Michele Arnaboldi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Michele Arnaboldi (* 1. Juli 1953 in Ascona) ist ein Schweizer Architekt und Hochschullehrer.

Raiffeisenbank, Intragna

Leben

Arnaboldi studierte von 1972 bis 1979 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Nach seinem Diplom war Michele Arnaboldi von 1979 bis 1985 Mitarbeiter im Büro von Luigi Snozzi in Locarno. Von 1982 bis 1985 war er darüber hinaus auch als Hochschulassistent und von 1986 bis 1992 als Diplombetreuer bei Dolf Schnebli an der ETH Zürich tätig. 1985 eröffnete Arnaboldi sein eigenes Architekturbüro in Locarno, wo er bis heute arbeitet.

Michele Arnaboldi zählt neben Raffaele Cavadini, Bonetti e Bonetti[1], Guidotti Architetti[2] und Stefano Moor[3] zu den wichtigsten Vertretern der jungen Generation der „Tessiner Schule“. In seiner Entwurfshaltung demonstriert Arnaboldi eine große Nähe zu den Arbeiten von Luigi Snozzi. Auch er sieht in seinen häufig in Sichtbeton ausgeführten, geometrisch klaren Bauten keine autonomen Objekte. Vielmehr sind das Bauen für einen bestimmten Ort und die daraus abgeleitete Beziehung des Gebäudes zu seinem Kontext für Arnaboldis Projekte von zentraler Bedeutung.

Lehrtätigkeit

1994 war Arnaboldi Gastprofessor an der Washington University in St. Louis (USA), 2002 bis 2009 lehrte er als Dozent an der Architekturhochschule der Universität der italienischen Schweiz in Mendrisio, seit 2009 unterrichtet er an dieser Hochschule als Professor.[4]

Bauten

Casa Thür, Brissago

Die Raiffeisenbank in dem Tessiner Dorf Intragna steht beispielhaft für das Einbinden einer betont modernen Sichtbetonarchitektur in einen historisch gewachsenen, dörflichen Kontext: Außen lebt die Komposition aus Sichtbeton und Bruchsteinmauern aus Maggia Granit vom spannungsreichen Fügen dieser Materialien. Fassadenbündige Fenster durchbrechen mit ihren unterschiedlichen Formaten die Außenhaut aus Sichtbeton und unterstreichen deren klare Geometrie. Auch im Inneren des kubischen Bankgebäudes finden sich Wände aus Sichtbeton, die Arnaboldi mit weiß verputzten Wänden ergänzt.

  • 1988–1989: Casa Campiglio, Locarno-Monti
  • 1989–1991: Mehrfamilienhaus Quattrini, Minusio
  • 1997–1999: Casa Fornera, Ascona
  • 1998–1999: Casa Regli, Brissago
  • 2001–2002: Casa Storni, Lugaggia
  • 2001–2002: Raiffeisenbank, Intragna
  • 2001–2003: Wohnhaus und Atelier Bill, Pianezzo
  • 2001–2003: Casa Thür, Brissago
  • 2003–2006: Casa Pegurri, Vico Morcote

Literatur

  • Arnaboldi, Michele / Smith, Januzzi (Hrsg.): Arnaboldi; Basel: Birkhäuser Verlag 2010 ISBN 978-3-0346-0355-3
  • Bankfiliale in Intragna von Michele Arnaboldi, in: Werk, Bauen + Wohnen, Heft 3, Zürich: Verlag Werk AG, März 2004
  • Stock, Wolfgang Jean: Bankfiliale in Intragna, Schweiz, in: architektur.aktuell, Heft 10, Wien: Springer Verlag, Oktober 2003

Einzelnachweise

  1. Luigi Snozzi, professeur - BauNetzWoche #198 Download | BauNetz.de. Abgerufen am 11. Januar 2021.
  2. Guidotti Architetti. In: AFASIAARCHZINE.COM. Abgerufen am 11. Januar 2021 (amerikanisches Englisch).
  3. Danielle Fischer: «Ein Zentrum für einen Ort schaffen, der keine Mitte hatte» | Espazium. 2. April 2020, abgerufen am 11. Januar 2021.
  4. Lehrtätigkeit an der Universität der italienischen Schweiz

Weblinks