Grieben (Löwenberger Land)

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Grieben
Koordinaten: 52° 54′ 2″ N, 13° 2′ 55″ O
Höhe: 50 m ü. NHN
Einwohner: 503 (5. Jan. 2015)
Eingemeindung: 31. Dezember 1997
Postleitzahl: 16775
Vorwahl: 033086
Kirche Grieben

Grieben ist ein Ortsteil der Gemeinde Löwenberger Land im Norden des Landes Brandenburg.

Geographie

Grieben auf einem Messtischblatt der Preußischen Uraufnahme von 1825

Grieben liegt am naturräumlichen Übergang von der Granseer Platte zur Rüthnicker Heide. Es erstreckt sich als Straßendorf entlang der Bundesstraße 167. Im Nordosten hat Grieben Anteil am Naturschutzgebiet Harenzacken. Grieben grenzt im Norden an den Ortsteil Glambeck, im Osten an die Ortsteile Hoppenrade und Linde, im Süden an die Stadt Kremmen sowie im Westen an die Gemeinden Rüthnick, Herzberg (Mark) und Vielitzsee im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Zwischen dem Ortsteil Neuendorf und der Stadt Kremmen liegt eine Exklave von Grieben.[1]

Geschichte

Grieben wurde 1256 im Nachnamen des Eggehardus de Gribene erstmals urkundlich erwähnt. Es kam vor 1438 in den Besitz des Zisterzienserinnenklosters Lindow und lag somit in der Herrschaft Ruppin. Seit spätestens 1459 war Grieben ein Kirchdorf. 1524 fiel es mit der Herrschaft Ruppin an die Mark Brandenburg. Nach der Säkularisation des Klosters Lindow 1541 gehörte es zu den landesherrlichen Ämtern Lindow (bis 1765), Friedrichsthal (bis 1819) und Alt Ruppin (bis 1872). Im 18. Jahrhundert wird eine Windmühle in Grieben erwähnt.[2]

1869 erhielt Grieben einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Löwenberg–Flecken Zechlin.

1900 war Grieben eine Landgemeinde mit 1777 ha Fläche im Kerngebiet im Kreis Ruppin der Provinz Brandenburg und 95 ha Fläche in der Exklave Grieben-Herzberg im Kreis Osthavelland. 1946 wurden im Rahmen der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone rund 272 ha Bodenfläche aufgeteilt. Die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft wurde 1952 gegründet, eine weitere folgte.[2]

Seit der Verwaltungsreform von 1952 gehörte Grieben zum Kreis Gransee des Bezirks Potsdam. Von 1992 bis 1997 wurde Grieben durch das Amt Löwenberg verwaltet und wurde 1993 Teil des neuen Landkreises Oberhavel. Der Haltepunkt an der Bahnstrecke wurde 1996 geschlossen. Am 31. Dezember 1997 wurde das Amt Löwenberg aufgelöst und Grieben schloss sich mit neun weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Löwenberger Land zusammen. Grieben bildet seitdem einen Ortsteil.[3]

Einwohnerentwicklung

Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung von Grieben zwischen 1875 und 1996 im Gebietsstand des jeweiligen Stichtages:[4]

Stichtag Einwohner Bemerkungen
1. Dez. 1875 0418 Volkszählung
1. Dez. 1890 0489 Volkszählung
1. Dez. 1910 0508 Volkszählung
16. Juni 1925 0495 Volkszählung
16. Juni 1933 0641 Volkszählung
17. Mai 1939 0705 Volkszählung
29. Okt. 1946 1152 Volkszählung
31. Aug. 1950 1030 Volkszählung
31. Dez. 1964 0784 Volkszählung
1. Jan. 1971 0783 Volkszählung
31. Dez. 1981 0656 Volkszählung
3. Okt. 1990 0620 Tag der Deutschen Einheit
31. Dez. 1996 0602 letzter Stichtag vor Gemeindefusion

Sehenswürdigkeiten

Die Kirche Grieben ist eine verputzte Saalkirche mit Stichbogenfenstern und einem Kirchturm. Gebäude und Altar sind einfach und im Stil des Barock ausgeführt. Reste der Mauern sind mittelalterlich. Die Glocke stammt von 1510.[2]

Weblinks

Commons: Grieben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Brandenburg-Viewer. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, abgerufen am 19. Juli 2015.
  2. a b c Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil II. Ruppin. Klaus D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-79-2, S. 86 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Gemeinde Löwenberger Land. In: service.brandenburg.de. Das Dienstleistungsportal der Landesverwaltung. Landesregierung Brandenburg, abgerufen am 19. Juli 2015.
  4. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (= Beitrag zur Statistik. Band 19.7). Potsdam 2006 (statistik-berlin-brandenburg.de [PDF; 300 kB]).