Eugenio Montale

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Eugenio Montale (* 12. Oktober 1896 in Genua; † 12. September 1981 in Mailand) war ein italienischer Schriftsteller. 1975 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Leben

Eugenio Montale war das jüngste von sechs Kindern eines Unternehmers aus Genua. Er wurde 1917 zum Militärdienst eingezogen und erlebte die letzten Jahre des Ersten Weltkrieges an der Front in Südtirol. Nach dem Krieg lebte er in Genua und begann sich für Literatur zu interessieren. Er lernte Schriftsteller und Kritiker kennen und war 1922 Mitbegründer der Zeitschrift Primo tempo. Seine Werke sind stark beeinflusst von den Grundkonzepten des französischen Symbolismus und Impressionismus.

Die Veröffentlichung seines ersten Gedichtbandes Ossi di seppia machte ihn 1925 als Schriftsteller bekannt. Zwei Jahre später siedelte er nach Florenz um, wo er die namhafte Bibliothek Gabinetto Vieusseux leitete. Er verlor diese Stellung 1938 aufgrund seiner Weigerung, in die faschistische Partei einzutreten. 1939 veröffentlichte Montale seinen zweiten Gedichtband Le occasioni. Er arbeitete für Zeitungen in Florenz und ab 1948 in Mailand für den Corriere della Sera. 1962 wurde er mit dem internationalen Antonio-Feltrinelli-Preis ausgezeichnet. Sein dritter Gedichtband La bufera e altro erschien 1956. 1971 kam der Gedichtband Satura heraus, der in Teilen bereits veröffentlicht worden war. In seinen Gedichten werden oft die Landschaften Liguriens beschrieben.

1977 wurde Montale als Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters gewählt.[1] Montale war Ehrendoktor der Universität La Sapienza Rom, der Universität Mailand und der Universität Cambridge. Am 1. März 2022 wurde ein Asteroid nach ihm benannt: (22379) Montale.

Werke

  • 1925/28: Ossi di seppia (Die Knochen des Tintenfisches)
  • 1939: Le Occasioni (Anlässe)
  • 1943: Finisterre
  • 1956: La bufera e altro (Der Sturmwind und anderes)
  • 1971: Satura. Deutsch Satura. Italienisch–deutsch. Übertragen und Nachwort von Michael Marschall von Bieberstein. Piper Verlag, München-Zürich 1976. ISBN 978-3-492-02215-6.
  • 1973: Diario del '71 e '72 (Tagebuch '71 & '72)
  • 1987: Gedichte 1920–1954. Italienisch–deutsch. Übertragen von Hanno Helbling. Hanser Verlag, München. ISBN 3-446-14491-9.
  • 2013: Was bleibt (wenn es bleibt). Gedichte 1920–1980. Italienisch–deutsch. Ausgewählt, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Christoph Ferber. Mit einem Nachwort von Georges Güntert. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung Mainz. ISBN 978-3-87162-080-5.

Literatur

  • Guido Almansi, Bruce Merry: Eugenio Montale. The private language of poetry. Edinburgh University Press, Edinburgh 1977.
  • Manfred Lentzen: Italienische Lyrik des 20. Jahrhunderts. Von den Avantgarden der ersten Jahrzehnte zu einer neuen Innerlichkeit. Reihe Analecta Romanica Heft 53. Klostermann, Frankfurt a. M. 1994, ISBN 3-465-02654-3, S. 110–131.
  • Pietro Montorfani: „Il mio sogno di te non è finito“. Ipotesi di speranza nell'universo montaliano. In: Sacra doctrina. 55, 2010, ZDB-ID 302215-8, S. 185–196.
  • Winfried Wehle: Hüterin der Übergänge. Leben im Medium der Sprache: über Montales Lyrik. In: Kirsten Hagen, Claudia Hoffmann (Hrsg.): Intermedia. Eine Festschrift zu Ehren von Franz-Josef Albersmeier. Romanistischer Verlag, Bonn 2007, ISBN 978-3-86143-180-0, S. 195–207 (Abhandlungen zur Sprache und Literatur 171), online (PDF; 44 kB).

Weblinks

Commons: Eugenio Montale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Honorary Members: Eugenio Montale. American Academy of Arts and Letters, abgerufen am 16. März 2019.