Heinz Weiss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Heinz Weiss (* 12. Juni 1921 in Stuttgart; † 20. November 2010 in Grünwald) war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Weiss absolvierte nach dem Wirtschaftsabitur Ende der 1930er Jahre eine Schauspiel-Ausbildung am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart und wurde 1940 zur Wehrmacht eingezogen. Nachdem er schwer verwundet aus dem Krieg zurückkehrte, widmete er sich wieder der Schauspielerei. 1946/47 spielte er am Neuen Theater in Stuttgart, 1947/48 an den Städtischen Bühnen Osnabrück, 1948/49 am Jungen Theater Stuttgart, 1949 bis 1952 an den Städtischen Bühnen Augsburg an der Seite von bekannten Darstellern wie Rolf Boysen, 1952 bis 1956 an den Städtischen Bühnen Essen, 1956 als Gast an den Städtischen Bühnen Frankfurt und 1956 bis 1958 an den Städtischen Bühnen Nürnberg-Fürth. Danach machte er als freischaffender Schauspieler Tourneen und verlagerte den Schwerpunkt seiner Arbeit auf Film und Fernsehen.

Sein Karrieredurchbruch erfolgte 1959 mit der Rolle des deutschen Soldaten Clemens Forell in Fritz Umgelters erfolgreichem Mehrteiler So weit die Füße tragen (u. a. mit Wolfgang Büttner, Hans Epskamp und Hans E. Schons), einer Verfilmung von Josef Martin Bauers gleichnamigem Erfolgsroman (die Einschaltquote der Erstausstrahlung lag bei 90 Prozent). Der Film schilderte die Erlebnisse eines früheren Wehrmachtssoldaten nach seiner Flucht aus einem sowjetischen Kriegsgefangenenlager in Sibirien.

Nur schwer überwand Weiss das Soldatenimage und wirkte, mittlerweile zum bekannten Leinwandschauspieler avanciert, in mehr als 140 Filmen neben Stars wie Julie Christie und Gert Fröbe. An der Seite von George Nader spielte er in den zwischen 1965 und 1969 gedrehten Jerry-Cotton-Filmen den FBI-Mann Phil Decker, stand dabei aber immer im Schatten des Titelhelden. In den 1960er Jahren war er neben zahlreichen Verfilmungen in Krimireihen wie Das Kriminalmuseum oder Die fünfte Kolonne zu sehen.

In den späteren Jahren erreichte er große Popularität als Fernsehschauspieler. Die Rolle des Traumschiff-Kapitäns Heinz Hansen verkörperte er von 1983 bis 1999. Daneben übernahm er auch noch andere Fernsehrollen, wie etwa den Kommissar in der Sat.1-Serie Cluedo – Das Mörderspiel und spielte auch in mehreren Fernsehfilmen. Als er 1999 infolge einer nie ganz ausgeheilten Kriegsverletzung eine Blutvergiftung erlitt, wurde ihm das rechte Bein abgenommen; seitdem saß er im Rollstuhl. 2003 veröffentlichte er unter dem Titel Logbuch meines Lebens seine Biografie.

Heinz Weiss wohnte bis zu seinem Tod in Grünwald bei München, wo er in der Nacht vom 20. auf den 21. November 2010 im Alter von 89 Jahren starb.[1][2] Er wurde auf dem Waldfriedhof Grünwald beigesetzt.

Filmografie (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ZDF-"Traumschiff"-Kapitän Weiss gestorben (Memento vom 27. November 2010 im Internet Archive) bei welt.de, abgerufen am 24. November 2010
  2. Der „Traumschiff“-Kapitän ist gestorben bei bunte.de (mit Todesanzeige), abgerufen am 24. November 2010