Wendtorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wendtorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wendtorf hervorgehoben

Koordinaten: 54° 25′ N, 10° 17′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Amt: Probstei
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 5,11 km2
Einwohner: 967 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 189 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24235
Vorwahl: 04343
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 087
Adresse der Amtsverwaltung: Knüll 4
24217 Schönberg
Website: www.amt-probstei.de
Bürgermeister: Claus Heller (CDU)
Lage der Gemeinde Wendtorf im Kreis Plön
Ascheberg (Holstein)BarmissenBarsbekBehrensdorf (Ostsee)BelauBendfeldBlekendorfBokseeBönebüttelBösdorfBothkampBrodersdorfDannauDersauDobersdorfDörnickFahrenFargau-PratjauFiefbergenGiekauGrebinGroßbarkauGroßharrieHeikendorfHelmstorfHögsdorfHohenfeldeHöhndorfHohwacht (Ostsee)HonigseeKalübbeKirchbarkauKirchnüchelKlampKlein BarkauKletkampKöhnKrokauKrummbekKührenLaboeLammershagenLebradeLehmkuhlenLöptinLütjenburgLutterbekMartensradeMönkebergMuchelnNehmtenNettelseePankerPassadePlönPohnsdorfPostfeldPrasdorfPreetzProbsteierhagenRantzauRastorfRathjensdorfRendswührenRuhwinkelSchellhornSchillsdorfSchlesenSchönberg (Holstein)SchönkirchenSchwartbuckSchwentinentalSelentStakendorfSteinStolpeStoltenbergTasdorfTröndelWahlstorfWankendorfWarnauWendtorfWischWittmoldtKarte
Über dieses Bild

Wendtorf ist eine Gemeinde im Kreis Plön in Schleswig-Holstein.

Geografie

Lage und Gliederung

Dünen bei Wendtorfer Strand im November 2010

Das Gemeindegebiet von Wendtorf liegt am östlichen Ufer der Kieler Außenförde im nordwestlichen Teilbereich des Naturraums Ostholsteinisches Hügel- und Seenland (Haupteinheit Nr. 702).[2][3] Siedlungsgeographisch werden die beiden Ortsteile Wendtorf (nahe der geografischen Mitte der Gemarkung gelegen) und Wendtorfer Strand (gelegen direkt an der Ostsee binnenseits der Lagune hinter dem Nehrungshaken Bottsand), als Wohnplätze unterschieden. Beide Wohnplätze sind als Dorf kategorisiert[4][5]

Nachbargemeinden

Unmittelbar angrenzende Gemeindegebiete von Wendtorf sind:[3]

Geschichte

Ein erster Ort an dieser Stelle wurde 1240 erstmals erwähnt. 1440 erhielt der Ort den Namen Wendtorf. 1796 wurden die ersten Häuser in Strandnähe gebaut.

Zu den vor Kiel-Schilksee veranstalten Segelveranstaltungen im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 1972 in München wurde der ehemalige Fischerhafen am Rande des Ortsteils Wendtorfer Strand zu einem Sportboothafen umgestaltet und um eine Ferienwohnanlage mit fünf Hochhäusern in Großtafelbauweise erweitert. Ergänzt wurden sie durch eine Ladenzeile aus Beton-Pavillons und verschiedene Freizeiteinrichtungen, wie z. B. Minigolfplatz oder den seit Längerem wieder stillgelegte Anlagen einer Badminton-Halle und Freibad. Seinerzeit wurde hier auch ein Gemeindekindergarten errichtet, der bis zu seiner Auflösung und Integration in den Kindergarten im Ortskern von Wendtorf von der Gemeinde Wendtorf und den umliegenden Gemeinden genutzt wurde.

Das Areal hat grundlegende Ähnlichkeiten mit dem Olympiazentrum Kiel-Schilksee, das neben der durchgehenden Aufteilung als Apartmentanlage durch die einzelnen Häusernamen wie Drachen oder Flying Dutchman unterstrichen wurde.

Betrieben wurde die Anlage mit über 500 Apartments[6] von der Marina Wendtorf KG. Die einzelnen Apartments wurden seit Gründung der Anlage größtenteils an Privatpersonen oder kleinere Immobilienunternehmen verkauft, die sie wiederum als Ferienwohnungen weiter vermieten. Durch diese Vorgehensweise bei Fehlen eines Dauernutzungskonzepts gilt die Anlage als Abschreibungsobjekt, bei dem nur ausdrücklich vorgeschriebene Instandsetzungsarbeiten durchgeführt wurden. Dadurch begünstigt ist die Bausubstanz der Gebäude teilweise angegriffen, sind die Umgebungsflächen nur in wenigen Bereichen gepflegt und zwischen den Wohngebäuden stehen mehrere Gebäude und Freizeiteinrichtungen seit Jahrzehnten leer und sind teilweise verfallen oder von Vandalismus beschädigt.

Im Jahre 2007 musste die Marina Wendtorf KG Insolvenz anmelden. Die Gesellschaft wurde 2008 schließlich aufgelöst.[7]

Mit Otto Steffen hatte die Gemeinde den dienstältesten Bürgermeister Schleswig-Holsteins; er war bis zu seinem Tod 2016 über 50 Jahre im Dienst.[8][9]

Politik

Gemeindevertretung

Die Wahl 2018 ergab folgendes Ergebnis:

Gemeindewahl Wendtorf 2018
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,34 %
36,66 %
10,98 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
−14,61 %p
+12,74 %p
+1,85 %p
Sitzverteilung in der Gemeindevertretung Wendtorf seit 2018
   
Insgesamt 11 Sitze

Bürgermeister

Aktueller Bürgermeister in der Wahlperiode 2018–2023 ist Claus Heller (CDU).

Wappen

Blasonierung: „Schräglinks geteilt durch einen golden-rot geteilten Balken. Oben in Blau vier silberne Wellenfäden, überdeckt mit einem linksgewendeten, springenden goldenen Fisch, unten in Silber vier blaue Wellenfäden, überdeckt mit einem roten Spatenblatt.“[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sport

Der örtliche Breitensportverein ist der SSV Marina Wendtorf von 1964.

Grünflächen und Naherholung

Naturerlebnisraum Wendtorf
  • die neue Hafenpromenade mit kleinem Museumshafen
  • den „Naturspielraum Kinderabenteuerland“ mit besonderen Spielgeräten im und am Wasser
  • den „Naturerlebnisraum“, eine von der Gemeinde aufwendig angelegte Parkanlage mit vielen Informationstafeln zum Thema Natur
  • Das Naturschutzgebiet Bottsand befindet sich in direkter Nähe. Nach Aussagen des NABU ist es „ein Kleinod der schleswig-holsteinischen Ostseeküste“.
  • Die zum Nachbarort Barsbek hin gelegenen Salzwiesen beherbergen seltene Tiere und Pflanzen.
  • Der Yachthafen, der im Jahr 2014 grunderneuert wurde, erfreut sich seitdem wieder großer Beliebtheit.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftsstruktur

Das ehemalige Fischerdorf lebt heute vom Tourismus. Nach der Insolvenz der "Marina"-Betriebsgesellschaft revitalisiert ein auf Tourismusprojekte spezialisiertes Investmentunternehmen die Marina für 50 Millionen Euro.[11][12]

Verkehr

Das Gemeindegebiet ist im motorisierten Individualverkehr auf verschiedene Kreisstraßen u. a. an das Verkehrsnetz der Landeshauptstadt angebunden.[3]

Persönlichkeiten

  • Theodor Stoltenberg (* 25. Juni 1850 in Wendtorf; † 9. Februar 1937 in Schleswig), Propst am Schleswiger Dom
  • Heinz Klinke (* 1. Dezember 1925 in Breslau; † 18. September 2010), SPD-Politiker, Landtagsabgeordneter und stellvertretender Bürgermeister

Literatur

  • Margret Kiosz: Am Wasser. In: Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 10: Timmaspe - Ziethen. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2008, ISBN 978-3-926055-92-7, S. 203–205.

Weblinks

Commons: Wendtorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2021 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 7, abgerufen am 8. April 2022.
  3. Hochspringen nach: a b c Relation: Wendtorf (288257) bei OpenStreetMap (Version #6). Abgerufen am 8. April 2022.
  4. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (PDF) Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, 1992, S. 68, abgerufen am 8. April 2022.
  5. Wendtorf - Die Probstei. Abgerufen am 9. August 2020.
  6. Eigene Recherche vor Ort; genauer Beleg durch Bebauungsplan ist derzeit nicht möglich
  7. Insolvenz Marina Wendtorf KG.@1@2Vorlage:Toter Link/www.kn-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Kieler Nachrichten. Artikel nicht mehr aufrufbar
  8. Albig ehrt den „ewigen Bürgermeister“. Flensburger Tagblatt vom 4. April 2016.
  9. Langjähriger Bürgermeister Otto Steffen ist gestorben. In: Kieler Nachrichten. 3. August 2016, abgerufen am 3. August 2016.
  10. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  11. Investor Hollesen hofft auf Baurecht bis Herbst.@1@2Vorlage:Toter Link/www.probsteier-herold.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Probsteier Herold. 13. Juni 2010, abgerufen am 23. August 2010
  12. Wieder Bewegung im 50-Millionen-Projekt. kn-online.de, 9. Juni 2010, archiviert vom Original am 12. Juni 2010; abgerufen am 31. August 2016.