Christoph 14

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Christoph 14
D-HZSH, D-HZSQ, D-HZSR, D-HZSO

Hubschrauber D-HZSH des BMI im Einsatz
Hubschrauber D-HZSH des BMI im Einsatz

Luftrettungszentrum Daten
Betreiber: Bundesministerium des Innern
Hubschraubertyp: Airbus Helicopters H135
Ehemalige LFZ*: bis 2018: Eurocopter EC 135 T2i
bis 2007: Bölkow Bo 105
Inbetriebnahme: 10.09.1976
Standort: Klinikum Traunstein
Einsatzbereitschaft: 7 Uhr bis Sonnenuntergang
Besonderheiten: Lawinenortungssystem, (Bergetau), Rettungswinde
Koordinaten: 47° 52′ 27″ N, 12° 37′ 53,3″ OKoordinaten: 47° 52′ 27″ N, 12° 37′ 53,3″ O
Besatzung
Pilot: Bundespolizei Fliegerstaffel Süd
Arzt: Klinikum Traunstein
HEMS Technical Crew Member: Bayerisches Rotes Kreuz
*LFZ = Luftfahrzeuge

Christoph 14 ist ein vom Bundesministerium des Innern betriebener Rettungshubschrauber. Der Hubschrauber vom Typ Airbus Helicopters H135 ist am Klinikum Traunstein in Traunstein stationiert. Die Piloten gehören zu der Fliegerstaffel Süd der Bundespolizei. Die Notärzte kommen vom Klinikum aus Traunstein, die Notfallsanitäter werden vom Bayerischen Roten Kreuz gestellt. Das Einsatzgebiet für die Luftrettung erstreckt sich auf einen Umkreis von etwa 60 Kilometer rund um Traunstein. Christoph 14 fliegt auch grenzüberschreitende Einsätze.

Geschichte

Im Bereich Traunstein war bereits von 1972 bis 1975 ein Rettungshubschrauber der Privatfirma „Ortner Süd-Helicopter“ in Betrieb. Am 10. September 1976 wurde eine orangefarbene Bölkow Bo 105 für die Luftrettung in der Region Südostoberbayern in Dienst gestellt.

Im Januar 2007 wurde die geleaste Bo 105 an den Hersteller zurückgegeben und durch einen Eurocopter EC 135 T2i ersetzt.[1] Zwei jeweils 706 PS starke Radialverdichterturbinen beschleunigen den Hubschrauber auf bis zu 250 km/h, womit er 35 km/h schneller ist als das Vorgängermodell. Die Anschaffung des neuen Eurocopters kostete ca. 5 Millionen Euro.

Ende 2016 wurde bekannt, dass für die Stationen Christoph 14 und Christoph 17 zwei neue, leistungsfähigere Airbus Helicopters H135 beschafft werden und als Springer eine Bestandsmaschine (D-HZSH) auf den H135-Standard aufgerüstet wird. Die wesentlichste Neuerung ist neben der besseren Leistung in sog. hot-and-high-Bedingungen die über 90 Meter Seillänge verfügende Rettungswinde.[2]

Im Oktober 2018 wurde die neue Maschine offiziell übergeben und in Dienst gestellt.

Ausrüstung

Die medizinische Ausstattung orientiert sich hinsichtlich der medizinischen Geräte, Medikamente und Materialien am Notarztwagen. In Europa ist sie durch die EN 13718[3] geregelt. Damit kann eine Versorgung vor Ort und während des Transportes auf notfallmedizinischem Niveau erfolgen.

Aufgrund des Einsatzgebietes von Christoph 14, das auch die Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen umfasst, sind zusätzlich ein Lawinenortungssystem und bis zu 90 m lange Bergetaue über eine Doppellasthakenanlage vorhanden. Die Maschine verfügt außerdem über eine Rettungswinde. Die Bergrettung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Bergwacht Bayern.

Zwischenfälle

Am 30. März 1982 kam es bei Kastl (Altötting) zum Absturz von Christoph 14. Der Hubschrauber musste beim Landeanflug einer Starkstromleitung ausweichen, berührte einen Baum und stürzte dabei ab. Am Rettungshubschrauber entstand Totalschaden, alle drei Besatzungsmitglieder wurden zum Teil schwer verletzt.

Am 22. März 1983 stürzte der Hubschrauber auf dem Rückflug von Berchtesgaden in einem Schneesturm bei Gröben, einem Ortsteil von Teisendorf, ab. Die dreiköpfige Besatzung kam dabei ums Leben.[4]

Sonstiges

Der Name Christoph 14 geht auf den heiligen Christophorus zurück, den Schutzpatron der Reisenden. Nach ihm tragen alle deutschen Rettungshubschrauber den BOS-Funk-Rufnamen Christoph, gefolgt von einer Nummer bei Rettungshubschraubern und einer Bezeichnung zum Standort bei Intensivtransporthubschraubern.

Einzelnachweise

Literatur

  • ADAC Luftrettung GmbH: ADAC-Stationsatlas >>Christoph – bitte kommen!<<, München, 2006. ISBN 3-933266-46-7

Weblinks