Craigslist Ripper

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Robert-Moses-Parkway-Ausfahrt am Ocean Parkway. Einige der Leichen wurden entlang der Straße gefunden.

Craigslist Ripper (auch als Long Island Ripper oder Long Island Killer bezeichnet, abgekürzt LISK) ist das Pseudonym eines unbekannten Serienmörders, der seit 1996[1] mindestens elf Menschen umgebracht haben soll.[2] Die bisherigen Opfer wurden zwischen Dezember 2010 und Dezember 2011 im Marschland auf Long Island im US-Bundesstaat New York aufgefunden. Darunter befinden sich ein Mann und ein kleines Kind.[3] Die Bezeichnung Craigslist Ripper ist darauf zurückzuführen, dass mehrere der getöteten Prostituierten auf der Internetplattform Craigslist für ihre Dienste warben. Auf den oder die Mörder wurde ein Kopfgeld von 25.000 US-Dollar ausgesetzt.[1]

Chronik

Die ersten Überreste einer Leiche fand der Polizist und Hundeführer John Mallia am 11. Dezember 2010 zwischen Cedar Beach und Gilgo Beach, als er sich mit seinem Polizeihund „Blue“ auf Long Island zu Trainingszwecken aufhielt. Zwei Tage später wurden abseits einer Straße, die zum Jones Beach auf Long Island führt, drei weitere Leichen gefunden. Bei diesen handelte es sich um die Leichen von Melissa Barthelemy (24), Maureen Brainard-Barnes (25) und Amber Lynn Costello (27), die im Januar 2011 offiziell von den Behörden identifiziert wurden.[4] Die in Sackleinen gewickelten Überreste der vier Opfer lagen jeweils etwa 150 Meter voneinander entfernt.[5][6][7]

Im März und April 2011 wurden nach großangelegten Suchaktionen weitere sechs Überreste von Leichen gefunden. Unter diesen befand sich die Leiche von Jessica Taylor (20). Die Überreste einer weiteren Frau, eines asiatischen Mannes in Frauenkleidern sowie die eines ein- bis zweijährigen Kindes konnten bisher noch nicht identifiziert werden. Die Polizei geht davon aus, dass diese Morde den im Dezember 2010 gefundenen Leichen weit vorausgehen und eventuell das Werk eines zweiten Serienmörders sein dürften.[8][9]

Die Polizei prüft außerdem, ob es eine Verbindung zu einer Mordserie an Prostituierten in Atlantic City, New Jersey, 2006 gibt. Damals wurden die Leichen der Prostituierten Kimberly Raffo, Barbra Breidor, Tracy Ann Roberts und Molly Jean Dilts gefunden.[6][3] Falls ein Zusammenhang besteht, beläuft sich die Zahl der bisherigen Opfer auf insgesamt 15.

Die Behörden gehen davon aus, dass es sich beim Täter um einen aktiven oder ehemaligen Polizeibeamten handeln könnte. Grund dafür ist, dass Melissa Barthelemys 16-jährige Schwester Amanda nach der Tat mehrere merkwürdige Anrufe erhielt (vermutlich vom Täter). Diese Anrufe brachen jeweils nach drei Minuten ab, sodass dem Anrufer bekannt zu sein schien, dass die Polizei zwischen drei und fünf Minuten braucht, um einen Anruf zurückzuverfolgen. Darüber hinaus könnte es sich auch um mehrere Täter handeln.[10][11]

Anfang April 2011 gaben die Polizeibehörden von Albuquerque zur Kenntnis, dass sie ein Augenmerk auf mögliche Zusammenhänge mit dem West Mesa Bone Collector, einer weiteren Serienmordreihe im US-Bundesstaat New Mexico, richten.[12]

Mitte April 2011 wurde der Laptop des New Yorker Zuhälters Akeem Cruz von der Polizei beschlagnahmt, der zwar in Verbindung mit dem Opfer Megan Waterman (22) stand, jedoch als Täter ausgeschlossen wird. Er sitzt zurzeit im US-Bundesstaat Maine wegen eines Drogenvergehens in Haft.[11]

Am 12. Dezember 2011, einen Tag vor einer geplanten Trauerfeier der Hinterbliebenen am Ort des Geschehens, fand die Polizei eine weitere Leiche. Sie wurde von den Ermittlern vorläufig als die 24-jährige Shannan Gilbert identifiziert, die seit dem 1. Mai 2010 als vermisst galt.[1][13]

Am 10. Dezember 2015 gab der Police Commissioner (in etwa: Polizeipräsident) des Verwaltungsbezirks Suffolk, Tim Sini, bekannt, dass sich das FBI offiziell der Untersuchung angeschlossen hat. Am Tag zuvor war sein Vorgänger James Burke, der im Oktober zurückgetreten war, wegen angeblicher Polizeibrutalität und anderer Probleme angeklagt worden. Er soll die Beteiligung des FBI an den LISK-Fällen jahrelang blockiert haben. Das FBI hatte zuvor bei der Suche nach Opfern mitgewirkt, war jedoch nie offiziell an der Untersuchung beteiligt.

Am 12. September 2017 gab der Staatsanwalt von Suffolk County bekannt, dass John Bittrolff, ein Zimmermann aus Manorville, Long Island, im Mai 2017 verurteilt und im September wegen Mordes an zwei Prostituierten 1993 verurteilt wurde. Er war 1994 ein Verdächtiger in mindestens einem der LISK-Morde und war durch DNA mit den Morden der 1990er Jahre in Verbindung gebracht worden. Die Ermittler der LISK-Morde äußerte sich aufgrund weiterhin laufender Ermittlungen nicht dazu.

Opfer

Das erste Opfer war die 25-jährige Maureen Brainard-Barnes, die zuletzt am 9. Juli 2007 in Manhattan lebend gesehen worden war. Fast auf den Tag genau zwei Jahre später verschwand die 24-jährige Melissa Barthelemy. Die 27-jährige Amber Lynn Costello verschwand Anfang September 2010 spurlos. Eine weitere Leiche wurde im Januar 2011 als die der 22-jährigen Megan Waterman identifiziert, die seit Juni 2010 als vermisst galt.

Als am 10. Februar 2011 ein Menschenschädel direkt neben einer Straße und am 29. März 2011 eine weitere Leiche gefunden wurden, veranlasste dies die Behörden, das Suchgebiet um elf Kilometer auszuweiten. In einer weiteren Ausdehnung der Suche um 25 Kilometer entlang der Straßen sind bisher im gesamten Suchareal sechs weitere Leichen geborgen worden, wobei diese bisher noch nicht identifiziert sind. Bei zwei dieser Opfer handelt es sich um einen Mann und ein Kind, wobei davon ausgegangen wird, dass diese beiden nicht dem Craigslist-Ripper zum Opfer gefallen sind.[11][6]

Inzwischen geht man davon aus, dass einige der Leichen dem Serienmörder Joel Rifkin zugerechnet werden könnten. Rifkin, der 1993 gestand, 17 Prostituierte umgebracht zu haben, sagte aus, dass er einige Leichen auf Long Island verschwinden ließ. Drei davon wurden nie gefunden. Eine Quelle aus Ermittlerkreisen beschrieb den Fund der Knochen so:

“These [bones] are so old that roots were growing around the vertebrae and the skull. These could be one or two of Joel Rifkin's victims who were never found, or the work of another killer.”

„Diese [Knochen] waren so alt, dass um die Wirbelknochen und den Schädel herum Wurzeln wuchsen. Es könnte sich um eines oder zwei Opfer von Joel Rifkin handeln, die niemals gefunden wurden, oder um das Werk eines anderen Mörders.“

Daily Mail[11]

Filme

  • Lost Girls, der Film basiert auf dem Buch Lost Girls: An Unsolved American Mystery von Robert Kolker, in dem dieser die wahre Geschichte von Mari Gilbert erzählt.

Weblinks

Einzelnachweise