SAGSAGA

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SAGSAGA e. V.
(Swiss Austrian German Simulation and Gaming Association)
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Rechtsform eingetragener Verein
Gründung November 2001
Sitz München
Geschäftsstelle Stuttgart
Vorläufer Gesellschaft für Planspiele in Deutschland, Österreich und der Schweiz e. V. (Vereinsname 2001–2019)
Zweck Fachverband für Planspiele
Aktionsraum Deutschland, Österreich, Schweiz
Vorsitz Eric Treske
Geschäftsführung Meike Nicolaus
Mitglieder 237
Website www.sagsaga.org
Stand: Oktober 2019

Die SAGSAGA ist ein Fachverband zur Förderung der Planspielmethode im deutschsprachigen Raum. Der eingetragene Verein versteht sich als interdisziplinäres Netzwerk von Menschen, die sich für Planspiele und weitere erfahrungsorientierte Lern- und Lehrformen interessieren.

Name

Der Vereinsname SAGSAGA wird zusammenhängend wie ein deutsches Wort ausgesprochen („Sagsaga“, Lautschrift zagzaːga) und steht abgekürzt für die englischsprachige Bezeichnung Swiss Austrian German Simulation And Gaming Association. Die offizielle deutschsprachige Entsprechung lautet „Gesellschaft für Planspiele in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ und war bis 2019 Vereinsname. Simulation and Gaming (kurz S&G) ist die im angelsächsischen Raum übliche Bezeichnung für die Planspielmethode. Das Kürzel SAG(A) wird international von mehreren Verbänden verwendet, die sich mit der Planspielmethode beschäftigen und mit denen die SAGSAGA kooperiert. Dazu gehören neben dem internationalen Planspiel-Fachverband ISAGA (International Simulation And Gaming Association) Vereinigungen wie SAGANet (Simulation and Gaming Association – The Netherlands, Niederlande), NASAGA (North American Simulation and Gaming Association, Nordamerika), SAGSET (Society for the Advancement of Games and Simulations in Education and Training, Großbritannien), SIGIS (Società Italiana dei Giochi di Simulazione, Italien), JASAG (Japan Association of Simulation And Gaming, Japan) und OzSAGA (Australian Simulation and Games Association, Australien).[1]

Zielsetzung

Satzungsgemäßes Ziel der SAGSAGA ist es, die Planspielmethode zu verbreiten und deren Entwicklung zu fördern.[2] „Als Planspielmethode soll dabei ein breites Spektrum von erfahrungsorientierten Lehr- und Lernformen verstanden sein, wie u. a. klassische Unternehmens- und Managementplanspiele, Computersimulationen, Rollenspiele, Lernspiele, Szenariotechniken, Fallmethoden, Projektmethoden, erlebnispädagogische Aktivitäten, Unternehmenstheater usw., die zur Simulation von Prozessen […] und zur Entwicklung von Systemkompetenz in unterschiedlichen Lebensbereichen beitragen.“[2]

Ihren Mitgliedern – Planspielentwicklern und -forschern, sowie Planspielanwendern aus der Privatwirtschaft und öffentlichen Institutionen wie Hochschulen, Schulen, NGOs etc. – bietet die SAGSAGA eine Plattform für fachlichen Austausch.

Schwerpunkte der Vereinsaktivitäten sind:

  • Aufbau und Pflege eines Netzwerks und die Förderung von fachlichem Austausch
  • Förderung des Dialogs auch über Ländergrenzen hinweg
  • Unterstützung der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Planspiel-Spezialisten
  • Förderung und Realisierung von Forschungsprojekten

Verbandsstruktur

Die SAGSAGA ist ein ehrenamtlich organisierter Verband.[3] Der Vorstand besteht zurzeit aus 7 Mitgliedern, Vorsitzender ist seit Juni 2015 Eric Treske (Stand Oktober 2019). Die Mitgliedschaft steht sowohl natürlichen als auch juristischen Personen und Personenvereinigungen offen.[2] In der anwendungsorientierten und wissenschaftlichen Arbeit wird die SAGSAGA von einem Fachbeirat unterstützt.[4] Offizielles Journal der Simulation And Gaming-Verbände, zu denen auch die SAGSAGA gehört, ist die seit 1970 von SAGE Publications herausgegebene Zeitschrift Simulation & Gaming.[5] 2017 hatte der Verein über 200 Mitglieder.[6]

Veranstaltungen und Initiativen

Netzwerktreffen

Mindestens zweimal jährlich werden an wechselnden Orten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz Netzwerktreffen zu verschiedenen Themen veranstaltet. Diese Treffen bieten den Mitgliedern die Möglichkeit, neue Planspiele auszuprobieren oder aktuelle Themen zu diskutieren. Zudem findet in diesem Rahmen zumeist ein Treffen von Forschungsinteressierten zum Austausch statt.

Europäisches Planspielforum

Das Europäische Planspielforum ist das derzeit größte herstellerunabhängige Fachforum zum Themenfeld Planspiel.[7] Es wurde 1985 von Walter Rohn, dem damaligen Leiter der Deutschen Planspielzentrale, ins Leben gerufen und fand seitdem regelmäßig sowohl als alleinstehende Veranstaltung als auch im Rahmen verschiedener Messen und Kongresse wie der edut@ain, der Learntec oder der Professional Learning Europe (PLE) statt.[8] Nach ihrer Gründung im Jahr 2001 übernahm die SAGSAGA die Organisation der Veranstaltung und richtet sie seit 2015 im zweijährigen Rhythmus gemeinsam mit dem Zentrum für Managementsimulation (ZMS) der DHBW Stuttgart aus.

Deutscher Planspielpreis

Mit dem Deutschen Planspielpreis werden herausragende wissenschaftliche Studienabschlussarbeiten zum Themenfeld Planspiel ausgezeichnet. Für Dissertationen und Habilitationen werden Sonderpreise vergeben.[9] Die SAGSAGA ist seit Gründung des Deutschen Planspielpreises Kooperationspartner dieses vom Zentrum für Managementsimulation (ZMS) der DHBW Stuttgart getragenen Projekts.[10] Ziel des Preises ist es, zumeist unveröffentlichte Arbeiten zugänglich zu machen und damit die Weiterentwicklung der Methode zu unterstützen.[11]

Internationaler Planspieltag

2017 rief die SAGSAGA erstmals einen Internationalen Planspieltag aus (englisch: International Day of Simulation & Gaming). Seitdem finden weltweit an einem Tag im November Veranstaltungen statt, bei denen es um Planspiele, ihre Entwicklung, Anwendung oder Forschung geht. Ziel dieses interaktiven Erlebnistages ist es, die Planspielmethode einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.[12] Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos, angeboten werden sie zumeist von Mitgliedern der SAGSAGA und ihrer Partnerverbände. Ein Beispiel für Aktivitäten am Internationalen Planspieltag 2018 waren diverse Vorträge, Planspiele und Workshops unter dem Motto „Zukunft spielen – Systeme und Nachhaltigkeit erleben und verstehen“ an der Fachhochschule Vorarlberg.[13] Der 4. Internationale Planspieltag ist der 13. November 2020.

ISAGA-Konferenzen

2004 war die SAGSAGA unter der Leitung des Hochschullehrers und Gründungsvorsitzenden Willy Christian Kriz Gastgeberin der jährlich stattfindenden internationalen Fachkonferenz der ISAGA. Nach 15 Jahren fand diese erstmals wieder in Deutschland statt.[14] Veranstaltungsort der mit über 500 Personen besuchten Konferenz zum Thema Bridging the Gap: Transforming knowledge into action through gaming and simulation war München.[15] Zehn Jahre später, im Juli 2014, tagte die 45. Fachkonferenz der ISAGA unter Federführung der SAGSAGA in Dornbirn (Österreich). Das Motto der Veranstaltung lautete The shift from teaching to learning: individual, collective and organizational learning through gaming & simulation.[16][17]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ulrich Blötz: Planspiele in der beruflichen Bildung. Bundesinstitut für Berufsbildung. Bertelsmann, Bonn (2005), S. 242.
  2. a b c Vereinssatzung in der Fassung vom Oktober 2019 (PDF), abgerufen am 21. Dezember 2019.
  3. Sebastian Hitzler, Birgit Zürn, Friedrich Trautwein: Status Quo der europäischen Planspielszene. In: F. Trautwein, S. Hitzler, B. Zürn: Planspiele – Entwicklungen und Perspektiven. BoD, Norderstedt 2010, S. 221.
  4. Manager Seminare - Weiterbildungsportal
  5. Simulation & Gaming (Memento vom 21. August 2004 im Internet Archive) Verlags-Website, abgerufen am 21. Februar 2014.
  6. Detlef Dechant: Fachverband SAGSAGA – Netzwerk für die Planspielmethode. In: Andreas Petrik, Stefan Rappenglück (Hrsg.): Handbuch Planspiele in der politischen Bildung. Wochenschau Verlag Dr. Kurt Debus, Schwalbach/Ts. 2017, ISBN 978-3-7344-0421-4 (Print) bzw. ISBN 978-3-7344-0422-1 (PDF), S. 312.
  7. Friedrich Trautwein, Sebastian Hitzler, Birgit Zürn: Das Europäische Planspielforum – eine Institution der deutschsprachigen Planspielwelt. In: Friedrich Trautwein, Sebastian Hitzler, Birgit Zürn (Hrsg.): 26. Europäisches Planspielforum. Trends und Effizienz beim Planspieleinsatz. Stuttgart, Karlsruhe 2010.
  8. Detlef Dechant: Europäisches Planspielforum – Planspieltagung mit Tradition und neuen Wegen. In: Andreas Petrik, Stefan Rappenglück (Hrsg.): Handbuch Planspiele in der politischen Bildung. Wochenschau Verlag Dr. Kurt Debus, Schwalbach/Ts. 2017, ISBN 978-3-7344-0421-4 (Print) bzw. ISBN 978-3-7344-0422-1 (PDF), S. 306f.
  9. Der Deutsche Planspielpreis 2015 - Ihr Spielfeld für ausgezeichnete Ideen deutscher bildungsserver, Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, 2015, abgerufen am 9. Dezember 2018.
  10. Deutscher Planspielpreis 2010 für wissenschaftliche Arbeit. CHECK.point eLearning, Februar 2010..
  11. Friedrich Trautwein, Sebastian Hitzler, Birgit Zürn: Planspiele – Entwicklungen und Perspektiven. Rückblick auf den Deutschen Planspielpreis 2010. ZMS-Schriftenreihe Bd. 1. BoD, Norderstedt 2010, S. 7. ISBN 978-3-8391-8326-7 (Online (Memento vom 8. März 2014 im Internet Archive), PDF; 167 kB)
  12. Planspieltag sucht Mitgestaltende, abgerufen am 9. Dezember 2018.
  13. Future Lectures und Internationaler Planspieltag FH Dornbirn, Fachbereich Wirtschaft, abgerufen am 9. Dezember 2018.
  14. Planspielkonferenz: Mehr Action für die Besucher. Manager Seminare, Juli 2004.
  15. Willy Kriz, Thomas Eberle: Bridging the Gap: Transforming knowledge into action through gaming and simulation. München 2004. (Konferenzband)
  16. Effizient lernen mit Planspielen in: Personalmagazin 5/2014 (PDF), abgerufen am 9. Juli 2015.
  17. Martin Pichler: Planspiel-Welttagung: Auf nach Dornbirn! in: wirtschaft + weiterbildung 5/2014 (PDF), abgerufen am 9. Juli 2015.