Orden der edlen Leidenschaft

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Der Orden der edlen Leidenschaft (eigentl. frz. Orden de la noble Passion), auch Orden von Querfurt genannt, wurde als Ritterorden vom Herzog Johann Georg von Sachsen-Weißenfels eingerichtet.

Stiftungsdatum war der 24. Juni 1704. Stiftungsanlass war die Amtsübernahme auf dem Reichstag für das Fürstentum Querfurt. Die Ordensdevise war „J’aime l’Honneur, qui vient par la vertu“. Dazu war um das Wappen von Sachsen-Querfurt noch die Inschrift „Societe de le noble passion, instituee par J.C.D.S.Q“ und die Stiftungsjahreszahl „1704.“

Der Sinn des Ordens war Förderung wahrer Tugend und Ehre und Bewahrung der Sprache. Mit diesem Orden sollten adlige Männer bedacht werden. Er war somit im Sinne eine „Fruchtbringende Gesellschaft“.

Der Orden hatte somit das gleiche Anliegen, wie der Orden der Palme, den der Herzog Johann Ernst schon 1617 einrichtet hatte. Mitglied konnten nur Adlige mit untadligem Leben werden. Die Statuten waren zweisprachig abgefasst, in deutscher und französischer Sprache.

Nach dem Aussterben der Linie Sachsen-Weißenfels erlosch auch der Orden um 1746.

Ordensdekoration, Ordensband und Trageweise

Die Ordensdekoration war ein goldener Stern mit aufgelegtem Kreuz und Mittelschild. Im emaillierten blauen Avers des Medaillons befand sich ebenfalls ein Kreuz und war überlegt mit den Initialen des Stifters J.G. Als Umschrift war die Ordensdevise im Medaillonring „J’aime I’ honneur, qui vient par la vertu“.in der deutschen Bedeutung, wie „Ich liebe die Ehre, die von der Tugend kommt“. Das Revers zeigte das Wappen von Sachsen-Querfurt und als Umschrift die Ordenserklärung mit Hinweis auf den Stifter und das Stiftungsjahr. Hier stand: „Societé de la noble Passion institueé par I.G.D.S.Q.1704“, das dem Sinn nach so viel wie Gesellschaft der edlen Neigung, errichtet von Johann Georg von Gottes Gnaden Herzog zu Sachsen-Querfurt bedeutete.

Das Ordensband war weiß, mit goldenem Rand und hatte ebenfalls die Ordensdevise des Avers. Die Dekoration war mit Tragering und wurde an dieser Schärpe getragen.

Literatur

  • Gustav Adolph Ackermann: Ordensbuch sämtlicher in Europa blühender und erloschener Orden und Ehrenzeichen. Verlag Rudolf & Dieterici, Annaberg 1855.
  • J. G. Krünitz: Ökonomische Enzyklopädie. 1773–1858.
  • Karl Julius Weber: Das Ritterwesen und die Templer, Johanniter und Marianer; oder Deutsch-Ritterorden. Hallberger'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1835.