Marc Andreessen

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Marc Andreessen (2013)

Marc Andreessen (* 9. Juli 1971 in Cedar Falls, Iowa) ist ein US-amerikanischer Softwareentwickler, Unternehmer und Investor.

Andreessen ist Mitgründer des Unternehmens Netscape Communications und Entwickler von Mosaic, einem der ersten international weit verbreiteten Webbrowser. Er ist Mitgründer der Onlineplattform Ning und war Geschäftsführer des Softwareunternehmens Opsware, das 2007 von HP aufgekauft wurde. Er ist Mitgründer und Partner des Wagniskapital-Unternehmens Andreessen Horowitz mit Sitz in Menlo Park in Kalifornien. Er sitzt im Aufsichtsrat von Room to Read, Facebook, Oculus VR und anderen.

Leben und Wirken

Marc Andreessen wurde in Cedar Falls in Iowa geboren und wuchs in New Lisbon, Wisconsin auf. Seinen Bachelor bekam er nach einem Studium der Informatik an der University of Illinois at Urbana-Champaign. Danach arbeitete er einen Sommer bei IBM in Austin, Texas, sowie am National Center for Supercomputing Applications (NCSA), wo er die Ideen von Tim Berners-Lee für das World Wide Web kennenlernte. Andreessen und Eric Bina, eine Vollzeitkraft des Instituts, arbeiteten gemeinsam an einem benutzerfreundlichen Browser mit grafischen Möglichkeiten, der auf möglichst vielen Systemen arbeiten sollte. Das Ergebnis der Arbeit war der Mosaic-Browser. Andreessen war sehr anspruchsvoll und beantwortete jede Benutzeranfrage und jeden Vorschlag, wodurch der Browser bekannt und populär wurde.

Nach seinem Abschluss an der Universität 1993 ging Andreessen nach Kalifornien und arbeitete bei Enterprise Integration Technologies. Hier traf er auf James H. Clark, den Gründer von Silicon Graphics, der in Mosaic ein großes wirtschaftliches Potential sah und die Gründung eines Unternehmens zur Vermarktung anregte. 1994 gründeten beide entsprechend in Mountain View, Kalifornien, Mosaic Communications Corporation und Andreessen wurde Vizepräsident. Da die University of Illinois der Nutzung des Namens Mosaic nicht zustimmte, benannte man das Unternehmen in Netscape Communications Corporation um und entwickelte den Browser Netscape Navigator. Andreessen engagierte sich in der Folge für eine möglichst weite öffentliche Verbreitung des Programms, welches frei im Internet zur Verfügung gestellt wurde.

1995 erfolgte der Börsengang von Netscape und der 25-jährige Andreessen wurde zum Wunderkind der Internetgeneration stilisiert. Bedingt durch den Erfolg von Netscape stieg auch das Softwareunternehmen Microsoft in das neu erkannte Geschäft Internet ein und lizenzierte den Quelltext des Mosaic-Browsers von Spyglass, einer Firmengründung der University of Illinois, und entwickelte daraus den Internet Explorer. Der nachfolgende Konkurrenzkampf der beiden Browserhersteller führte zum so genannten Browserkrieg, der letztendlich darin sein vorläufiges Ende fand, dass der Netscape-Browser von seiner Position als Marktführer verdrängt wurde.

Im Jahr 1999 wurde Netscape für 4,2 Milliarden US-Dollar von AOL gekauft, Andreessen wurde zum technischen Vorstand des Unternehmens. Im gleichen Jahr verließ er AOL wieder und gründete Loudcloud, die 2001 an die Börse ging und sich nach dem Verkauf ihres Servicesegments an Electronic Data Systems in Opsware umbenannte.

Seit 2009 entwickelte Andreessen mit den früheren Partnern Eric Vishria und Tim Howes den Webbrowser RockMelt.[1] Rockmelt wurde Ende 2013 durch das Internetunternehmen Yahoo! übernommen, die Entwicklung von Rockmelt und weiteren Webapps wurde daraufhin zum 31. Dezember 2013 eingestellt.[2]

Mit der von ihm und Ben Horowitz 2009 gegründeten Venture-Capital-Gesellschaft Andreesen Horowitz investierte Andreessen in mehrere Internet-Startups, darunter den Microblogging-Dienst Twitter, den Anbieter für Social Bookmarks Digg sowie die Community-Plattform Ning, deren Mitgründer er 2005 war.

Auszeichnungen

Literatur

Weblinks

Commons: Marc Andreessen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. afterdawn.com: Neue Browserentwicklung namens RockMelt (englisch)
  2. Rockmelt.com: Yahoo! has acquired Rockmelt! (Memento vom 31. August 2013 im Internet Archive) (englisch)