In: Focus, 7. Januar 2014. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  5. US-Soldaten nach Fukushima-Einsatz schwer erkrankt. In: Die Welt, 7. Januar 2014. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  6. Navy sailors have radiation sickness after Japan rescue. In: New York Post, 22. Dezember 2013. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  7. http://www.tagesschau.de/ausland/us-soldaten-fukushima100.html (Memento vom 9. Januar 2014 im Internet Archive)
  8. Former Prime Minister Koizumi backs U.S. sailors suing over Fukushima radiation. In: The Japan Times Online. 19. Mai 2016, ISSN 0447-5763 (japantimes.co.jp [abgerufen am 1. Januar 2017]).
  9. Schrecken ohne Ende : Die Probleme beim Stilllegen von Fukushima orf.at, 10. März 2021, abgerufen am 11. März 2021. – Eingebettet: WELTjournal +: Atom – 100 Jahre Lügen. ORF, Erstausstrahlung am 10. März 2021. Video. 11:03–14:21/46:20. 7 Tage abrufbar.
  10. WELTjournal + : Atom – 100 Jahre Lügen, https://tv.orf.at/weltjournal. Teil der Beschreibung: "Nach dem Tsunami und dem Reaktorunfall in Fukushima im März 2011 wurde der amerikanische Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" von Korea zum Hilfseinsatz nach Japan beordert. Dabei fuhr das Schiff durch die radioaktive Wolke von Fukushima. Alle 5.000 US-Soldaten an Bord wurden verstrahlt. Dutzende sind später schwer erkrankt, die meisten an Krebs, mindestens sieben sind mittlerweile verstorben. Ebenso wie die Opfer von Fukushima werfen die strahlenkranken US-Soldaten dem japanischen AKW-Betreiber Tepco vor, Informationen über das Ausmaß der Gefahr zurückgehalten zu haben. Der Vorwurf, Risiken zu verschleiern und über Gefahren zu lügen, zieht sich durch die mehr als hundertjährige Geschichte der Erforschung und Nutzung radioaktiver Energie."
  11. CNN-Meldung, 4. März 2001Ronald Reagan Commemorates Former President’s 90th Birthday (Engl.), aufgerufen am 24. Januar 2008