Verzeichnisdienst

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ein Verzeichnisdienst (in Englisch directory service) stellt in einem Netzwerk eine zentrale Sammlung von Daten bestimmter Art zur Verfügung. Die in einer hierarchischen Datenbank gespeicherten Daten können nach dem Client-Server-Prinzip verglichen, gesucht, erstellt, modifiziert und gelöscht werden.

Verzeichnis“ ist hierbei im Sinne beispielsweise eines Telefonbuches gemeint und nicht im Sinne von „Dateiordner“ in Computersystemen.

Anwendung

Im Internet und unternehmens- oder behördeninternen Intranets werden Verzeichnisdienste in der Regel dazu verwendet, Benutzerdaten zentral zu sammeln und sie verschiedenen Applikationen zur Verfügung zu stellen. Diese zentrale Verwaltung hat gegenüber einer dezentralen Speicherung - z. B. mit einem eigenen Dienst für jedes Programm - den Vorteil, dass Benutzer und Rechte nur einmal an zentraler Stelle geändert werden müssen.

Meistens wird lesend auf die Daten eines Verzeichnisdienstes zugegriffen; Veränderungen an den Einträgen dieser Datenbank sind seltener. Aus diesem Grund bieten Verzeichnisdienste lesend eine wesentlich geringere Zugriffszeit als andere Datenbanken.

Technischer Aufbau

Den Datensammlungen liegt meist eine Datenbank zugrunde, in der die Daten aufgenommen werden. Um mit diesem Dienst in Kontakt zu treten, Daten aus dem Verzeichnis abzufragen oder zu aktualisieren, werden Netzwerkprotokolle verwendet, meistens ein Directory Access Protocol (DAP). Standard-Implementierungen dieses Protokolls sind:

  • DAP aus der X.500-Architektur, nach der prinzipiell alle Verzeichnisdienste aufgebaut sind
  • LDAP, eine „leichtgewichtige“ (in Englisch lightweight) Form des DAP, auf der heute nahezu alle bekannten Verzeichnisdienste basieren.

Bekannte Verzeichnisdienste

Siehe auch