Aeropuerto Internacional José Martí

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Aeropuerto Internacional
José Martí[1]
JM Havana.jpg
Kenndaten
ICAO-Code MUHA
IATA-Code HAV
Koordinaten

22° 59′ 21″ N, 82° 24′ 33″ WKoordinaten: 22° 59′ 21″ N, 82° 24′ 33″ W

Höhe über MSL 64 m  (210 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 15 km südlich von Havanna
Straße Avenida de la Revolución
Basisdaten
Eröffnung 1930
Betreiber ECASA
Terminals 3
Passagiere 1,69 Mio. (2015)[2]
Start- und Landebahn
06/24 4000 m × 45 m Asphalt

Der Aeropuerto Internacional José Martí (IATA-Code: HAV, ICAO-Code: MUHA; zuvor Aéropuerto El Rancho Boyeros) ist der internationale Verkehrsflughafen der kubanischen Hauptstadt Havanna und gleichzeitig der größte und wichtigste des Landes. Im Jahr 2015 fertigte er 1,69 Millionen Passagiere ab. Er dient als Heimatbasis für Cubana, Aerocaribbean und Aerogaviota und befindet sich etwa 15 Kilometer südlich des Stadtzentrums. Der Flughafen ist nach dem kubanischen Nationalhelden und Poeten José Martí benannt. Im Zuge einer Privatisierung soll künftig Aéroports de Paris als Betreiber fungieren.[3]

Geschichte

Der Bau des Flughafens wurde 1929 begonnen. In den 1970er- und 1980er-Jahren waren die Fluggesellschaften des Ostblocks wie Aeroflot, Interflug, Czech Airlines und LOT häufig hier zu Gast.

Seit den 1990er-Jahren gibt es wieder Charterflüge in die Vereinigten Staaten, etwa mit Gulfstream International Airlines. Nachdem zunächst nur Flüge aus Miami, Los Angeles und New York zugelassen waren, autorisierte die US-Regierung im Rahmen der von Präsident Barack Obama erlassenen Reiseerleichterungen ab Anfang 2011 acht weitere Flughäfen, Charterflüge von und nach Kuba abzuwickeln.[4]

Terminals

Der Flughafen besitzt drei Terminals: Terminal 1 dient zur Abfertigung von Inlandsflügen, Terminal 2 wird für Flüge von den und in die USA und Terminal 3 für die Abfertigung des restlichen internationalen Flugverkehrs verwendet. Im Jahr 2011 wurde Terminal 2 modernisiert. 2013 sollte Terminal 3 folgen.[5][6]

Am 7. November 2013 brach während Bauarbeiten am Terminal 3 ein Feuer aus,[7] in dessen Zuge der Flughafen vorübergehend evakuiert werden musste.[8]

Fluggesellschaften und Ziele

Havanna verfügt neben einigen Inlandsrouten – beispielsweise nach Cayo Largo del Sur und Camagüey – über zahlreiche Direktverbindungen zu Zielen in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie einige wenige Routen nach Europa. Angeflogen werden beispielsweise Toronto, Panama-Stadt, Nassau und Lima. Direktverbindungen in die USA durften lange Zeit aufgrund anhaltender Embargos nur als Charter mit teils eingeschränktem Kundenkreis angeboten werden, Flüge nach Kanada waren und sind hiervon nicht betroffen. Im Zuge des sich normalisierenden Verhältnisses zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten und der Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen 2015 wurden viele Restriktionen deutlich gelockert.

Verbindungen nach Europa bestehen beispielsweise mit Condor nach Frankfurt am Main und München, Eurowings ab Düsseldorf, Air France nach Paris, Edelweiss Air nach Zürich, und Virgin Atlantic nach London. Lufthansa bietet einen Codeshare Flug ab Frankfurt am Main mit Copa und Umstieg in Panama an. JetBlue und American Airlines wollen ab Herbst 2016 Linienflüge in die USA anbieten.[9]

Zwischenfall

Am 18. Mai 2018 stürzte Flug 972 der Cubana de Aviación nach Holguín kurz nach dem Start von Havanna ab. Die knapp 39 Jahre alte Boeing 737-200 der mexikanischen Fluggesellschaft Damojh Aerolíneas (Markenname: Global Air) war im Auftrag von Cubana unterwegs.[10] Mehr als 100 Insassen des Inlandsfluges kamen dabei ums Leben.[11]

Siehe auch

Auf dem Flughafen sitzt die Aerovaradero, die im Auftrag des Verkehrsministeriums für jede Art von Bodendiensten zur Abwicklung von Luftfracht auf allen kubanischen Flughäfen zuständig ist.

Weblinks

Commons: José Martí International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. AIP CUBA MUHA AD 2-13. (pdf) (Nicht mehr online verfügbar.) In: iacc.gov.cu. Instituto de Aeronáutica Civil de Cuba, 3. Mai 2012, S. 1, archiviert vom Original am 22. März 2012; abgerufen am 17. Februar 2014 (englisch).
  2. Construirán hotel cerca del Aeropuerto Internacional José Martí, ACN vom 12. Juli 2016
  3. Franzosen betreiben Havanna Airport. In: n-tv.de. 4. August 2016, abgerufen am 4. August 2016.
  4. USA – Kuba nonstop in 30 Minuten in: AeroTelegraph vom 13. Oktober 2011, abgerufen am 1. April 2012
  5. Anhaltendes Wachstum des kubanischen Tourismus (Memento vom 26. Juli 2012 im Internet Archive), Granma, 9. Mai 2012
  6. Cuba Purchases New Planes for Domestic Flights, Prensa Latina, 16. Februar 2013
  7. Sufre incendio menor terminal aérea de Cuba – Frontera vom 7. November 2013
  8. Controlado incendio en aeropuerto José Martí | Cubanet vom 7. November 2013
  9. Franzosen betreiben Havanna Airport. In: n-tv.de. 4. August 2016, abgerufen am 4. August 2016.
  10. [1]
  11. Stefan Eiselin: Boeing 737 auf Flug von Cubana abgestürzt. aerotelegraph.com vom 18. Mai 2018