Paul Stanley

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Paul Stanley bei einem Kiss-Konzert 2019

Paul Stanley (* 20. Januar 1952 in Manhattan, New York, eigentlich Stanley Bert Eisen) ist ein US-amerikanischer Gitarrist, Sänger und Musikproduzent. Er ist Rhythmusgitarrist, Sänger und Gründungsmitglied der Rockband Kiss.

Leben

Kindheit und Jugend

Stanleys Mutter Eva wurde 1923 in Berlin geboren, sein Vater stammt aus Polen. 1933 ließen seine Großeltern und seine Mutter alles Hab und Gut zurück und flohen von Berlin nach Amsterdam. „Das hat ihnen das Leben gerettet. Die Flucht ging weiter, und schließlich landeten sie in New York, wo ich zur Welt kam.“[1] Stanley hat eine zwei Jahre ältere Schwester.[2] Er besuchte die Highschool „Music & Art“ und verdiente sich das Geld für Gitarrenstunden durch Taxifahren in New York. Gerne wäre er Anthropologe geworden, doch der Wunsch, Musik zu machen, war größer. Aufgrund einer Fehlbildung des Ohres (Mikrotie °III) ist Stanley seit seiner Geburt auf dem rechten Ohr taub, er kann auf diesem Ohr nur über Knochenleitung hören.[3]

Seit Wicked Lester

Paul Stanley 2007 in San Diego, Kalifornien

Zu Beginn der 1970er Jahre gründete Stanley zusammen mit Eugene Klein, der sich später Gene Simmons nannte, die Rockband Wicked Lester. Mit dieser Band nahm er ein Album auf, das jedoch nie zur Veröffentlichung kam.

Nachdem sich Stanley und Simmons mit ihrer Vision von einer glamourösen Rock’n’Roll-Band nicht durchsetzen konnten, lösten sie Wicked Lester auf und suchten nach Mitstreitern für eine Band, die Maßstäbe in Sachen Theatralik im Rockbusiness setzen sollte. Sie holten den Drummer George Criscuola (später Peter Criss) mit ins Boot und nannten sich fortan Kiss. Nach einiger Zeit schrieben sie die Stelle eines Leadgitarristen aus, und so fand Paul Daniel Frehley (später Ace Frehley) den Weg in die Band. Im Februar 1974 brachten Kiss ihr erstes Album auf den Markt.

1978 erschien sein erstes Soloalbum Paul Stanley, das er auch produzierte. Ein Jahr später arbeitete er erstmals außerhalb von Kiss als Produzent und zeichnete für das Debütalbum von New England verantwortlich.

Stanley war von 1992 bis 2001 mit Pamela Bowen verheiratet und hat mit ihr einen Sohn, Evan Shane (* 6. Juni 1994). Am 19. November 2005 heiratete Paul Stanley seine Lebensgefährtin, die Anwältin Erin Sutton, im Ritz Carlton Hotel in Pasadena, Kalifornien. Am 6. September 2006 wurde der gemeinsame Sohn Colin Michael und am 28. Januar 2009 Tochter Sarah Brianna geboren. Im Februar 2011 gaben Stanley und seine Frau bekannt, dass sie erneut Nachwuchs erwarten. Das Kind, Emily Grace, kam am 9. August 2011 zur Welt.

Wie auch Gene Simmons bemühte sich Paul Stanley um diverse Projekte neben Kiss und hatte so sein Debüt auf der Bühne als „Phantom der Oper“, er verkörperte die Rolle jedoch nur in Toronto.

Paul Stanley ist neben Gene Simmons das einzige Bandmitglied von Kiss, das seit der Gründung der Band ununterbrochen dabei ist.

Im Oktober 2006 erschien sein zweites Soloalbum Live to Win. Der Titelsong dieses Albums wurde in der Southpark-Episode Make love not Warcraft verwendet.

Im April 2008 wurde das Duett I Will Be With You von Paul Stanley und Sarah Brightman aus Brightmans neuem Album Symphony veröffentlicht.

Im Oktober 2008 kam seine Solo-DVD One Live Kiss auf den Markt; ein Live-Konzert mit seiner eigenen Band, aufgenommen am 6. November 2006 im House Of Blues in Chicago. Gespielt wurden Songs aus seinen Soloalben sowie alte Kiss-Songs.

Stanley, der mittlerweile Probleme mit seiner Stimme hat, unterzog sich im Oktober 2011 einer Stimmband-Operation.[4] 2014 wurde Stanley gemeinsam mit den übrigen Gründungsmitgliedern der Band Kiss in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Am 8. April desselben Jahres erschien seine Autobiografie Hinter der Maske (im Original: Face the Music: A Life Exposed).

Stanley war außerdem Miteigentümer des Arena-Football-Teams LA Kiss, das 2014 in seine erste Saison startete.[5] Nach der Saison 2016 wurde das Team aufgelöst.

Paul Stanley hatte 2016 zusammen mit Gene Simmons einen Cameo-Auftritt in der US-amerikanischen Filmkomödie Why Him?, in der sie in einer Szene unter anderem das Lied I Was Made for Lovin’ You singen.

Im Jahr 2015 gründete Stanley das Soul-Projekt Soul Station.[6]

Diskografie (Solo)

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[7][8]
Paul Stanley
  US 40 
Platin
Platin
16.12.1978 (18 Wo.)
Live to Win
  DE 49 03.11.2006 (1 Wo.)
  AT 71 03.11.2006 (1 Wo.)
  US 53 11.11.2006 (2 Wo.)
Now and Then (als Paul Stanley’s Soul Station)
  DE 20 26.03.2021 (1 Wo.)
  AT 25 02.04.2021 (1 Wo.)
  CH 21 28.03.2021 (1 Wo.)
  US 140 03.04.2021 (1 Wo.)
Singles[7]
Hold Me, Touch Me
  US 46 04.11.1978 (12 Wo.)

Alben

Singles

  • 1978: Hold Me, Touch Me

Weblinks

Commons: Paul Stanley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Paul Stanley: Hinter der Maske (Die Autobiografie). Hannibal Verlag, Höfen 2014, ISBN 978-3-85445-455-7 (Originalausgabe: Face The Music)
  • Ken Sharp mit Paul Stanley und Gene Simmons: Die Geschichte von KISS (Unsere Anfangsjahre). Hannibal Verlag, Höfen 2014, ISBN 978-3-85445-443-4 (Originalausgabe: Nothin' To Lose: The Making Of KISS (1972–1975))

Einzelnachweise

  1. Alex Gernandt (Interviewer), Kiss auf Abschiedstour - Wir waren immer Gentlemen. Spiegel, 10. Januar 2018, abgerufen am 10. Januar 2018.
  2. Paul Stanley: Face the Music: A Life Exposed. HarperCollins Publishers, New York 2014, ISBN 978-0-06-211404-4.
  3. Kiss: Die heißeste Band der Welt (Kisstory Volume 1) Zweiteiliger Dokumentarfilm über die Rockband Kiss, Regie: DJ Viola, Ausführender Produzent: Leslie Greif, 83 Min., 2021. Eine Produktion von Big Dreams Entertainment, Critical Content und A&E Television Networks (Deutsche Bearbeitung: WDR und Arte)
  4. Paul Stanley Opens Up About Voice Troubles. In: contactmusic.com, 11. November 2011.
  5. Arena Football League, KISS Bring Pro Football Back to Los Angeles. (Nicht mehr online verfügbar.) Arena Football League, 15. August 2013, archiviert vom Original am 9. Februar 2017; abgerufen am 27. November 2013.
  6. Rolling Stone: Paul Stanley’s Soul Station Releases First Original Song
  7. a b Chartquellen: DE AT CH US
  8. Auszeichnungen für Musikverkäufe: US