XV. Armeekorps (Wehrmacht)

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Das Generalkommando XV. Armeekorps (mot.) war ein deutsches Armeekorps der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Das Korps kam erst 1939 in Polen und 1940 im Westfeldzug zum Einsatz.

Geschichte

Das XV. Armeekorps (mot.) wurde am 10. Oktober 1938 in Jena im Wehrkreis IX gegründet.

Zu Beginn des Überfalls auf Polen stand das Korps unter dem Kommando der 10. Armee und hatte die 2. und 3. Leichte Division unterstellt. Am 1. September 1939 rückte das Korps in Richtung Warta vor, innerhalb weniger Tage waren die polnischen Verteidigungsstellungen entlang des Flusses durchbrochen, der Fluss wurde südlich von Tschenstochau überquert. Zusammen mit dem IV. Armeekorps wurde die polnische 7. Division umzingelt, die am 4. September kapitulieren musste. Dann ging es Richtung Radom, das am 8. September erreicht wurde. Am nächsten Tag wurden die Weichselbrücken bei Dęblin und Kozienice erreicht und der Kessel bei Radom geschlossen. In weiteren Kämpfen, die bis zum 13. September dauerten, wurden fünf polnische Infanteriedivisionen und eine Kavalleriebrigade zerschlagen. Das Korps rückte dann am 17. September nach Błonie vor, um die Verbindung zwischen Modlin und Warschau zu unterbrechen. Am 29. September kapitulierte Modlin und damit war der Überfall auf Polen für das Korps beendet. Mitte Oktober 1939 wurde das Korps zur Auffrischung in die Heimat und ab dem 25. Oktober an den Niederrhein verlegt und im Raum Aachen konzentriert.

Zu Beginn des Feldzuges im Westen am 10. Mai 1940, bestand das Korps aus der 62. Infanterie-Division und die 5. Panzer-Division. Am folgenden Tag wurde auch die 7. Panzer-Division unterstellt. Die Aufgabe des im Rahmen der 4. Armee operierenden Korps war es, die rechte Flanke der Panzergruppe Kleist beim Durchmarsch der Ardennen zu decken. Am 13. Mai überquerten die Panzer die Maas bei Houx und Dinant. Am 15. Mai entbrannte ein Panzergefecht bei Flavion, danach brach die 7. Panzer-Division (Generalmajor Rommel) nach Arras durch. Hier wurde die Division am 21. Mai in der Schlacht von Arras von einem starken britischen Gegenangriff getroffen. Inzwischen hatte auch die 5. Panzer-Division (Generalleutnant Hartlieb) den Raum östlich von Cambrai erreicht. Aufgrund von Hitlers "Haltebefehl" hielt sich das Korps am 24. Mai am Canal de Neuffossé auf. Das Korps nahm dann an der Schlacht von Dünkirchen teil. Das Korps wurde zwischen dem 19. und 30. Mai als Gruppe Hoth bezeichnet. Während der zweiten Phase des Feldzuges (Fall Rot), wurde das Korps am westlichsten Teil der Somme-Front eingesetzt. Das Korps hatte jetzt die 5. und 7. Panzer-Division und die 2. motorisierte Division unterstellt. Mit diesen Divisionen rückte das Korps ab dem 5. Juni nach Süden vor. Bereits am 9. Juni wurde Rouen mit beiden Panzerdivisionen erreicht. Dann wandte sich die Truppen nach Westen, die alliierten Truppen wurden entlang der Küste abgeschnitten. Am 16. Juni wurde Dreux erreicht und dann ging es Richtung Rennes. Die 7. Panzer-Division konnte Cherbourg mit seinem Hafen bis zum Abend des 18. Juni einnehmen. Die anderen Teile des Korps hatten inzwischen Rennes erreicht. Zwei Tage später nehmen die unterstellten Einheiten Nantes ein, einschließlich der unbeschädigten Loire-Brücken. Am 22. Juni rückte die 7. Panzer-Division in Saint-Malo ein, während die 5. Panzer-Division Brest besetzte. Am 25. Juni erreichte das Korps die Linie RoyanSaintes. Damit war der Westfeldzug für das Korps beendet. Im Juli konzentrierte das Korps im Raum Pithiviers. Am 2. November wurde der Korpsstab nach Fontainebleau verlegt.

Das XV. Armeekorps wurde am 16. November 1940 in Fontainebleau (Frankreich) in die Panzergruppe 3 umgewandelt.

Kommandeure

Literatur

  • Alistar Horne: Der Frankreichfeldzug, Wilhelm Heyne Verlag, München 1981, S. 185, 213–222, f.
  • Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945, Frankfurt/Main und Osnabrück 1966.
  • Major L. F. Ellis: "The Counter-Attack at Arras" aus J. R. M. Butler: The War in France and Flanders 1939–1940, Naval & Military Press 2004.