Zapfensteiger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zapfenpflücker oder -steiger (1983)

Der Beruf des Zapfensteigers ist ein ehemaliger Ausbildungsberuf. 2011 gab es noch etwa hundert Zapfensteiger in Deutschland, die zum Beispiel an der Staatsklenge Nagold in Baden-Württemberg in einem kostenpflichtigen, einwöchigen Lehrgang ausgebildet werden. Alle zwei Jahre muss eine Gesundheitsunbedenklichkeitsbescheinigung erneuert werden.[1]

Die Aufgabe des Zapfensteigers besteht darin, zur Fruchtreife Koniferen mit einer bestimmten Technik bis in die Kronen zu besteigen und Früchte zur Saatgewinnung einzusammeln.

Die Zapfensteiger verwenden Steigeisen, Sicherungsgeschirr und nutzen spezielle Seilklettertechniken, um an das wertvolle Saatgut zu gelangen. Bei der Arbeit werden sie durch ein Halteseil gesichert. Mit einer teleskopartig verlängerten Zange pflücken sie Zapfen von den Zweigen und sammeln sie in einem Sack. Die nicht voll ausgereiften Zapfen werden bis zur vollen Reife der Samen in speziellen Darren nachgetrocknet. Mit Hilfe dieser Technik wird eine Ernte von hoher Qualität erreicht, die durch das Aufsammeln der Zapfen vom Boden wegen der Verluste durch Tierfraß oder Zerstreuung durch den Wind nicht erreicht wird. Die Saat wird zur Baumaufzucht verwendet. Im Freiburger Stadtwald ernten die in der Regel freiberuflichen Zapfenpflücker, die meist im Wald übernachten regelmäßig die noch grünen Douglasienzapfen.[2]

In der DDR wurde dieser Beruf noch bis 1985 ausgeübt.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Markus Schleufe: Zapfenpflücker: Arbeitsplatz in der Baumkrone. In: Zeit Online. 22. August 2011, abgerufen am 27. August 2020.
  2. Zwei Millionen Zapfen sind ein Rekord. In: Badische Zeitung. 27. August 2020, abgerufen am 27. August 2020 (Aussage im frei lesbaren Teaser).